Verkehr

Gerichtsparkplatz wird in Offenburger Leitsystem integriert

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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11. Februar 2019

Der Gerichtsparkplatz soll in das dynamische Parkleitsystem Offenburgs integriert werden. ©Arrchivfoto

Hin und her ging die Diskussion im städtischen Verkehrsausschuss rund um die Einbeziehung des Gerichtsplatzes ins dynamische Offenburger Parkleitsystem. Immerhin gewann das Thema eine humoristische Note angesichts der Platzbenennung.

Offenburgs bestehendes Parkleitsystem steht 2019/2020 vor dem Ausbau. Insgesamt elf weitere Parkplätze sollen eingebunden, darunter acht an die Parkleitzentrale angeschlossen werden. Die städtischen Gremien hatten die Verwaltung beauftragt, auch die Einbindung des zwischen Ritter- und Gerberstraße liegenden Gerichtsparkplatzes mit seinen 47 Stellplätzen zu prüfen. Hier wird derzeit über einen Parkscheinautomaten abgerechnet, die Höchstparkdauer liegt bei zwei Stunden. Zur generellen Situation führte Marco Pastorini (Abteilungsleiter Verkehrsplanung) im Verkehrsausschuss aus, dass die im Umfeld liegenden Parkplätze hauptsächlich Anwohnern vorbehalten seien. 17 Plätze für Kurzzeitparken oder Doppelnutzung seien in der Gerberstraße außerdem vorhanden.

Technisch betrachtet würde der Parkplatz mit Bodensensoren für jeden Stellplatz versehen. Diese prüfen den Zustand des Stellplatzes, geben die Daten an ein Erfassungsgerät weiter. Die Daten laufen im Zentralrechner zusammen und werden so an die dynamische Beschilderung weitergeleitet. 

Pastorini stellte zwei Varianten zur Datenübermittlung an den Zentralrechner vor. Zum einen könnte die Übermittlung via Datenkabel beibehalten werden, indem die Kabeltrasse verlängert werde. Kostenpunkt: rund 89.100 Euro. Variante zwei würde die Übermittlung via Mobilfunk vorsehen, die Kosten (Sensorik, Tiefbau, dynamische Schilder, statische Wegweiser) lägen bei 53.300 Euro.

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Die Finanzmittel sollen über den Nachtragshaushalt beantragt werden. Der Gerichtsplatz wird Teil des Bereichs »City-Süd« innerhalb des Parkleitsystems. An Beschilderung sei jeweils eine dynamische Anzeige am Mast Grabenallee/Forum und am Mast Grabenallee/Lange Straße sowie drei statische Wegweiser zu installieren. Die Zufahrt werde von Westen kommend über die Hauptstraße/Gerberstraße, von Osten kommend über Lange Straße/Ritterstraße gelenkt. Zu den Kosten wurde bekannt gemacht, dass bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Maßnahmenkosten bezuschusst werden könnten. Eine Antwort auf den entsprechend gestellten Antrag sei laut Verwaltung noch im ersten Quartal zu erwarten. Empfohlen wurde zur Datenübermittlung die kostengünstigere Variante zwei. 

Kontroverse Ansichten

In den Fraktionen wurde die Einbindung des Gerichtsplatzes ins Parkleitsystem kontrovers betrachtet. Albert Glatt (CDU) fand die Kosten überschaubar und begrüßte, wenn der Platz weiter als Parkplatz genutzt werde. Heinz Hättig (SPD) sah wenig Sinn, denn der Parkdruck werde trotz Beschilderung nicht merklich sinken. »Man sollte die Situation lieber lassen, wie sie ist statt viel Geld in eine solche Maßnahme zu investieren«, so Hättig. Ingo Eisenbeiß (Grüne) fand die Situation aus Sicht der Anwohner inakzeptabel, das Areal sollte Anwohnern vorbehalten bleiben.

Angi Morstadt (FWO) stand hinter dem Verwaltungsvorschlag, schlug allerdings vor, gegen das bestehende Krähenproblem Möglichkeiten zu suchen. Silvano Zampolli (FDP) begrüßte, wenn der Parkplatz weiter genutzt werde. Das habe auch mit Sicherheitsaspekten zu tun. Dem Verwaltungsvorschlag für Variante zwei und einer entsprechenden Empfehlung an den Gemeinderat wurde mit zehn Ja-, drei Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen mehrheitlich entsprochen.

Info

Namensfrage

Die Fraktionen stellten sich die Frage, ob eine Benennung des Gerichtsplatzes als solcher nicht zu Irritationen führen könnte. »Besucher könnten auf die Idee kommen, in die Hindenburgstraße zu fahren, schließlich ist dort das Amtsgericht«, spekulierte Angi Morstadt. Daraus entwickelte sich eine humoristische Diskussion, wobei Bürgermeister Oliver Martini erklärte, »relativ leidenschaftslos« beim Thema zu sein – er könne mit Gerichtsplatz, aber auch etwas anderem leben. 
   Silvano Zampolli brachte ironisch »Krähenplatz« ein, worauf Morstadt mit ihrem Konter die Lacher für sich gewann: »Wir haben doch schon einen Rabenplatz.« Letztlich blieb es dann aber doch fürs Erste beim Gerichtsplatz.

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