Offenburg

Hannelore Fäßler-Kern wird 90 Jahre alt 

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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21. Juli 2016
Ihr Motto »Was du ererbst von deinen Vätern, das erhalte und vermehre du« und die Bilder ihrer Mutter, ihres Ehemannes und ihres Vaters hängen hinter dem Schreibtisch von Hannelore Fäßler-Kern.

Ihr Motto »Was du ererbst von deinen Vätern, das erhalte und vermehre du« und die Bilder ihrer Mutter, ihres Ehemannes und ihres Vaters hängen hinter dem Schreibtisch von Hannelore Fäßler-Kern. ©Regina Heilig

Sie ist eine Geschäftsfrau vom alten Schlag, der Werte sehr wichtig sind: Am heutigen Donnerstag feiert Hannelore Fäßler-Kern ihren 90. Geburtstag – und wenn alles so läuft wie geplant, wird sie auch in zehn Jahren noch jeden Tag am Schreibtisch sitzen.

Hannelore Fäßler wurde am 21. Juli 1926 als Jüngste von drei Töchtern in dem Haus geboren, in dem heute noch ihr Arbeitsplatz steht. Und dieses Haus kann in mehrfacher Hinsicht als Symbol für die Verpflichtung gelten, die die Jubilarin als Motto ihres Lebens wählte: »Was du ererbst von deinen Vätern, das erhalte und vermehre du«, steht frei nach Goethe an der Wand hinter ihrem Schreibtisch. 

Das Haus liegt an der Nikolaus-Fäßler-Straße, die nach dem Großvater von Hannelore Fäßler-Kern benannt ist – und es ist aus den Ziegelsteinen erreichtet, welche das Ziegelwerk Fäßler bis 1978 herstellte, als ein Brand die Produktion zerstörte. »Sie sind doch durch ihren Mann gut versorgt«, wunderte sich ein Verwaltungsrichter, der über die entsprechende Genehmigung zu befinden hatte, warum die Geschäftsführerin so vehement für den Wiederaufbau kämpfte. Auch diesem erwiderte sie, dass das von Großvater und Vater erarbeitete Gut um keinen Preis in ihrer Ägide untergehen dürfe.

Das Einstehen für die Firma zieht sich wie ein roter Faden durch die Lebensgeschichte der Jubilarin, die kurz nach dem Krieg in Calw als einzige Frau weit und breit das Diplom als Kaufmann (erst viel später bürgerte sich der Begriff Kauffrau ein) gemacht hatte. 

»Bester Mann der Welt«
Als Hannelore Fäßler nämlich am 7. Juni 1947 »den besten Mann der Welt«, den Seifenfabrikanten Carl Kern, heiratete, war die Firma von den Franzosen beschlagnahmt. Sie könne sich zur Hochzeit etwas wünschen, versprach der Militärgouverneur, der wohl in der Nachkriegszeit kostbare Konsumgüter im Sinn hatte. Da kannte er die junge Hannelore aber schlecht: »Geben Sie meinem Vater seine Arbeiter zurück, die im Ihlenfeld eingesperrt sind!«, war ihr Wunsch. Versprochen war versprochen: Noch im Brautkleid tippte Hannelore Fäßler-Kern die Liste – und zwei Tage später waren die Arbeiter frei und konnten die Produktion wieder aufnehmen.

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Sie sei »auch im einundsiebzigsten Berufsjahr ein glücklicher und zufriedener Mensch«, lacht Hannelore Fäßler-Kern, die überzeugt ist, dass im Leben viel von Willen und Leistungsbereitschaft abhängt: »Wenn man die Arbeit nicht liebt und sich nicht hineinkniet, dann wird man nicht erfolgreich.« Bange machen gilt für sie nicht: »Es gibt überall mal Regenwetter, aber man muss durchhalten!« So hielt sie es auch, als nach gewonnenem jahrelangem Kampf um den Wiederaufbau die Kunden weg waren und die Firma auf Vermietung umsattelte. Diese betreibt sie seit fast 40 Jahren erfolgreich – und hat auch hier nicht vergessen, zu »mehren« und weitere Objekte dazu zu nehmen.

»Nicht, bevor ich 100 bin«
Vier Kinder wurden Hannelore und Carl Kern geboren. Inzwischen hat sie drei Enkelinnen und einen Enkel – und sieben Urenkelinnen und drei Urenkel. Dass ihr geliebter Mann im Jahr 1977 starb, war der schwerste Schlag für Hannelore Fäßler-Kern. Er war es, der sie, den nahen Tod ahnend, drängte, bei den nur ein Jahr zuvor gegründeten Soroptimistinnen einzutreten. »Ich sollte auch am Wochenende keine Zeit zum Grübeln haben.« 

Unter der Woche hält die Arbeit die Jubilarin auf Trab, und zwar bis heute. »Es geht halt mit 90 nicht mehr so schnell, da muss ich eben ein bisschen länger bleiben«, ist ihre humorvolle Begründung für Arbeitstage zwischen acht und zehn Stunden. 

Und bei aller Energie kann sie sich doch theoretisch vorstellen, aufzuhören: »Aber nicht, bevor ich 100 bin!«

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