Ende der Serie

Gradlinig und entschlossen

Autor: 
Lucien Mutzig
Lesezeit 4 Minuten
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22. April 2021
Bürgermeister Hermann Löffler an seinem Schreibtisch in den 90ern.

Bürgermeister Hermann Löffler an seinem Schreibtisch in den 90ern. ©Christoph Spissinger

Ehrenbürger wird man nicht einfach nur so. Die meisten haben sich stark um ihre Gemeinde verdient gemacht. Wir schließen unsere Serie mit Hermann Löffler (1937 bis 2016).

Am 25. September 1996 wurde Bürgermeister Hermann Löffler nach 16-jähriger Amtszeit auf Mehrheitsbeschluss des Gemeinderates anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Pflöcke eingerammt

Gemeinderat Bruno Kühne hat bei der Verabschiedung viele Gründe genannt, warum Hermann Löffler zum Ehrenbürger der Gemeinde Hohberg ernannt wurde, obwohl er doch als Bürgermeister eigentlich nur seine Pflicht getan habe. „Löffler hat in der Gemeinde Pflöcke eingerammt, die den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur heute von Nutzen sein werden“, so Bruno Kühne in seiner Laudatio.

Stichwort Dorfentwicklung: Das Gesicht der Dorfkerne hat sich in allen drei Ortsteilen erheblich gewandelt. Diersburg gilt in ganz Baden-Württemberg als Musterbeispiel für eine gelungene Dorf-Sanierung. In Niederschopfheim wurde die breite Hauptstraße trotz heftiger Proteste wieder verengt und auch die Hofweierer Dorfstraße wurde ein Schmuckkästchen. Die Wohn- und Lebensqualität wurde so gesteigert. Um Zuschüsse hat sich hauptsächlich Bürgermeister Löffler gekümmert.

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Stichwort Baugebiete: Die Neubaugebiete Frauenmatt in Diersburg, Steinebühl und Fröschlach in Niederschopfheim und Brügelbündt in Hofweier wurden erschlossen. Das Gewerbegebiet Oberlohr in Niederschopfheim und Binzburgstraße in Hofweier wurden ebenfalls mit dem Gemeinderat geschaffen.

Stichwort Umweltschutz: Die Sanierung beziehungsweise Neuverlegung von Abwasserkanälen war vordringliches Anliegen. In Hofweier und Diersburg konnten deshalb fast alle Häuser an das Klärwerk angeschlossen werden. Das Begrünen von Wegsäumen, Gräben und Bachböschungen wurde persönlich überwacht. Das Solar-Projekt auf der Hohberghalle ist das persönliche Löffler-Projekt. Das Energiesparen war bei Löffler sprichwörtlich.

Stichwort Vereine und Sport: Neue Vereinsheime in Hofweier und Niederschopfheim entstanden und auch in Diersburg hat Löffler den Bau des Probelokals des Musikvereins noch angeschoben. Der Kunstrasenplatz in Diersburg und der Rasenplatz in Niederschopfheim wurden in seiner Regierungszeit angelegt. Die neue Sporthalle in Hofweier konnte errichtet werden und die Schulturnhalle wird zu einer Mehrzweckhalle umgebaut. Das alte, renovierungsbedürftige Schulhaus wurde zu Seniorenwohnungen und einer Seniorenbegegnungsstätte umgebaut.
Stichwort Feuerwehr: Für die Hohberger Feuerwehren konnten in allen drei Ortsteilen neue Feuerwehrhäuser errichtet und neue Feuer Löschfahrzeuge beschafft werden. Stichwort Kindergärten und Schulen: Der Kindergarten in Diersburg wurde erweitert und in Niederschopfheim der Sankt Brigitta Kindergarten neu gebaut Den Spatenstich für die neue Hofweier Grundschule konnte Löffler mit Rektor Hansert und Bürgermeister Jehle auch noch vollziehen.

Stichwort Wasserversorgung: Die Härtegrade des Hoberger Wassers konnten durch den Anschluss an das Offenburger Netz auf 10 Härtegrade gesenkt werden. Auch eine quantitative Wasserversorgung Diersburgs durch die Schaffung einer Verbindungsleitung zum Hochwasser Behälter Hohberg wurde sichergestellt. „Bei allen Maßnahmen, die nur in Auszügen genannt werden konnten, war Herrmann Löffler stets Lenker und Motor“, so Bruno Kühne.
Kühne zitierte auch aus der Astrologie, die den am 22. März geborenen Widder Löffler so beschreibt: „Zu den positiven Eigenschaften gehören Dynamik, Tatkraft, Mut und Entschlossenheit, Zielstrebigkeit, Geradlinigkeit, Offenheit, Selbständigkeit, Unternehmungslust, Ehrgeiz und Selbstsicherheit. Der Widder versucht Hemmnisse durch geballte Kraft und Einsatz zu beseitigen. Unterkriegen lassen sich die Widder auch durch Fehlschläge auf die Dauer nicht. Mit ihrer klaren Zielsetzung und ihrem bestimmenden Wesen können sie andere begeistern. Sie sind geborene Führernaturen. Die Widder sind auch praktisch veranlagt, stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen, können aber auch Idealisten sein, die sich selbstlos für andere einsetzen für Freunde ebenso wie für Fremde“.

„Dem ist nichts hinzuzufügen“, meinte Gemeinderat Kühne. Ich war Zeuge, als er sich auch für erwiesene Gegner, ja sogar für Feinde einsetzte. „Ich weiß, dass er sich über die Ernennung zum Ehrenbürger sehr gefreut hat“.

Text: Lucien Mutzig, Vorsitzender des Historischen Vereins, auf Grundlage der Würdigung von Bruno Kühne (†).

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