Neuried - Ichenheim

Hamlet – etwas anders gespielt

Autor: 
Hans Weide
Lesezeit 3 Minuten
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14. Januar 2020

Drei brillante Schauspieler, die in 17 Rollen schlüpfen: Bernd Lafrenz, Christine Kallfaß und Olaf Creutzburg. ©Hans Weide

Mit der Satire „Hamlet stirbt … und geht danach Spaghetti essen“ gastierte die Freiburger Theater Companie im Löwen in Ichenheim.

Schon der Titel des Stücks „“Hamlet stirbt….  und geht danach Spaghetti essen“ lässt erahnen, dass es sich dabei nicht um eine klassische Aufführung des weltbekannten Werks von Shakespeare handelt. Mit der turbulenten Komödie von Jürgen Eick, Martin Maier-Bode und Jens Neutag und den großartigen Schauspielern der Freiburger Theater Companie kamen die Zuschauer – und das waren nicht wenige – voll auf ihre Kosten. 

Roter Faden

Obwohl der berühmte Hamletmonolog „Sein oder nicht sein“ wie ein roter Faden durch die gesamte Aufführung geht, haben Sinn und Inhalt nichts mit Shakespeare gemeinsam. Hamlet musste in diesem Fall für ein völlig anderes Thema herhalten. Ob es dem Autor gefallen hätte, weiß man nicht, aber seine Komödien, unter anderem „Viel Lärm um nichts“ oder „Der Widerspenstigen Zähmung“ lassen vermuten, dass er auch Spaß daran gehabt hätte – wie das Publikum im Löwen. 

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Worum geht es in diesem Stück? Man kann es damit erklären, dass Theater über das Theater gespielt wird, das heißt, das Drehbuch vermittelte einen Eindruck vom Theaterleben. In diesem Zusammenhang werfen die Autoren an Hand einer fiktiven Generalprobe nicht nur einen Blick auf, sondern auch hinter die Bühne und sogar in den Zuschauerraum. Dabei stellt sich heraus, dass alle Beteiligten, angefangen vom Intendanten, dem Regisseur, dem Vorsitzenden des veranstaltenden Kulturvereins, dem Hauptdarsteller, bis hin zur Wirtin der Theaterkantine und einem für die Sicherheit zuständigen  Feuerwehrmann, besondere eigenwillige Charaktere sind, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Befindlichkeiten, Künstlereitelkeiten, Wichtigtuerei, Spießigkeit und Geltungsbedürfnis spielen eine Rolle. 

Sicherlich in dieser Konzentration in Wirklichkeit nicht anzutreffen, aber in dem genannten Personenkreis sind viele Individualisten anzutreffen, in Satire steckt immer ein  Körnchen Wahrheit.
Das Einzigartige und Originelle an der Inszenierung der Freiburger Theatercompanie ist die Besetzung der 17 Rollen mit nur drei Schauspielern. Bernd Lafrenz, Christine Kallfaß und Olaf Creutzburg haben es verstanden, die Figuren so darzustellen, dass sie die im Drehbuch konträr angelegten Rollen, mit den urkomischen Szenen sowie dem hintergründigen Humor wunderbar umgesetzt wurden. Das Ergebnis waren ständige Lachsalven im Publikum.

Dazu gehörten der Streit zwischen Intendanten und Regisseur, der wütende Vorsitzende des Kulturvereins, der jedoch, wie sich herausstellt, keine Ahnung vom Theater hat, die mit Streik drohende Kantinenwirtin, der einfältige Feuerwehrmann, der die Aufführung untersagen lassen will, aber auch ein leidenschaftlicher Tango. Einen Höhepunkt bildete die Darstellung der Dinge aus der Sicht der Interpreten in allen gebräuchlichen deutschen Dialekten. Am Ende geht die Geschichte gut aus, denn trotz aller Aufregungen und Streitigkeiten wird das Ensemble zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen.    

Im Übrigen blieb Hamlet nicht ganz außen vor, denn Bernd Lafrenz und Olaf Creutzburg trugen jeweils den bekannten Monolog Hamlets aus dem dritten Akt „Sein oder nicht sein“ vollständig, aber mit ihrer jeweils besonderen Betonung vor. Allerdings half das Publikum etwas nach, weil dem von Lafrenz gespielten Hamlet das Wort „sein“ entglitten war.  

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