Offenburg

Haus und Grund hat über Fernwärme in Offenburg informiert

Redaktion
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08. Dezember 2023
Bei der Hauptversammlung von Haus und Grund wurde angeregt über das Thema Heizen diskutiert.

Bei der Hauptversammlung von Haus und Grund wurde angeregt über das Thema Heizen diskutiert. ©Haus & Grund Offenburg

Ob die Fernwärme eine Alternative für Offenburg ist, darüber referierte Martin Wenz in der Hauptversammlung von Haus und Grund. Außerdem nannte er die empfehlenswertesten Energiequellen.

Über das Thema Heizen informierte Haus und Grund Offenburg in seiner Hauptversammlung. Vorsitzender Rainer Lusch und Geschäftsführer Thomas Voigt führten durch den Abend, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Hauptthema war der Vortrag von Martin Wenz, Geschäftsführer E-Werk Mittelbaden im Bereich Erzeugung und Finanzen, der den Titel „Vorteile der Fernwärme für Offenburg“ trug.

Zunächst habe Wenz über die Vorteile der Fernwärme informiert. Das seien insbesondere die hohe Effizienz bis zu 90 Prozent, außerdem die Entlastung des Hauseigentümers von eigenem Heizungseinbau (keine Anschaffung, keine Wartung) inklusive dadurch sich ergebenden Raumgewinn sowie die Nutzung sonst sinnlos abgehender industrieller Abwärme. So wie jetzt neu im Burda Druckzentrum am Bahnhof, von wo aus 1000 Wohneinheiten versorgt werden könnten. Nicht zuletzt sei auch die Stabilisierung des Stromnetzes von Vorteil.

Viele Baumaßnahmen

Dem stünden auch Nachteile gegenüber. Unter anderem seien das hohe Anfangsinvestitionen, zeitraubender Aufbau des Fernwärme-Netzes mit lang anhaltenden Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenraum – was nach Worten des Referenten in Offenburg gut laufe – sowie die Notwendigkeit einer hohen Anschlussdichte. Einen Abnehmer- und Benu­t­zerzwang sehe aber das Gebäudeenergiegesetz (GEG), umgänglich auch als „Heizgesetz“ bezeichnet, nicht vor. Dem E-Werk, das in der Wasser-Versorgung-Offenburg (WVO) zusammen mit der Stadt für die Fernwärme verantwortlich ist, seien freiwillige Kunden ohnehin lieber.

Keiner, auch im Fernwärmebereich, brauche Angst zu haben, zum Anschluss gezwungen zu werden, so der Referent. Eine klare Absage habe Wenz dem Thema „Wasserstoff in Einzelhäusern“ erteilt. Zum einen sei Wasserstoff deutlich gefährlicher als Gas, zum anderen stehe in Offenburg für 2035 der Beginn der Wasserstoffversorgung an – leider aber zu 100 Prozent aus französischer Belieferung, was abhängig mache.

Königsdisziplin Dämmung

Um den regenerativen Anteil von 65 Prozent erfüllen zu können, empfiehlt Wenz eher Photovoltaik und Solar oder Wärmepumpe, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Königsdisziplin aller Energiewende sei aber die energetische Sanierung, also die Dämmung.

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Um das Thema regenerativer Anteil, was auch ein Vorteil der Fernwärme sei, brauche sich bei Fernwärmenutzung der einzelne Endkunde nicht kümmern. Fernwärme stelle insoweit eine Erfüllungsoption dar. Dies sei dann Problem und Aufgabe des Fernwärmeversorgers.

Bezüglich des Gebäudeenergiegesetzes versicherte Wenz in seinem Vortrag, dass jetzt keiner gezwungen werde, seine funktionstüchtige Gas- oder Ölheizung auszutauschen, und zwar mit einer Übergangszeit von rund zwei Jahrzehnten, genauer bis 2045. Wenn diese hingegen kaputtgehe, dann käme die neue Technik zum Zuge. Damit sei ein gesunder Bestandsschutz gegeben. In Neubaugebieten müsse diese neue Technik natürlich von vorneherein eingebaut werden. Im Prinzip nicht mehr und nicht weniger sage das GEG, und das sei eine vernünftige Regelung.

Wärmeplanung bis Silvester

Baden-Württemberg habe seine Kommunen verpflichtet, bis zum 31. Dezember eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Daraus werde für jedes Gebäude ersichtlich, ob Fernwärme oder Wärmepumpe vorgesehen ist und ab wann.

Diese Wärmeplanung soll in Offenburg noch vor Weihnachten erstellt sein. Schon jetzt zeichne sich ab, dass Fernwärme eher im städtischen Bereich mit dichter Bebauung ausgewiesen wird, hingegen wohl kaum in den Ortsteilen mit dort vorherrschender Einzelhausbebauung. Erst später entscheide die Stadt, ob und wann sie diese als Satzung beschließt, so Wenz.

Der 45-minütige Vortrag habe in einer angeregten Diskussion und Fragerunde gemündet. Weitere Fragen zum Thema Fernwärme sollen am 16. Januar 2024 in einer öffentlichen Info-Veranstaltung in der Reithalle Offenburg beantwortet werden.

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