Fasend-Ende

Gengenbacher Narren gaben nochmals Vollgas

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06. März 2019

(Bild 1/4) Die »Unterwasserwelt« des Kindergartens Schwaibach erhielt beim Kinderumzug die meisten Punkte der Jury. Hunderte Narren hatten ihn sich nicht entgehen lassen, zumal ab 19 Uhr hinter dem Ritter der Hexenbesen als Ende der Fasend brannte und der Schalk kurz vor Mitternacht in den Niggelturm verbannt wurde. Aber nur bis zum Hemdeglunker 2020. ©Thomas Reizel

Die Narren ließen es am Dienstag letztmals richtig krachen. Die Kinder boten einen süßen Umzug, das Narrengericht der Ewerderfler kannte keine Gnade. Doch um 19 Uhr brannte der Hexenbesen. Seit Mitternacht ruht der Schalk wieder im Niggelturm.
 

GEin farbenprächtiges Bild boten am Dienstagnachmittag die Kinder bei ihrem Umzug durch die Stadt. Und beim Gizzig-Rufen gaben die Kleinen alles, und ihre hellen Stimmen waren weit in der Innenstadt zu hören. Piraten mit teils »furchterregenden Narben«, allerlei Zootiere, Cowboys und Indianer säumten die Straßen der Innenstadt. Wie bei den Großen am Sonntag, wurden auch gestern die schönsten Kostüme prämiert – wobei sich Eltern und Nachwuchs generell viel haben einfallen lassen.

Am Ende hatte sich die Unterwasserwelt des Kindergartens Schwaibach Platz eins gesichert vor der Arche Noah (Waldorfkindergarten Strohbach) und dem Frühlingserwachen (Kindergarten St. Franziskus). Zu sehen waren auch (in alphabetischer Reihenfolge): Bienen retten (Heiner Müller), Bienenrocker (Just for Fun), Emojis (Backstein- und Matratzenbourger), »Heidi« (Familien Bahr, Singler, Harter), Kunterbunter Märchenwald (Kindergarten Vorstadt und Schwendenstraße), Spaghetti (24/Breakdown) und »Sperrt den Wolf ein« (Landfrauen Gengenbach).

Vereinsverat und Fälschung!

Danach mussten sich vor dem Erwerderfler Narrengericht drei Angeklagte verantworten. Erster Vorwurf Vereinsverrat: Rotzlöffel-Anwärter Axel Lademann soll für den Frauentanz am Peterle-Owe Tanzschritte von den Bergwalddeifeln Schwaibach abgekupfert haben und nach dem Rotzlöffel-Abend an die Hexen verkauft haben. Doch er wurde freigesprochen. Ein schlechter Tänzer wie er könne keine Schritte abkupfern.

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Eine harte Strafe gab es aber für Ines Thelen wegen Fälschung von Eintrittskarten. Sie soll Rotzlöffel »Muggel« 4,50 Euro für den Offenburger Weboball abgeknöpft haben, obwohl der Eintritt frei ist. Vom zu Unrecht kassierten Geld hat sie zwei Schorle bezahlt. Pech auch für die Staatsanwältin: Sie war bei diesem Trunk dabei! Klarer Fall für das Gericht: 2 x 11 Schorle für Muggel.

»Sie ist mir doch nur entglitten«

Rüdiger Stadel wurde im dritten Prozess vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen und stattdessen völlig überraschend der Vorsitzende Richter Dietmar Thelen verhaftet. Am Weihnachtsmarkt hatte er mit Anna Jeske im Bewirtungsstand vom »Hirsch« getanzt. Dabei stürzte sie. »Sie ist mir doch nur entglitten«, wies Dietmar Thelen jede Schuld von sich.

Stadel habe zugegebenermaßen zwar Wasser aus dem Sektkühler ausgeschenkt, wofür er drei Rotzlöffel-Wässerle zu schlucken hatte. Dass er auch für Jeskes Sturz verantwortlich ist, war ihm nicht nachzuweisen, Thelen hingegen grobe Fahrlässigkeit im Tanz mit ihr. Urteil: zwei Jahre länger Vorsitzender Richter machen. Er wollte sein Amt gestern nach neun Jahren abgeben. Daraus wird nichts.

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