Kirchenkabarett in Weier

»Gleichstand für die Ökumene«

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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28. Januar 2018

(Bild 1/2) Ehre, wem Ehre gebührt: Auch in Weier wird verdienten Ehrenamtlichen das »Lorbeerblatt an hölzerner Klammer« verliehen. ©Regina Heilig

Mit einem ebenso vergnüglichen wie informativen und frechen Kabarettprogramm machten die drei Damen vom »Evangelisch-Oberrheinischen Kirchenkabarett« (EOK) im ökumenischen Gemeindezentrum Weier Furore.
 

Die drei Damen vom EOK, das sind natürlich keine Funktionärinnen vom Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe, sondern drei muntere, stimm- und humorvolle Damen aus Kenzingen. Unter sich haben sie die Rollen klar verteilt.

Monika Rudolph gibt die bodenständige Planerin und Macherin, die, neuen Aufgaben gegenüber höchst aufgeschlossen, sich so verbissen »bei Kirchens« reinkniet, dass gar eine Therapie nötig wird. Man ahnt es: Gute Gewohnheiten sind so hartnäckig wie schlechte, und so naht der Rückfall schon nach kürzester Frist, wenn der Pfarrer anruft und Aufgaben zu verteilen hat. 

Profitable Trauung

Apropos Anruf: In ihrer Rolle aufs Bodenständige abonniert und immer mit einem Kopfschütteln nach dem Sinn des Ganzen fragend, spielt Claudia Zoller ihre Paraderolle als Pfarrsekretärin, die ganz professionell vorführt, wie man aus einer Trauung ein höchst profitables Geschäft machen kann, das jede Menge kostspielige Extras beinhaltet. Aber es ist doch »nur einmal im Leben!« 

Cornelia Schmidt schließlich schwebt ab und an in höheren Sphären, ob sie nun als freundliche Kirchen-Stewardess die »Erstbesucher« einweist, damit die nicht gleich wieder vergrault werden und womöglich noch einen Kulturschock mitnehmen. 

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Merke: »Es ist nicht üblich, während der Predigt Fragen zu stellen!« Und ach, die Predigt …, hier erhält auf der einem in Deutschland sehr populären Sportereignis nachempfundenen Anzeigentafel der »Gast«, die Katholiken, klar einen Punkt vor der Heimmannschaft, den Evangelischen. Die Predigt sei so schön kurz bei der Konkurrenz, befanden die Damen. 

Und auch die Einheit der Konkurrenten und der Papst als Integrationsfigur, die den Laden zusammen hält, wird positiv bepunktet. Aber schließlich, geben sie zu bedenken, ist die evangelische Kirche erst seit 500 Jahren »am Start«. Klar, dass die Mitbewerber einen unfairen Vorsprung haben!

Auf Vordermann bringen

In einem Sieben-Punkte-Business-Plan, der neben der ansprechenden »Location«, der Kirche, auch die passende Werbung beinhaltet, soll die evangelische Kirche auf Vordermann gebracht werden. Der Clou ist die »Church-Card«, deren Vorteile in der Platin-Variante gar zu verführerisch glitzern. Wenn, ja wenn da nicht dieser zudringliche Antrag beim garantierten wöchentlichen Kaffeekränzchen mit dem Pastor wäre: Ehrenamt – lautet das Schreckenswort, dass den treuen Gläubigen von der Höhen des Privilegs in die Niederungen der Kuchenback-Tretmühle stürzt. 

Die drei Damen von EOK punkten mit einem sehr abwechslungsreichen Auftritt mit viel Gesang, begleitet von einem herrlich altmodischen, aber umso funktionaleren und sehr originellen Drehörgelchen als Begleitung. Ein weiterer Clou ist die Präsentation der »Luther-Devotionalien«, mit denen der Markt im vergangen Jahr überschüttet wurde. Devotionalien? War da nicht was mit der Konkurrenz? 

Am Ende heißt es natürlich »Gleichstand im Sinne der Ökumene«.

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