Die Fasent hat ihn schon früh fasziniert

Gunther Seckinger hört als Zunftmeister der Dingeli auf

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
08. November 2018
Gunther Seckinger gibt sein Amt als Zunftmeister der Dingeli-Spättle ab. Das Spättlehäs will er aber weiterhin tragen.

Gunther Seckinger gibt sein Amt als Zunftmeister der Dingeli-Spättle ab. Das Spättlehäs will er aber weiterhin tragen. ©Volker Gegg

Nach 25 Jahren im Vorstand der Ortenberger Dingeli-Spättle, davon 17 Jahre als Zunft- und Spättlemeister, tritt Gunther Seckinger bei den Wahlen in der Hauptversammlung am 11.11. nicht mehr an. Der Narr mit Herzblut und Leidenschaft bleibt aber der schwäbisch-alemannischen Fasnacht und seiner Zunft erhalten. 

25 Jahre im Führungsteam einer Narrenzunft sind für den 44 Jahre alten, zweifachen Familienvater Gunther Seckinger genug. Am kommenden Martini-Tag, Sonntag, 11. November, wird Seckinger bei den Vorstandswahlen nicht mehr als Zunft- und Spättlemeister der Narrenzunft Dingeli-Spättle kandidieren. »Ich werde auch kein anderes Amt annehmen, sondern nur noch als einfaches Spättle dabei sein«, sagt der hauptberufliche Ingenieur. 

Seit dem Jahr 2001 führte er die renommierte Mitgliedszunft des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) mit Herzblut und Leidenschaft. Zuvor agierte der gebürtige Ortenberger als Vize-Zunftmeister und Beisitzer im Vorstand der Zunft. Seit seinem 14. Lebensjahr ist Seckinger bereits bei den Dingeli-Spättle, seit seinem 16. Geburtstag aktives Mitglied der Zunft. »Meine Eltern waren keine Zunftmitglieder, machten aber in Ortenberg stets Fasent«, erzählt er. Seine Mutter habe ihn als Kind einmal zum Fasentfrühstück am »Schmutzigen« in die »Krone« mitgenommen. »Da hat es mich dann gepackt.« 

Weiter im VON aktiv

Karin Busam, eine Freundin der Mutter und Mitglied der »Ortenberger Hutschachteln«, hat Gunther Seckinger das erste Häs genäht und damit aus dem Jugendlichen einen richtigen Fasnachter gemacht. Seit 2012 vertritt Seckinger die 24 Mitgliedszünfte der Vogtei Ortenau im VON. »Und das werde ich auch weiter machen«, versichert Seckinger. Wie seine beiden Söhne ist auch Ehefrau Silvia bekennende Fasnachterin und aktive Hästrägerin bei den Dingeli-Spättle. 

Seckinger erinnert sich: »Ich wurde damals als junger Mann gewählt, um die Zunft mit neuen Ideen nach vorne zu bringen.« Dies hat er auch getan: Zwei große Zunftjubiläen, der 44. und der 50. Zunftgeburtstag, wurden unter seiner Ägide würdig und groß gefeiert. Das für Sommer 2019 geplante »Mittelalterliche Marktspektakulum« geht im nächsten Jahr bereits in seine siebte Runde. Und auch der zusammen mit der Freien Fasentgemeinschaft Montenegro initiierte Hermännle-Obend in den Ortenberger Gastronomiebetrieben hat schon überregional einen Kultstatus erlangt.

- Anzeige -

Besonders stolz ist Seckinger darauf, dass seine Zunft eine Kooperation mit der örtlichen Von-Berckholtz-Schule eingegangen ist und neben närrischen Schulstunden auch auf anderen Wegen aktiv versucht, dem Nachwuchs das heimische Fasnachtsbrauchtum näherzubringen. 

Schwierige Suche

»Nach 25 Jahren ist es jetzt für mich Zeit, den Weg frei zu machen für neue Ideen und Impulse«, begründet Seckinger den Entschluss, in seinem Verein künftig kürzer treten zu wollen. Ein geeigneter Kandidat für seine Nachfolge als Spättle- und Zunftmeister wurde schon gefunden, »aber ich sage nichts, erst muss er am Sonntag gewählt werden«, so Seckinger. 

Geeignete Leute für ein Führungsamt in einer Zunft zu bekommen, wird immer schwieriger, weiß Seckinger aus seinen Erfahrungen auch als Vogt der VON-Vogtei Ortenau. »Da heben Politiker stets das Ehrenamt als wichtiger Bestandteil einer gut funktionierenden Gesellschaft hervor, auf der anderen Seite wird es aber immer schwieriger, ein Ehrenamt auszuführen.« 

Seckinger erinnert sich an kein Jahr in seiner Amtszeit, in dem nicht eine neue Verordnung hinzugekommen ist. Das erstrecke sich vom Brandschutz über Hygienevorschriften bis aktuell zur Datenschutzgrundverordnung. »Wenn die Gemeinde nicht dahintersteht und zum Beispiel bei der Aufstellung von Sicherheitskonzepten hilft und finanziell nicht alles auf die Zünfte abwälzt, dann sieht es schlecht aus«, so Seckinger. 

Der scheidende Zunftmeister betont aber: »Gott sei Dank ist bei uns hier in Ortenberg noch alles im Lot und wir haben von der Gemeinde die Hilfe, die wir benötigen.« 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Der RMV Langhurst begeisterte Besucher seines Kirchenkonzerts
vor 55 Minuten
Mit 14 kleinen Musikstücken in einer guten Stunde verzauberte der RMV Langhurst sein zahlreiches Publikum in der Marienkirche. Ein Kirchenkonzert, wie geschaffen für einen Novemberabend.
Abteilung wehrt sich nach Kritik im Wahlkampf
vor 55 Minuten
Die harte Kritik im OB-Wahlkampf hat an der städtischen Abteilung Baurecht genagt, sieht man sich doch im Aufwind. Bei einem Presse­gespräch erklärten Bau­bürgermeister Oliver Martini, Fachbereichsleiter Daniel Ebneth und Baurechtsleiter Daniel Brugger gestern, weshalb es die Roten Punkte in...
Herbstgespräch der Offenburger Weinbaubetriebe
vor 1 Stunde
Ein denkwürdiger Weinjahrgang mit lachenden und nachdenklichen Gesichtern: Die Vertreter von sechs in Offenburg tätigen Weinbaubetrieben haben beim traditionellen Herbstgespräch im Hotel Sonne Bilanz über einen Weinjahrgang gezogen, der wohl in die Geschichte eingehen wird. Die Menge ist...
Ehrenamtliche geehrt
vor 2 Stunden
Was wäre Elgersweier ohne ehrenamtliches Engagement? Ortsvorsteher Kurt Augustin hatte engagierte Bürger zu einem Dankeschönfest auf sein Rathaus eingeladen.  
Grabenallee Ecke Zähringer Straße
vor 4 Stunden
Ein Lkw-Fahrer und ein Radfahrer sind am Montagnachmittag in der Grabenallee in Offenburg kollidiert. Der 33-jährige Radfahrer erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen und starb. Es war nicht das erste Mal, dass ein Mensch an dieser Stelle sein Leben verlor. Eine Verkehrsführungsänderung...
Narrenvereinigung VSAN
vor 6 Stunden
Rudi Maurer aus Gengenbach wird Nachfolger von Klaus Hansert (Ohlsbach) als Vertreter der Landschaft Schwarzwald in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Das wurde auf der Mitgliederversammlung der Gengenbacher Narrenzunft am Sonntagabend mitgeteilt.
Sparsamer Umgang mit Wasser
vor 9 Stunden
Vorbildlich: Bei der Jahresübung trug die Durbacher Wehr der derzeitigen Wasserknappheit Rechnung. Die Wehrleute probten am Samstag den Ernstfall beim Winzerhof Wörner. Gleich drei Übungsszenarien wurden dabei durchgespielt. Der neue Schlauchwagen wurde erstmals eingesetzt.  
Bislang wurden dieses Jahr 438 Bäume gefällt, zu ihnen gehören auch die drei großen Platanen, die im April im Vinzentiusgarten weichen mussten.
Offenburg
vor 12 Stunden
Die extreme Trockenheit des Sommers setzt den Bäumen in Offenburg zu. Auch Krankheiten sorgen für einen höheren Pflegebedarf und damit für steigende Kosten, teilen die TBO in einem Bericht mit. Dieses Jahr wurden bisher 438 Bäume gefällt. Dem stehen 323 Neupflanzungen gegenüber.
Seniorennachmittag in Müllen
vor 15 Stunden
Der Seniorennachmittag der Seelsorgeeinheit Ichenheim, Schutterwald und Hofweier war für die rüstigen Damen und Herren eine willkommene Abwechslung. Neben netten Gesprächen wurden sie bei Kaffee und Kuchen mit einem tollen Programm bestens unterhalten.
Durbach
vor 17 Stunden
Das Durbacher Freibad profitierte vom heißen Sommer. 32.115 Badegäste wurden während der diesjährigen Saison gezählt. Nur 2003 kamen noch mehr Besucher ins Freibad.
Es gab zahlreiche Geburtstagsständchen
vor 17 Stunden
Mit einem grandiosen Guggerfest in der Abtsberghalle feierten am Samstag die Zell-Weierbacher »Schrottpäperer« ihr 33-jähriges Bestehen. Um Mitternacht wurde mit dem Auftritt der Gastgeber und Geburtstagskinder zudem die Fasnachtskampagne 2019 eingeläutet.
90 Jahre "Frohsinn" Reichenbach
vor 17 Stunden
Mit seinem neuen Dirigenten Benny Enderle feierte der Gesangverein »Frohsinn Reichenbach 1928« am Samstagabend sein viel umjubeltes Festkonzert in der Schlosswaldhalle Berghaupten.