FBG Zell tagte

Holzmarktlage: Förster ist „verhalten optimistisch“

Autor: 
Gisela Albrecht
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Oktober 2020

Die Mitglieder der FBG Zell informierten sich über die Holzmarktlage und Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer. ©Gisela Albrecht

FBG Zell ließ sich informieren: Preise für Schadholz sind im Keller, die  für Frischholz werden derzeit verhandelt. Ein Wintersturm würde alle Planungen allerdings wieder zunichte machen.

Der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Zell, Franz Müller, zog am Mittwoch im Kulturzentrum Zell Bilanz des Holzjahres. Revierförster Klaus Pfundstein und Forstbezirksleiter Simeon Springmann informierten über die Holzmarktlage und die Waldwirtschaft. Mit dabei waren auch Bürgermeister Günter Pfundstein und die drei Ortsvorsteher der Stadt. 

Forstbezirksleiter Simeon Springmann beurteilte die aktuelle Borkenkäfersituation: „Wir hatten mit einem schlimmeren Befall des Borkenkäfers gerechnet“, erklärte Springmann. Die Witterung war nicht so trocken wie in Mittel- und Norddeutschland. Die Waldbesitzer haben die befallenen Bäume zeitnah aus dem Wald gebracht, bevor der Käfer wieder ausflog, sagte Springmann. 

Revierförster Klaus Pfundstein ergänzte, dass der Monat Mai kühl war und es geregnet hat, dadurch habe sich die 1. Generation des Buchdruckerschädlings nicht gut entwickeln können. 

„Durch den extrem trockenen und warmen September sind aktuell einige Tannen abgestorben“, bedauerte Pfundstein. Der Tannenborkenkäfer ist bis in den November aktiv. Auch die Buche leidet unter der Trockenheit, informierte Pfundstein. 
Revierförster Klaus Pfundstein bezeichnete die Stürme im Winter Anfang 2020 als eine massive Belastung des Holzmarktes. Das Preisniveau für Käferholz ist mit 20 bis 30 Euro pro Festmeter Schadholz so niedrig wie noch nie. Das Sturmholz konnte zum Teil verkauft werden, zum Teil lagert es in Nasslagern ein. Als Strategie gab Pfundstein vor, das letzte Sturmholz zu vermarkten und das Holz aus den Nasslagern auszulagern. Die Sägeindustrie hat eine gute Auftragslage.

Im Moment sind die Holzvermarkter dabei, das Preisniveau für Frischholz zu verhandeln. „Ziel ist, das Preisniveau des letzten Jahres zu erreichen (75 bis 80 Euro pro Festmeter)“, erklärte Pfundstein.          

- Anzeige -

Durch die Corona-Pandemie wurde ab Mai viel Holz in den Baumärkten verkauft (Schnittholz, Bretter). Für Hackschnitzel als Nebenprodukt gibt es wenig Nachfrage und der Preis ist niedrig. Dies gilt auch für Käferholz, Trockenholz und Palettenholz. Gut verkäuflich sind Eiche, Roteiche und Esche. „Wenn im nächsten Winter kein Sturm kommt, bin ich verhalten optimistisch“ blickte Pfundstein in die Zukunft.“

Fördermöglichkeiten

Simeon Springmann informierte anschließend über die neuen Förderrichtlinien zur „Nachhaltigen Waldwirt-schaft“. Als neuer Baustein wird der Vertragsnaturschutz im Wald etabliert. Finanziell gefördert wird: Der Erhalt von Altbäumen (Lebensraum für Tiere und Pflanzen ) und Bäume mit Sonderstrukturen (z.B. Nisthöhlen für Tiere). Maximal fünf Bäume pro Hektar werden gefördert. Die Bäume müssen im Wald markiert und kartografisch erfasst werden.  

Eine weitere Förderung können die Waldbesitzer zukünftig für eine Gruppe von Bäumen erhalten (mindestens fünf, maximal 15 Bäume), die im Wald zusammenstehen, für einen Zeitraum von 20 Jahren.  
Außerdem gefördert wird die Erhaltung lichter, eichenreicher Wälder, für die die Kategorie Waldbiotop zutrifft. 

Die Förderung zur Aufarbeitung von Schadholz (Sturm, Trockenheit, Käferbefall) wird erhöht. Die Kategorie Schadholz muss vom Revierförster bestätigt werden, erklärte Springmann. Finanzielle Förderung erhalten Waldbesitzer auch für das Hacken von Schadholz, und zwar 80 Prozent der Kosten für den Maschineneinsatz.

Gefördert wird weiterhin die Naturverjüngung sowie die Neupflanzung. Anträge und weitere Informationen gibt es im Internet oder bei Revierförster Klaus Pfundstein. Bewilligungsbehörde ist die höhere Forstbehörde. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 42 Minuten
Offenburg
15 Stationen führen Pilger durch die Stadt. Die katholische Kirchengemeinde Sankt Ursula lädt für die vorösterliche Zeit ein, die Leidensgeschichte Jesu zu Fuß oder mit dem Rad nachzugehen. 
vor 2 Stunden
Youtube-Kanal
Statt einer offenen Tür werden die Instrumente in diesem Jahr auf dem Youtube-Kanal der Musikschule vorgestellt.
vor 2 Stunden
Neue Ortsplantafel beim Rathaus
Ein Service für Einheimische und Gäste: Die neue Ortsplantafel in Biberach bietet neben Orientierung auch interessante Tipps.
vor 2 Stunden
Impfzentren besucht
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat Offenburg besucht und sich die Impfzentren angeschaut.
vor 2 Stunden
Ehrenamtliche Nistkästen-Plege in Oberharmersbach
Der frühere Oberharmersbacher Förster Josef Lehmann kümmert sich mit zahlreichen Helfern um die Nistkästen im Gemeindewald Oberharmersbach. Jede Vogelart macht es sich anders gemülich.
vor 9 Stunden
Viele Ehrenamtliche helfen
An vier Teststationen und mit Hilfe von 19 Teams testet die Stadt die Mitarbeiter der Kitas und in der Schulkindbetreuung auf Covid-19. Viele Ehrenamtliche und an vorderster Front das DRK und die Malteser helfen mit. 
vor 10 Stunden
Unternehmen Alu Richter bei Offenburg
Die Initiatoren der Gründung eines Betriebsrats bei Aluminium Richter hatten mit ihrer Klage Erfolg: Das Arbeitsgericht erklärte die Kündigungen am Freitag in seinem Urteil für unwirksam.
vor 11 Stunden
Offenburger Rechtsanwalt schätzt die Lage ein
Erst wurde eine Mieterhöhung angekündigt, dann kam die Kündigung: Peter Horvath muss mit seiner Praxis am Lindenplatz umziehen. Die Eigentümer rechtfertigen: „Die Miete war extrem niedrig.“
vor 11 Stunden
Hohberg
Das Netzwerk Flüchtlingshilfe Hohberg bilanziert ein Jahr Corona-Pandemie. Flüchtlinge leiden unter Kontaktbeschränkungen. Einzelbesuch im Lädele möglich. 
vor 12 Stunden
Amtsgericht Offenburg
Eine kaputte Beziehung und eine handfeste Auseinandersetzung brachten einen angeblichen ­Millionär vor das ­Amtsgericht Offenburg. Richterin Ute Körner steht ein langer Prozess bevor.
vor 13 Stunden
Offenburg
Von Magdeburg nach Trier, Maldovien, Göteburg und Serbien zieht es Christoph Heimel jetzt als neuen Teamleiter Integration nach Offenburg. Die Stadtverwaltung stellt den 33-Jährigen vor. 
vor 14 Stunden
Marketing-Club Offenburg
Beim digitalen Marketinglager des Marketingclubs Ortenau/Offenburg gab Performance Advertising-Experte Florian Litterst Informationen und Tipps zur Werbung auf sozialen Medien.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Motivierte Mitarbeiter, die gern zur Arbeit kommen, sind das Rückgrat der Hermann Uhl KG Ortenau. Das Team sucht Verstärkung: Also, bewerben!
    vor 13 Stunden
    Mit den Betonerzeugnissen der UHL KG wird das Zuhause erst richtig schön
    Bei uns ist es am Schönsten! Haus und Garten sind so individuell wie die, die darin leben: Sie sind Rückzugsort, Wellnessbereich oder Sterne-Restaurant. Spätestens die Pandemie hat uns wieder in die Sinne gerufen, wie wichtig der heimische Garten ist und wie er beruhigt, wenn er schön und...
  • Ware vorab bestellen und abholen. Das ist via ClickCollect möglich. Aber das ist nur ein Weg über den der Kehler Handel die Kunden erreicht.
    02.03.2021
    Lockdown hin oder her: Immer für die Kunden da
    Die Einkaufsstadt Kehl ist für ihre Kunden da – Lockdown hin oder her. Die Händler und Gastronomen haben viele Wege über Telefon, online und die neuen Medien gefunden, wie sie ihre Kunden erreichen. Die breit angelegten Videokampagne „Kehl bringt’s“ von Kehl Marketing fächert die Leistungsfähigkeit...
  • Sie suchen Arbeit in einer Region, in der andere Urlaub machen? acrobat Personaldienstleistungen in Achern rekrutiert Fachkräfte für Firmen in Baden.
    01.03.2021
    acrobat GmbH: Aus der Region für die Region
    Die starke Wirtschaft in Baden braucht einen starken Partner: die acrobat GmbH in Achern bietet Arbeitgebern ein maßgeschneidertes Dienstleistungspaket rund ums Personalmanagement und ist in der Region fest verwurzelt. 
  • Coole Berufe und prima Zukunftsaussichten: Die HUBER-Azubis sind eine super Truppe.
    27.02.2021
    Mit HUBER Kältemaschinenbau in die Zukunft starten
    Präzision in allen Temperaturbereichen: Dafür steht die Peter Huber Kältemaschinenbau AG in Offenburg. Genauso spezialisiert wie die Temperierlösungen für Forschung und Industrie sind die Ausbildungsberufe, die der Technologieführer aus der Ortenau bietet.