Hilfe für die Flutopfer

Helfen? Wir machen was

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04. August 2021
Sie helfen gerne (von links): Jonas auf dem Arm von Annette Echtle, Wolfgang Echtle, Jasmin Plack, Hubert Kuderer und Niklas Plack.

Sie helfen gerne (von links): Jonas auf dem Arm von Annette Echtle, Wolfgang Echtle, Jasmin Plack, Hubert Kuderer und Niklas Plack. ©Klaus Krüger

Privater Hilfstransport von Dundenheim aus in den Westen Deutschlands, wo die Flut wütete. Der erste Transport geht Ende August los. Viele Kinder spendeten die Hälfte ihre Spielzeugs.

Alles begann mit zehn Euro. Die spendete Annette Echtle aus Dundenheim für die Flutopfer im Westen Deutschlands. Jetzt macht sie mehr – und organisiert ihren eigenen Hilfstransport in das Katastrophengebiet, zusammen mit anderen tatkräftigen Helfen. Viele haben ihren Jahresurlaub für Spenden sammeln geopfert. Der Transport soll am letzten Augustwochenende starten.

Zehn Euro

Die Geschichte mit den zehn Euro war der Startschuss. „Das ist nicht viel“, sagt die Dundenheimerin, aber wenn 80 Millionen Deutsche 10 Euro spenden würden, wären das immerhin 800 Millionen Euro. Viel wichtiger aber war, dass Annette Echtle kurz nach der Spende hörte, dass einiges Spendengeld nicht ankommt, wo es gebracht wird. Da stand ihr Entschluss fest: „Wir machen was.“ Sie hängte Aufrufe in Volksbank, Sparkasse, bei Penny, postete in ihrer Facebook-Gruppe und bei ebay-Kleinanzeigen. Jasmin Plack war sofort mit von der Partie. Auf Facebook und anderswo versichern die Initiatoren, dass die Spenden ankommen werden: „Dafür sorgen wir persönlich“.
Mit von der Partie sind außerdem Wolfgang Echtle, Niklas Plack, Hubert Kuderer. Und viele Bekannte, die ebenfalls ihren Urlaub investieren.

Die Resonanz war gewaltig. Kistenweise stapeln sich die Hilfsgüter in Garagen, Anhängern und unter dem Dach beim Garten: Kleider, Lebensmittel, Hygieneartikel, Spielzeug. Manche Leute spenden auch für den Sprit zum Transport. Auch Möbel sind dabei: zwei Couches, eine nagelneue Küche und mehrere Schlafzimmer.

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Der ursprüngliche Plan war, am Freitag mit drei Pkw und einem Anhänger loszufahren. Annette Echtle hatte aber am Dienstagabend ein Gespräch mit einem Koordinator in Bonn.

Der Herr aus Bonn sagte, die Lager in Rheinland-Pfalz seien derzeit voll. Die Menschen räumten jetzt die Häuser aus und trockneten sie. Ob sie die Möglichkeit habe, die gesammelten Sachen zwei bis drei Wochen aufbewahren.

„Das bekommen wir hin“, sagte Annette Echtle. Sie und ihre Mitstreiter werden jetzt eine Garage ausräumen und mit den Hilfsgütern bestücken. Dort seien sie gut gelagert.„Dann haben wir noch Zeit zu sammeln“. Und es vorzubereiten für den Transport.
„Wir sortieren alles“, sagt Annette Echtle. Unbrauchbares kommt weg, der Rest geordnet – nach Kleidern von Mann, Frau, Kind. Rührend finden Annette Echtle und Jasmin Plack die Kinder. Viele haben die Hälfte ihres Spielzeugs gespendet. Das Lego ist sauber, die Teddybären gewachsen. Bei den Beuteln mit den Spenden ist immer ein Brief an das unbekannte Kind wie dieser: „Ich habe so viel. Und du hast nichts. Viele Grüße, Jonas.“ „Wir jammern auf hohem Niveau“, sagt Annette Echtle, „dabei haben wir doch alles.“ Im Gegensatz zu den Menschen, die Opfer der Flut geworden sind. „Man kann sich das alles nicht vorstellen.“

Sie berichtet von einem Mann, der vor ein paar Jahren seinen Sohn verloren hat. Und jetzt das Haus. „Der hat jeden Lebensmut verloren.“
Der Transport der Dundenheimer soll die Not ein wenig lindern – und wieder Hoffnung machen.

■ Informationen: Annette Echtle,  0151 257 182 93.

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