Gut besuchte Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche

Heimspiel für den Papstvertrauten Georg Gänswein in Offenburg

Autor: 
Barbara Puppe
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23. Juli 2021
Beim Auszug aus der Kirche nach der Messe: Dekan Matthias Bürkle (von rechts), Erzbischof Georg Gänswein und die Konzelebranten.

Beim Auszug aus der Kirche nach der Messe: Dekan Matthias Bürkle (von rechts), Erzbischof Georg Gänswein und die Konzelebranten. ©Barbara Puppe

Kurienerzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., ­zelebrierte bei seinem Besuch in Offenburg auch eine Messe in der Heilig- Kreuz-Kirche.

Zum festlichen „Halleluja“ mit Kirchenmusikerin Eva Peichl an der Orgel und ihrer Schola zog der prominente Besucher in die Heilig-Kreuz-Kirche ein und brachte mit seiner engen Verbundenheit mit Papst Benedikt, dem Nachfolger des Heiligen Petrus, ein Stück Weltkirche nach Offenburg, wie Dekan Matthias Bürkle den Gottesdienst eröffnete. Er habe sich sehr gefreut, dass Erzbischof Gänswein sich bereit erklärt habe, in der Offenburger Mutterkirche die Messfeier zu zelebrieren. Bereits als junger Diakon habe er Gänswein kennengelernt und ihn häufig bei Besuchen in Rom getroffen.

„Wir dürften die Erfahrung machen, dass wir zu einer großen individuellen Gemeinschaft des Glaubens gehören“, begrüßte er den Gast aus dem Vatikan sowie die Besucher, die aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen waren. Dazu gehörten auch der Offenburger Ehrenbürger und Verleger Hubert Burda und sein Sohn Jacob Burda, denn auf Einladung der Familie Burda weilte Erzbischof Gänswein in Offenburg.

Der gebürtige Schwarzwälder – er stammt aus Riedern am Wald – kommt gern im Sommer auf Familienbesuch in die alte Heimat. Für den Papstvertrauten war der Besuch in der Ortenau ein Heimspiel, schließlich trat er seine erste Kaplansstelle nach dem Theologiestudium in Freiburg 1984 in Oberkirch an, wo er zwei Jahre blieb. Es folgte eine beeindruckende Karriere: 1994 macht ihn der damalige Freiburger Erzbischof Oskar Saier­ zu seinem persönlichen Referenten und zum Domvikar, nach zwei Jahren wechselte er in den Vatikan zur Sakramentenkongregation und ein Jahr später in die Glaubenskongregation. Er dozierte Kirchenrecht an der Opus-Dei-Universität und wurde persönlicher Sekretär von Kardinal Ratzinger, und nach dessen Wahl zum Oberhaupt der Katholiken schließlich Papstsekretär und Präfekt des päpstlichen Hauses. In dieser Funktion beurlaubte ihn Papst Franziskus im Februar 2020. Gänswein blieb jedoch weiterhin Privatsekretär Benedikts XVI.

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Im Mittelpunkt der kirchlichen Feier mit dem Erzbischof stand die Tagesheilige Maria Magdalena, die Jüngerin, die als erste den Auferstandenen Jesus gesehen hat, wie auch das Johannesevangelium berichtet. Danach ist sie am ersten Tag der Woche zum Grab gegangen, um dem Gekreuzigten einen letzten Dienst zu erweisen, fand es aber leer vor. Während sie noch weinte erblickte sie Jesus, erkannte ihn jedoch erst, als er sie beim Namen rief. Nur wenige Frauen­gestalten aus dem Evangelium seien mit ihrem vollen Namen bekannt, erläuterte Gänswein in seiner Predigt.

Eine starke Frau

Neben Maria, der Mutter Jesu, sei Maria von Magdala die bekannteste Frau im Neuen Testament. Nicht zuletzt auf dem Feld der Legenden habe sie zahlreiche Spuren hinterlassen, sie sei Raum für alles, was Phantasie oder Sehnsucht hergeben: Starke Frau, emanzipierte Jüngerin und Gefährtin Jesu, sogar eine Dame mit zweifelhaftem Ruf, die sich zur Keuschheit bekehrte.

Nicht daran solle man sich jedoch orientieren, was die Legenden aus ihr gemacht haben, sondern an den Berichten der Evangelien. Die Begegnung mit dem Auferstandenen habe ihr Leben geändert, sie wurde Teil einer Gemeinschaft, die sich um Jesus Christus geschart hat. Zur Apostelin der Apostel habe sie nicht die Legende gemacht, sondern der Evangelist Johannes. Die „Frau der ersten Stunde“ müsse gemessen werden an dem, was sie sagt: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Sie habe das erste große Glaubensbekenntnis gesprochen, das Bekenntnis zum Auferstandenen. Deshalb sei diese biblische Frau ein Vorbild für Christen. „Aus der Beziehung zu ihm erhalten wir verwandelnde Kraft“, sagte der Erzbischof, „das verdanken wir zuallererst dieser Frau“.

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