Offenburg

Gottfried Wiedemer feiert heute seinen 75. Geburtstag

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 4 Minuten
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01. August 2016

Gottfried Wiedemer feiert heute seinen 75. Geburtstag. ©privat

Es zieht ihn hinaus in die Welt und doch immer wieder zurück nach Offenburg: Gottfried Wiedemer feiert heute seinen 75. Geburtstag in der Stadt. Auf Tour geht es aber auch, im Herbst wird er auf dem Jakobusweg gehen und dort seine bisher gelaufene Route fortsetzen.

Gottfried Wiedemer wird heute 75 Jahre alt. Bekannt ist der Offenburger Generationen von Schülern, denen er geschichtliche Zusammenhänge und die Literatur nahegebracht hat – 22 Jahre davon am Grimmelshausengymnasium in Offenburg, das er bis zum Abitur einst selbst besuchte. Er war Initiator des Schüleraustausches mit Olztyn. Und die Erwachsenen kennen ihn als Referenten, Chorsänger und Reiseleiter nach Spanien, Frankreich, Portugal und Italien. Insbesondere die gotischen Kathedralen in Frankreich und Spanien haben es ihm angetan; dorthin hat er viele Menschen geführt oder sie ihnen in Lichtbildvorträgen gezeigt. 

Die Vorträge zeigen auch den Jakobusweg, auf dem er selbst schon 1965 seine ersten Schritte ging. Bei ihm zu Hause segnet am Hauseingang ein Jakobus die Besucher. Der Jubilar selbst hat sie in den Stumpf einer abgeholzten Himalayazeder geschnitzt. »Ich habe sie nach der ältesten bekannten Statue gefertigt, die Jakobus mit der Pilgermuschel zeigt«, sagt er. Im Herbst will sich Wiedemer wieder aufmachen und den bereits gepilgerten 3300 Kilometern in Frankreich rund 300 weitere hinzufügen. Das ist dann seine Welt: »Es hält fit und hat einen spirituellen Gedanken«, sagt der frühere Ministrant.
Damals schon fielen ihm die lateinischen Gebete leicht, weshalb er nach der Knabenschule aufs »Grimmels«  wollte. Seine Liebe zu den romanischen Sprachen ist einem etwas seltsamen Umstand zuzuschreiben. In der elterlichen Gärtnerei mussten während des Zeiten Weltkriegs Franzosen als Zwangsarbeiter schuften. Einer stahl seinem Vater das Fahrrad und flüchtete um die Mittagszeit. Man ließ dem armen Kerl gewaltigen Vorsprung – erst abends, als er sich hätte melden müssen, teilte die Familie mit, er sei vor ungefähr einer Stunde verschwunden. 

Jahre später tauchte er bei den Wiedemers auf – inklusive Familie und schlechtem Gewissen wegen des gestohlenen Rads. »Diese Familie durfte ich dann besuchen«, so Wiedemer. Rasch festigten sich seine Sprachkenntnisse, Portugiesisch und Spanisch kamen hinzu, was den Reisegruppen auf den Peru-Fahrten zur Partnergemeinde der Dreifaltigkeitsgemeinde zugute kam.

In die Wiege gelegt wurde ihm auch seine Begeisterung für die Kunst und das Theater. Erste Rollen gab es bei den Krippenspielen in der Kirche, später folgten Rollen beim Schultheater, Sketche für bunte Abende oder Kostümierungen für Fasent. Mit dem Eintritt in den Schuldienst wechselte er dann in die Regie. Aber nicht ausschließlich: »Einmal sprang in für einen fehlenden Schüler ein, habe aber viel zu viel Text gesagt«, erzählt Wiedemer und lacht. Seine Schüler beschwerten sich, also ging er noch mal raus und stoppte dann an der richtigen Stelle, damit sie ihren Einsatz wieder fanden. »Als Lehrer muss man so manches zweimal sagen«, nahm er die Panne mit Humor.

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Fast schon nimmt es Wunder, dass der Studiosus, der gleich nach dem Abi freiwillige Baueinsätze in Belgien und Spanien abgeleistet hatte, eine Offenburgerin geheiratet hat. »Ich habe sie in Salzburg kennengelernt«, sagt der Jubilar. Seine Mutter hatte ihn gebeten, sie auf dem Ausflug des Kirchenchores zu begleiten. »Musik und Chorgesang begeisterten mich schon immer«, sagt der Jubilar, der nun im Kirchenchor singt und früher den Kammerchor, den Figuralchor und andere Projekte unterstützt hat. Also sagte er damals seiner Mutter zu – und verliebte sich in Adelheid Schulze.

Sofort entschieden

1970 wurde geheiratet, und bald schon hielten zwei kleine Mädchen das Paar auf Trab. Doch das war für Wiedemer kein Grund, seinen Traum vom Auslandsaufenthalt aufzugeben. Er unterrichtete damals in Bonn, wo er auch studiert hatte, und beantragte eine Versetzung an eine Deutsche Schule. »Es dauerte fünf Jahre und länger, bis man berücksichtigt wurde«, erinnert er sich, weshalb er bei der Behörde seine Spontanität betonte. Mittelmeerraum inklusive Ägypten gab er an, und kurze Zeit später kam ein Anruf in der zehn-Uhr-Pause. Lissabon – ja oder nein, lautete das Angebot. »Ich musste sofort zusagen und das zu Hause dann meiner Frau beibringen«, erinnert er sich. Fünf Jahre lebte die Familie, die um zwei weitere Töchter bereichert wurde, in Lissabon.

Während heute mit Nachbarn und Freunden gefeiert wird, kommen die vier Töchter mit ihren Ehemännern und den sechs Enkeln am Wochenende zur Familienfeier. Der Jubilar ist gespannt, was sie auf die Beine stellen: Die Schauspielerei liegt auch ihnen im Blut.

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