Städte-Freundschaft

Herzlicher Empfang in Lons

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red/pie
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24. Juni 2019

Mit einem Bild vom Place de la Liberté in Lons-le-Saunier überraschte der Bürgermeister von Lons, Jacques Pélissard, seinen Offenburger Kollegen Marco Steffens. ©Stadt Offenburg

Eine Offenburger Delegation war am Wochenende zu Besuch in der Partnerstadt Lons-le-Saunier. Dort wurde 60 Jahre Freundschaft gefeiert.

Offenburg (red/pie). »Hand in Hand in eine Richtung gehen« – so hat Charles de Gaulle, Gründer der fünften französischen Republik und gemeinsam mit Konrad Adenauer Unterzeichner des deutsch-französischen Grundlagenvertrags 1963, einmal das Ziel der deutsch-französischen Aussöhnung und Zusammenarbeit formuliert. Anlässlich des Treffens »60 Jahre Städtepartnerschaft Offenburg-Lons-le-Saunier« am vergangenen Wochenende in Lons erinnerte Bürgermeister Jacques Pélissard, seit 1989 im Amt, an diese Worte. Die Offenburger Delegation fühlte sich bei den französischen Freunden herzlich willkommen.

Geladen waren sie zur Fête de la Musique – diesem in ganz Frankreich organisierten Straßenmusikfest in der Mittsommernacht. Die Stadtkapelle spielte, Lions und Lions Simplicius trafen ihre Partner, Offenburgs OB Marco Steffens brachte Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte mit, Bürgermeister Hans-Peter Kopp war ebenfalls mit dabei, Mitglieder des Partnerschaftsvereins »Die Brücke« begleiteten den Vorsitzenden Klaus Thomas Teufel. Der Auftritt von »Ultimo« fiel einem 30-minütigen Starkregen am Freitagnachmittag zum Opfer, da die französische Technik ungeschützt dem Unwetter ausgesetzt war.

Lons-le-Saunier ist die Hauptstadt des Departements Jura, Sitz des Streichkäse-Herstellers »La vache qui rit« und als Agglomeration mit den umliegenden, selbstständigen Gemeinden 35 000 Einwohner stark. Geladen zum 60. Partnerschaftsgeburtstag hatten Bürgermeister Pélissard und das »Comité de Jumelage« – der Verein zur Pflege der Städtepartnerschaft mit Offenburg und Promoter in Lons der deutschen Sprache und Kultur. 
Die Mitglieder des Vereins um Präsidentin Françoise Meynier bewältigten ehrenamtlich die komplette Logistik: Aufbau der Tische und Gedecke für den Festabend am Samstag in der Messe- und Veranstaltungshalle »Juraparc«, Empfangs-Essen am Freitagabend im Alten Rathaus und Schlussaperitif nach der offiziellen Partnerschaftszeremonie am Sonntag.

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Dieser offizielle Teil samt Erneuerung der Partnerschaftsurkunden begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Eglise St. Désirée, gestaltet von Père Arnaud Brelot und den eigens angereisten Dekanen Matthias Bürkle und Frank Wellhöner. Brelot erinnerte an die Friedensmesse 1963 in der Kathedrale von Reims, an der de Gaulle und Adenauer teilnahmen. Die biblische Geschichte der Speisung der 5000 wurde zeitgemäß interpretiert. Frank Wellhöner: »Jesus wagt darin etwas Neues und übernimmt Verantwortung, wo seine Jünger zunächst als Bedenkenträger auftraten.« Matthias Bürkle: »Es geht in dieser Geschichte auch um den Geist des Austauschs und des Teilens.«

Deutsche Familie

Bei der Erneuerung der Partnerschaftsurkunde im »Carrefour de la Communication« überraschte Jacques Pélissard mit der Nachricht, dass er Anfang August Opa eines deutsch-französischen Enkelkindes wird. Sein jüngster Sohn heiratet im Herbst eine Mannheimerin. Er ermunterte zum weiteren Engagement in der Partnerschaft mit Offenburg – angesichts von 60 000 Familien, die sich im Rahmen des Schüleraustauschs kennengelernt haben, und 27 500 Jugendlichen, die seit 1989 bei mittlerweile 15 Schülerolympiaden dabei waren. 
Marco Steffens, der in Begleitung seiner Frau Anne zum ersten Mal in Lons war, dankte dem »Comité de Jumelage« für das große Engagement, nannte insbesondere Christiane Maugain (seit 45 Jahren in der Organisation), Françoise Meynier und Vincent Muller, der die Übersetzung der Reden übernommen hatte. Beide Stadtchefs erinnerten an die Begründer der Städtepartnerschaft, die Lehrer Aymé Welter und Wilhelm Fahrländer. Steffens: »Der Schüleraustausch und die Begegnungsmöglichkeiten innerhalb der Städtepartnerschaft bilden Basis und Kern der Europäischen Union.«

Reisen bildet: Was den Offenburgern in Lons auffiel: In Offenburg wird auf höchstem Niveau diskutiert – bei der Infrastruktur, den Investitionen, den Standards. In Lons sind die Straßen und Gehwege seit vielen Jahren unverändert, reicht eine Basis-Ausstattung der Veranstaltungshalle aus und wird bei der Organisation gerne improvisiert. Die Offenburger wurden mit einer großen Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit empfangen – alles war sehr familiär. 
Interessante Infos
Und dann gibt es viel zu entdecken: Das Label von »La vache qui rit«, die lachende Kuh, stammt von einem Emblem einer französischen Einheit im Ersten Weltkrieg, das unter der Bezeichnung »La Walkyrie«, die Walküre, die deutschen verballhornen sollte. Léon Bel, der in den 1920er-Jahren die Produktion aufbaute, hatte 1921 die geniale Idee, aus dieser Zeichnung und aus »La Walkyrie« »La vache qui rit« zu machen – eine Marketing-Idee, die bis heute trägt. Das Unternehmen macht derzeit einen weltweiten Jahresumsatz von 3,3 Milliarden Euro, erfuhren die Besucher der Partnerstadt.

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