Offenburg

Großes Lob für junge Künstler

Autor: 
red/flo
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Juni 2017
Beim »Kunstcamp« in den Räumen der Kunstschule Offenburg konnten sich in der vergangenen Woche 25 junge Künstler kreativ ausprobieren.

Beim »Kunstcamp« in den Räumen der Kunstschule Offenburg konnten sich in der vergangenen Woche 25 junge Künstler kreativ ausprobieren. ©Kunstschule Offenburg

25 junge Leute aus ganz Baden-Württemberg im  Alter von 16 bis 23 Jahren sind in der letzten Ferienwoche dem Aufruf zu einem künstlerischen Treffen der besonderen Art gefolgt. Dort kamen die Teilnehmer auch mit Künstler in Kontakt, die inzwischen durch ihr Schaffen Geld verdienen.
 

amps« an der Kunstschule Offenburg waren in der zurückliegenden Woche einer Einladung der Kunstschule Offenburg, der Karl-Schlecht-Stiftung, der Landesarbeitsgemeinschaft der Kunstschulen von Baden-Württemberg und des Landes Baden-Württemberg gefolgt. Es ging darum, sich für fünf Tage mit Gleichgesinnten zu treffen, mit denen sie eine Leidenschaft für die Bildenden Künste teilen. Dieses Treffen jugendlicher Kunstpraktiker wird einmal jährlich von einer der Kunstschulen Baden-Württembergs ausgerichtet. 

Jede Kunstschule kann dazu einen oder zwei ihrer Teilnehmer auswählen. Neben einer ganztätigen Atelierwoche stehen auch Ausstellungsbesuche, Angebote für ein freies Kulturprogramm oder Exkursionen zum Kennenlernen der Region auf dem Programm.

»Inszenierte Körper«
In diesem Jahr hat die Kunstschule Offenburg das Konzept geschrieben und ihre Ateliers für die möglicherweise nächste Künstlergeneration geöffnet. Das vom Projektleiter Heinrich Bröckelmann entwickelte Wochenthema lautete »Inszenierte Körper«. Dazu konnten sich die Jugendlichen die Bereiche Fotografie, Skulptur und textile Objektkunst aussuchen, die unter der Leitung von jungen Künstlern standen, die selbst einmal Besucher der Kunstschule Offenburg waren und es geschafft haben, sich nach einem erfolgreichem Studium eine künstlerische Existenz aufzubauen.

So stand der Bereich Skulptur unter der Leitung des Bildhauers Künstlers Heiko Räpple, der nach seinem Vorstudium an der Kunstschule Offenburg sein Kunststudium an den Akademien Düsseldorf und Amsterdam absolvierte. 2011 zeigte der in  Oberkirch geborene Künstler in der Galerie des Kunstvereins Offenburg-Mittelbaden im Rahmen der Reihe »Debut« große Skulpturen und Objekte. Heute arbeitet der Ortenauer in Düsseldorf. 

- Anzeige -

»Man merkt doch rasch, dass die Camp Teilnehmer allesamt Kunstschulen in Baden-Württemberg besuchen – sie sind so eigenständig, dass sich meine Rolle sehr schnell, von einer Workshop leitenden Funktion in Richtung Prozessmoderation und Berater verschoben hat«, beschrieb Räpple die Arbeit in den Camp-Ateliers. »Das hatten wir drei Künstler so nicht erwartet, zumal die meisten Jugendlichen sich hier extra neue Kunstsparten ausgesucht haben«, ergänzte er. Viele von ihnen seien »brillante Zeichner und Maler«, die sich nun mit Material, Textilien, Digitalen Medien und der dritten Dimension »rumschlagen«.

Das bestätigen auch die freischaffende Fotografin Tanja Truöl aus Denzlingen und die Objektkünstlerin Dorothee Haller aus Straßburg, Beide leiteten zwei weiteren Ateliergruppen. Die Motivation und Kreativität der die Jugendlichen sei »phänomenal«. Täglich fast neun Stunden in den Künsten konzentriert zu sein, sei schon »sehr ungewöhnlich« – zumal die Teilnehmer des Kunstcamps abends durch das Begleitprogramm unterwegs waren, wie etwa zum Kunstbesuch in Strasbourg.

Das »Kunstcamp«, vor fünf Jahren von den Landesarbeitsgemeinschaften der Kunstschulen von Baden-Württemberg (LAG) ins Leben gerufen, soll auch einen Dialog zwischen Berufskünstlern und jungen Leuten eröffnen und künstlerische Experimentierfelder bieten, die von Individualität, Eigen-Sinn und Forscherdrang geprägt sind. 

HINWEIS: Weitere Informationen zum bevorstehenden Kunstcamp 2018  gibt die Kunstschule Offenburg unter www.kunstschule-offenburg.de. Infos finden sich auch bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Kunstschulen von Baden-Württemberg: www.jugendkunstschulen.de.

Hintergrund

Stimmen von Teilnehmern

Emma (16), die seit ihrem fünften Lebensjahr die Offenburger Kunstschule besucht, hatte bereits im vergangenen Jahr am Kunstcamp in Nürtingen teilgenommen. »Hier sind etliche, die mehrmals teilnehmen, so wie ich«, berichtete sie. Es sei »einfach toll, so zusammenzuarbeiten, neue Freundschaften zu schließen und vor allem, viel Zeit zu haben, etwas künstlerisch zu entwickeln«. Das sei in der Schule »überhaupt nicht denkbar«. Privat werde dieser Workshop sicher ihre Fotografie verbessern, »aber ich drücke mich aber doch weiterhin lieber grafisch oder über die Malerei aus, ich zeichne ja ziemlich viel, fast täglich«.  
Marlon (18), der aus Stuttgart kommt und dort eine Jugendkunstschule besucht, ist auch zum zweiten Mal dabei. »Es ist einfach genial, vier Tage dauerhaft ein Atelier nutzen zu können und Abend alles stehen und liegen lassen zu können, um am nächsten Tag da weiter zu machen, wo man aufgehört hat«, sagte er. 
Außerdem sei es toll, »wenn die Leute um einen herum genau so intensiv arbeiten, Ideen haben und sich nicht gleich zieren, wenn es mal darum geht rasch ein Bild zu zeichnen oder über Kunst zu sprechen«. 

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
  • 13.02.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
  • 04.02.2019
    Offenburg
    Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
  • 03.01.2019
    Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 1 Stunde
Offenburg
Das Liebesspiel eines jungen Paares nahm am Mittwochabend auf einem Offenburger Parkplatz ein jähes Ende – dabei ging es aber weniger um das Liebesspiel.
vor 5 Stunden
Steffens: Noch Luft in der Kommunikation
Er ist gelernter Zeitungsredakteur und derzeit für den Online-Auftritt der Burda-Zeitschrift »Das Haus« verantwortlich: Zum 1. Juni nimmt der neue Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Florian Würth (37), seine Tätigkeit auf. 
vor 5 Stunden
Sonderschau Narrenmasken läuft gut
Nach etwas zeitlichem Vorlauf und einigen Vorbereitungen über den Jahreswechsel hat das Schulmuseum Zell-Weierbach diesen Monat bereits eine ansehnliche Besucherresonanz erlebt. Jung und Alt erfreuten sich – passend zur »fünften Jahreszeit« – an der Sonderschau »Narrenmasken« und an der...
vor 8 Stunden
Vortrag im Technischen Ausschuss
»Bangemachen gilt nicht« – auch nicht angesichts des Klimawandels: Diese Kernbotschaft vermittelte der Forstwissenschaftler Ulrich Kohnle in seinem Vortrag vor dem Technischen Ausschuss. Er stellte den Kontext von Klimawandel und Forstbewirtschaftung dar.
vor 10 Stunden
Erika Hauswirth hat 40 Sportabzeichen
Die Sportabzeichen sind verteilt – und die Verantwortlichen des Turnvereins Hofweier zogen Bilanz.
Lisanne Knee (von links), Anna-Lena Walter und Mariella Osswald engagieren sich im Kinder- und Jugendbereich der Gemeinde. Das freut auch Pfarrer Gerald Koch.
vor 10 Stunden
Familien-Gottesdienst fand in Altenheim statt
Beim Familien-Gottesdienst in der Friedenskirche in Altenheim wurden drei engagierte Jugendliche vorgestellt, die nun im Kindergottesdienst-, Konfi- und Jungscharteam mitwirken. Thematisch ging es um den Frieden.
Manfred Rudolf aus Ichenheim wird heute 80 Jahre alt und kann sich über viele Gratulanten freuen.
vor 10 Stunden
Garten ist sein großes Hobby
Manfred Rudolf ist ein waschechter Ichenheimer, der noch immer in seinem Geburtsort lebt. Er ist Gründungs- und Ehrenmitglied der Riedwasseranglergemeinschaft. Am Donnerstag wird Manfred Rudolf, besser bekannt als »Polizei-Männel«, 80 Jahre alt.
vor 10 Stunden
12. Bildungskooperation am Bildungszentrum Zell
Seit Dienstag hat das Bildungszentrum Zell seine nunmehr zwölfte Bildungspartnerschaft. Die Schule schloss mit der Winkelwaldlinik Nordrach einen entsprechenden Vertrag, der letztlich beiden Seiten zugute kommen soll.
vor 17 Stunden
Lkw-Fahrer arbeiten mit Spiegeln
Bis Ende Mai soll die asphaltierte Zufahrt zur Erdaushubdeponie Niederschopfheim fertig sein – das erfuhr der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag- abend.
vor 19 Stunden
Kirchenchor als Schmuckstück
Der Zunsweierer Kirchenchor St. Sixtus blickte in seiner Generalversammlung auf ein sehr arbeitsreiches aber auch erfolgreiches Jahr zurück. Mit dem geistlichen Kirchenkonzert gelang es der Ketterer-Gruppe wieder gesangliche Maßstäbe zu setzen. Im kommenden Jahr steht die Werbung neuer Sängerinnen...
vor 19 Stunden
Mutige vor!
Wer macht mit beim Hans-Conrad-Gedächtnis-Scheeserennen am Fasnachtsdienstag? Aufgerufen sind alle Kinder und Erwachsenen, die Spaß an der Fasnacht haben und auch gerne Scheesen bauen. Es gibt viele Preise zu gewinnen. Anschließend ist Kindernachmittag und »Remmidemmi«. in der Reblandhalle.  
Großer Bahnhof: Neben den Vertretern von Schulleitung, Stadt und Planern gesellten sich auch einige Schüler beim Spatenstich auf das Bild.
vor 19 Stunden
Stadt investiert zehn Millionen Euro
Für insgesamt rund zehn Millionen Euro will die Stadt in den nächsten zwei Jahren das Schiller-Gymnasium ertüchtigen. Den offiziellen Baustart markierte gestern Vormittag ein Spatenstich auf dem Schulhof.