Bilanz nach dem Tag der offenen Tür

Gengenbacher Seniorenresidenz blickt zuversichtlich voraus

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01. Oktober 2022
Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny überreichte zum 25-jährigen Jubiläum der Seniorenresidenz Kinzigtal ­Rafael, Michaela und Jürgen Quadbeck einen „Gengfisch“, ein Kunstwerk von Otmar Alt.

Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny überreichte zum 25-jährigen Jubiläum der Seniorenresidenz Kinzigtal ­Rafael, Michaela und Jürgen Quadbeck einen „Gengfisch“, ein Kunstwerk von Otmar Alt. ©Seniorenresidenz Kinzigtal

Die Seniorenresidenz Kinzigtal hat beim Tag der offenen Tür auf dem Gengenbacher Abtsberg vor allem eines festgestellt: hohen Beratungsbedarf bei Angehörigen und potenziellen Bewohnern. Meist geht es um die Frage: Kann ich das bezahlen und was ist die beste Betreuung?

Martina und Jürgen Quadbeck ziehen eine positive Bilanz des Tags der offenen Tür am 17. September. Dieser war aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Seniorenresidenz Kinzigtal auf dem Gengenbacher Abtsberg veranstaltet worden. Der Tag der offenen Tür stand nicht im Zeichen von Belustigungsprogrammen wie Hopsburg und dergleichen, sondern hatte den Schwerpunkt Information. „Der Bedarf ist groß“, stellt das Ehepaar fest.

Die größte Frage, die Menschen umtreibt, sei die nach den Kosten und Finanzierbarkeit eines Pflegeplatzes, also „ob ich mir das leisten kann“, sagt Jürgen Quadbeck. Hier gebe es eine Reihe von Zuschussmöglichkeiten, die im Gespräch geklärt werden müssen.

Auch lag vor allem Angehörigen die Frage am Herzen, welches die richtige Unterbringungsform für Vater oder Mutter sind, etwa stationär, ambulant oder zu Hause. Dabei stellt Martina ­Quadbeck klar: „Zwar glauben viele, dass es am besten ist, wenn sie so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Das kann auch so sein, doch es ist nicht immer die Ideallösung.“ Diese hänge von der Persönlichkeit ab.

Beratung wichtig

Um diese Fragen zu klären, sei Beratung extrem wichtig. Wie viele Gäste beim Tag der offenen Tür anwesend waren, vermochten die Quadbecks nicht zu sagen. „Es waren schon viele, aber gezählt haben wir sie nicht. Was wir aber feststellen konnten, war, dass alle sehr interessiert waren.“ So hätten sich viele Gäste einen Überblick über das Angebot der Quadbecks verschafft und erste Informationen eingeholt.

Denn sie bietet unter einem Dach nicht nur stationäre Pflege an, sondern auch eine eigene Sozialstation, Tagesgruppen, zum Beispiel für Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Essen auf Rädern sowie das 2018 in Betrieb genommene Haus Feldgarten in Ohlsbach. Natürlich haben die Quadbecks – wie viele andere Einrichtungen auch – mit Fachkräftemangel zu kämpfen.

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Doch diesem begegnet die Familie, indem sie seit vielen Jahren selbst ausbildet. Und weil Pflegekräfte aus dem Ausland immer wichtiger werden, beschäftigt die Seniorenresidenz eine Lehrkraft für Deutsch. Daher sei es auch möglich, selbst Fachkräfte und Auszubildende aus Afrika zu beschäftigen, sofern sie in Deutsch die B2-Prüfung absolviert haben.

„Fuß geht bis zur Hüfte“

Mit einem Schmunzeln erklärt Jürgen Quadbeck, dass dabei auch regionale Besonderheiten berücksichtigt werden: „Wir erklären zum Beispiel, dass der badische Fuß erst an der Hüfte aufhört.“ Auch die Vermittlung von Brauchtum gehört dazu, etwa durch Museumsbesuche.

Das zahle sich aus. Denn die Bewohner nähmen diese Pflegekräfte sehr gut an, zumal ihnen die Menschen aus Kamerun, Eritrea und Simbabwe das Gefühl vermitteln, Teil einer großen Familie zu sein. Jetzt am Montag, dem Tag der Deutschen Einheit, lesen die ausländischen Kräfte den Bewohnern deutsche Märchen vor. Nicht nur dadurch bestehe die Chance, sich gegenseitig über ihre Kulturen zu informieren.

Die Quadbecks helfen auch bei der Integration, etwa bei der Wohnungssuche und Vereinsmitgliedschaften. Zudem bietet das Unternehmen „als einiziges, das wir in der Pflege kennen“, eine rein arbeitgeberfinanzierte betriebliche Berufsunfähgikeitsversicherung, die – sofern sie nicht benötigt wird – in eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge umgewandelt wird.

Die Energiekrise trifft die Seniorenresidenz mit all ihren Einheiten nicht ganz so hart, weil mit Sohn Rafael schon frühzeitig auf regenerative Energien gesetzt wurde. So erzeugt die Familie Strom weitgehend selbst, nutzt Wärmepumpen und Pellets. Und mit monatlich 160 Lohnabrechnungen – vom Minijob bis zur ausgebildeten Fachkraft – ist sie das viertgrößte Unternehmen der Stadt. Daher hat die Seniorenresidenz auch strukturelle Bedeutung.

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