Besuch ist immer willkommen

Helene Bötzel aus Bohlsbach feiert ihren 104. Geburtstag

Von Anton H. Lüdeke
Lesezeit 3 Minuten
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23. Februar 2024
Noch immer zeichnet sie ein wacher Blick aus: Helene Bötzel, von allen liebevoll Tante Lenchen genannt, feiert heute ihren 104. Geburtstag. 

Noch immer zeichnet sie ein wacher Blick aus: Helene Bötzel, von allen liebevoll Tante Lenchen genannt, feiert heute ihren 104. Geburtstag.  ©Heidrun Biermann

Die Bohlsbacherin Helene Bötzel, von allen "Tante Lenchen" genannt, wird am Freitag 104 Jahre alt. In ihrem langen Leben hat sie viele Erfahrungen gemacht. Ihre Nichte kümmert sich liebevoll um sie.

Eine Dame, wie aus Granit gemeißelt. 1920 am 23. Februar in der Nähe von Breslau geboren, hat Helene Bötzel so ziemlich alles überstanden und weggesteckt, was in den vergangenen 104 Jahren in ihrem Leben passiert ist. Ein Krieg, nach welchem ihre Familie von den tschechischen Besatzungstruppen aus ihrer Heimat vertrieben wurde, der Tod ihrer beider Lebensgefährten, ein Schlaganfall 2013 und im hohen Alter eine globale Pandemie. Dies alles hat ihr Lächeln nicht geschwächt.

Überaus tüchtig und bewandert ist sie auch: Im Isergebirge, wo sie mit ihrer Familie hinzog und ihr Vater eine Kutschenbau-Firma gründete, erlernte sie den Beruf der Schneiderin. Noch nicht zufrieden beschäftigte sie sich auch als Stenotypistin bei der Wirtschaftskammer und während des Krieges als Arztsekretärin. Nach ihrer Flucht ins Thüringer Land zog es sie bis nach Berlin, wo sie lange als technische Sachbearbeiterin tätig war. Dort traf sie auch ihren letzten Mann Karl, mit dem sie sehr oft auf Reisen, auch außerhalb Europas, gegangen ist. Die Abwechslung, Sport und frische Luft, sollen das Geheimnis ihres hohen Alters sein. Bis vor einem Jahr trug sie sogar noch Schuhe mit hohem Absatz.

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An ihrem Ehrentag, ihrem 104. Geburtstag, wird „Tante Lenchen“ von ihrer treuen Nichte Heidrun Biermann und ihrem Mann Karl Friedrich Biermann im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bohlsbach besucht. Die beiden haben sich seit ihrem Umzug nach Offenburg immer rührend um sie gekümmert. Für eine Fahrt in ihr Lieblingslokal, die „Ludinmühle“ in Freiamt, ist leider nicht mehr genug Kraft übrig (auch ein persönlicher Besuch des OT beim Pflegedienst wäre zu kompliziert gewesen).

„Mittlerweile hört Tante Lenchen nicht mehr so gut wie vorher, also muss man sich beim Reden ein wenig vorbeugen. Ein bisschen vergesslich ist sie auch geworden, was aber in ihrem ehrwürdigen Alter kein Wunder ist“, erzählt Heid­run Biermann. „Worüber sie sich am meisten freut ist Besuch ganz allgemein.“ Leider sei im Seniorenwohnheim gerade wenig Personal, deshalb fühle sie sich oft einsam.

Appell: Mehr Besucher

„Es wäre doch so schön, wenn man es einrichten könnte, dass ein paar Mal die Woche jemand bei ihr vorbeischaut, um ein bisschen zu plaudern.“ Gerade junge Leuten, die vielleicht wenig zu tun haben, könnten sich als Freiwillige anbieten. „Tante Lenchen hat zwar ihren Fernseher und ich und mein Mann Karl kommen auch oft vorbei, wir haben aber selbst viel zu tun und würden es wunderbar finden, wenn wir wüssten, dass sie und die anderen Herren und Damen im Pflegeheim öfter Besuch bekommen.“

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