Schöne Aktion

"Guglhupf"-Wirt verköstigt Obdachlose an Heiligabend

Autor: 
Leoni Schmidt-Enke
Lesezeit 3 Minuten
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16. November 2018

©Ulrich Marx

Obdachlose und Bedürftige aus Offenburg können den Heiligabend im Restaurant »Zum alten Guglhupf« in der Metzgerstraße 7 verbringen. Pächter Halil Yildirim will ihnen ein kostenloses Weihnachtsfest bieten. Die Organisation des Abends mit Freiwilligen läuft bereits auf Facebook.
 

Kerzenschein und Plätzchenduft – das bedeutet Weihnachten für die meisten Menschen. Ein Abend, den man mit den Lieben gemeinsam erlebt, und zwar gemütlich im Warmen vor dem Tannenbaum. Leider ist Weihnachten nicht für alle so. Manche müssen es frierend auf der Straße oder im trostlosen Flüchtlingsheim verbringen. Halil Yildirim, Pächter des »Guglhupf«, will diesen Menschen eine Alternative bieten: Er lädt Obdachlose, Flüchtlingsfamilien und Bedürftige an Heiligabend in sein Restaurant ein. »Es bietet sich an, weil die Leute eben an diesem Tag allein sind. Wenn  hier aber 30 bis 40 Leute  sind, wirkt das wie eine Familie«, sagt der 32-Jährige.

Viele Helfer im Netz

Eigentlich wollte er seine Gaststätte an Heiligabend schließen, damit sein Personal nicht arbeiten muss. Für die Aktion sucht er jetzt nach Freiwilligen, die an Heiligabend nicht selbst familiär verpflichtet sind. »Es haben viele ihre Hilfe angeboten«, erzählt Yildirim. Schon kurz nachdem er sein Vorhaben auf Facebook gepostet hatte, waren schon viele Freiwillige dabei. Auf der Plattform Facebook ist Yildirim gut vernetzt: Er gründete vor drei Jahren die Gruppe »Spenden für unsere Kinder«, erschüttert von der materiellen Not vieler Geflüchteter. Zunächst nutzte er die Gruppe, um Spenden wie Kleidung und Hygienartikel für Flüchtlingsfamilien zu sammeln. Inzwischen dient sie eher als Plattform: Wer etwas braucht, aber knapp bei Kasse ist, postet eine Anfrage. Auch wer etwas zu spenden hat, kann das direkt posten. Gerade zu Weihnachten erfüllen die Gruppenmitglieder dort auch viele Geschenkwünsche. 

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»Ich feiere erst am ersten Weihnachtsfeiertag mit meinen Kindern, an Heiligabend nicht«, erklärt Yildirim. Der Familienvater betreibt den »Guglhupf« zwar erst seit September, kennt aber inzwischen schon einige Obdachlose in der Innenstadt. »Wir wollen sie jetzt ansprechen und dann kurzfristig noch mal erinnern«, so Yildirim. Auch bedürftige Familien, die an dem Angebot Interesse haben könnten, will er diese Woche selbst einladen. »Nur für die ist der Abend da«, stellt Yildirim klar. »Es wird keine zahlenden Gäste geben.« 

Fünf oder sechs Gerichte

An Heiligabend will er fünf oder sechs Gerichte anbieten, aus denen die Besucher wählen können. »Ich habe 5000 Euro für den Tag veranschlagt.« Über Paypal habe er von einigen Bekannten schon zusätzliche Spenden erhalten. Für alle Interessierten, die gern mithelfen würden, plant Yildirim ein Treffen Mitte Dezember. Über Facebook sind die Vorbereitungen schon im vollen Gange. »Die Aufgaben sind gut verteilt«, so lautet das Fazit des Guglhupf-Wirts.   

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