Wirt Halil Yildirim bietet mittags eine warme Mahlzeit an

Im »Guglhupf« bekommen Obdachlose täglich kostenlos Suppe

Autor: 
Ines Schwendemann
Lesezeit 3 Minuten
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23. Februar 2019

Halil Yildirim schenkt Obdachlosen jeden Mittag in seinem Restaurant kostenlos Suppe aus. ©Ines Schwendemann

Im Restaurant »Zum Alten Guglhupf« in der Metzgerstraße in Offenburg gibt es seit etwa drei Wochen kostenlos Suppe für Obdachlose. Jeden Mittag zwischen 12 und 15 Uhr kann die Suppe mit eigenen Bechern oder Gefäßen abgeholt werden.  

Seit etwa drei Wochen läuft das neueste Projekt von Halil Yildirim, dem Pächter des »Guglhupf« in der Metzgerstraße in Offenburg. Jeden Mittag zwischen 12 und 15 Uhr können Obdachlose kostenfrei Suppe mitnehmen. Dafür müssen sie nur einen eigenen Becher oder ein Gefäß mitbringen. »Die Obdachlosen können direkt an die Bar kommen. Meistens kommen sie mit Thermoskannen, und die füllen wir dann auf«, erzählt Yildirim. 

Es ist nicht sein erstes soziales Projekt: Erst an Heiligabend hatte er Aufmerksamkeit erregt, als er im »Guglhupf« ein Weihnachtsessen für Obdachlose veranstaltete. »Durch die Aktion haben ich und mein Team viel mit den Obdachlosen gesprochen«, sagt Yildirim. Und so sei er auf die Idee mit der Suppenküche gekommen: »Die Suppe tut uns nicht weh.« Jeden Tag gäbe es, wie auch für die regulären Gäste des Restaurants, drei Suppen zur Auswahl. »Wir wechseln dann jede Woche die Suppensorten«, sagt der »Guglhupf«-Wirt. 

Obdachlose sind dankbar

Zwischen zehn und zwanzig Obdachlose, meist Männer, würden das Angebot des »Guglhupf« annehmen. »Und sie sind wirklich sehr dankbar«, freut sich Yildirim. Die Obdachlosen hätten mit dieser Geste nicht gerechnet. Viele kämen jeden Tag und würden sich dann auch oft bedanken. »Das wird mir fast etwas zu viel«, erklärt er. »Sie sagen oft, dass sie so üblicherweise nicht empfangen werden«, sagt Yildirim. Manch einer nehme auch drei oder vier Portionen in seiner Thermoskanne mit. »Das reicht dann für den ganzen Tag und bleibt schön warm.« 

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Er versuche derzeit Thermoskannen aus Restposten zu kaufen, da nicht jeder Obdachlose so ein Gefäß besitze. »Thermoskannen sind ganz schön teuer«, erklärt er. 
Auf die Aktion aufmerksam gemacht hätten er und sein Team vor allem mit einer  großen Tafel, die vor dem Restaurant steht. »Das meiste läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda«, sagt Yildirim. Aber auch über Facebook habe man auf die Aktion hingewiesen. Die wenigsten Obdachlosen besäßen zwar ein Handy, aber es gäbe auch Heime und Betreuer, die so von der Suppenküche erfahren könnten. 

Auch die Gäste des Restaurants äußern sich laut Yildirim positiv zur Aktion. »Manche wollen uns auch Spenden zustecken, aber das lehnen wir dann ab«, erklärt der Wirt. Auch ein Angebot, die Zutaten für eine Suppe beizusteuern, hat er abgelehnt: »Das geht nicht. Ich muss schließlich nachweisen, woher ich meine Zutaten habe.«

Inspiration für andere 

Nun hofft der Wirt des »Guglhupf«, dass seine Aktion auch andere inspiriert. »Vielleicht bieten auch andere Gas­trobetriebe etwas für Obdachlose an.« 

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