Neues Viertel entsteht

Hukla-Abriss: Meilenstein für die Stadt Gengenbach

Autor: 
red/tom
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29. Mai 2020

Die Abrissarbeiten auf dem Gengenbacher Hukla-Areal beginnen gleich nach dem Pfingstfest. Es freuen sich Andreas Bruder (Leiter der Zentralen Verwaltung), Gottfried Moser (Berater der Aliseo GmbH) und Geschäftsführer Jan Hellfritz, Bürgermeister Thorsten Erny, Harald Linder und Axel Schwarz (beide Geschäftsführer Libare Holding) sowie Daniel Single (Oberbauleiter Libare Holding). ©Stadt Gengenbach

Die Abrissarbeiten auf dem Gengenbacher Hukla-Areal stehen unmittelbar bevor. Zunächst werden die alten Hallen entkernt. Erster Wohnungsbau ist für das Jahr 2024 / 25 anvisiert. Damit entsteht ein neues Viertel.

Bürgermeister Thorsten Erny zeigt sich sehr erfreut, dass die Abrissarbeiten auf dem Gengenbacher Hukla-Areal endlich beginnen.Die Stadt Gengenbach hat fast 80 000 Quadratmeter der Industriebrache fast einen Tag genau vor einem Jahr, am 31. Mai 2019 von der Libare Holding GmbH & Co. KG mit einer Abbruchverpflichtung gekauft. Diese Rückbaumaßnahme starten jetzt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Vorbereitung für die Abbrucharbeiten wurden bereits die Versorgungsleitungen und die Brandmeldeanlage stillgelegt. Es befinden sich mehrere Gebäude, Fabrikations- und Lagerhallen aus verschiedenen Bauabschnitten der vergangenen Jahrzehnte auf dem Areal, das Rückbauvolumen beträgt rund 500 000 Kubikmeter.

Im weiteren Verlauf folgt die Entrümpelung, Entkernung und die Schadstoffsanierung mit der Beseitigung von Störstoffen für den maschinellen Rückbau. „Das bedeutet, dass die Gebäudestruktur in den Rohbauzustand zurückversetzt wird. Sämtliche Einbauten und Materialien werden sortenrein ausgebaut und für die Entsorgung vorbereitet“, teilte Erny mit. Diese werden getrennt gesammelt und gemäß der Analytik gesetzeskonform entsorgt.

Der maschinelle Rückbau erfolgt ausschließlich mit hydraulischen Abbruchgeräten. Die Abbruchbagger sowie Großgeräte wie Longfront-Bagger verfügen über modernste Abbruchausrüstung und Anbaugeräte. Betonschere, Sortiergreifer und Pulverisierer kommen zum Einsatz. Die daraus resultierenden mineralischen Materialien werden vor Ort gebrochen und für die Wiederverwendung gelagert. Der Rückbau erfolgt abschnittsweise parallel ab Bahnlinie in Richtung Leutkirchstraße.

Lärm- und Staubschutz

Harald Linder, Geschäftsführer der Libare Holding GmbH & Co. KG, versichert, „dass auf die angrenzende Bebauung, insbesondere hinsichtlich Lärm- und Staubentwicklung Rücksicht genommen wird. Es werden spezielle Arbeitsgeräte und Hilfsmittel mit geringen Schallemissionen verwendet.“

Die Firma Libare wendet ein lärm- und erschütterungsarmes Rückbauverfahren (selektiver Rückbau) an. Zusätzlich sind die Arbeitszeiten auf Montag bis Samstag von 7 bis bis 19 Uhr beschränkt. Der Staub wird durch Feuchthalten des Materials, etwa mittels C-Strahlrohren oder Bedüsungsanlagen gebunden.

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Eine besondere Herausforderung ist die Größe des Abbruchvolumens mit 500 000 Kubikmetern. Dies erfordere höchste Ansprüche in Bezug auf Planung, Organisation und Logistik sowie den Arbeitsschutz. Die Tochterfirma der Libare Holding GmbH & Co. KG, die Firma Libare Rückbau GmbH mit Sitz in Winterlingen, hat für die Rückbauarbeiten einen Zeitraum von zwölf bis 14 Monaten vorgesehen. Durchschnittlich werden dafür etwa 30 Mitarbeiter vor Ort sein.

Bürgermeister Thorsten Erny freut sich über den sichtbaren Neuanfang für das Hukla-Areal: „Die zentrale Lage des Areals bietet eine enorme Entwicklungsmöglichkeit für die Stadt.“ Die Stadtplanung sieht auf dem Areal sowohl Quartiere für die Wohnbebauung aber auch für Gewerbe- und Mischgebiete vor. „Aber bei allem Optimismus und dem zügigen Voranschreiben wird eine Bebauung frühestens 2024 möglich sein“, teilte Erny mit.  Nach den Abrissarbeiten folgen die Erschließungsarbeiten und die Aufstellung des Bebauungsplans.

„Das Ringen war hart“

Bürgermeister Thorsten Erny bedankt sich bei allen Partnern für die Kooperation, denn „es war ein hartes Ringen, um alle rechtlichen Fragen im Vorfeld zu klären. Aber gemeinsam schaffen wir ein städtebaulich attraktives Gebiet, das stadtbildprägend für Gengenbach sein wird.“

Auch Jan Hellfritz, Geschäftsführer der Aliseo GmbH, freut sich: „Ich sehe den Start der Abbrucharbeiten ebenfalls als ein wichtiges sichtbares Zeichen für die Bevölkerung, dass es vorangeht und wir Eigentümer die Revitalisierung des Areals als gemeinsames Ziel haben.“ Die Rückbauarbeiten auf dem Gelände der Firma Aliseo sind in einem weiteren Abschnitt geplant.

Chronologie seit 1951

◼ 1951: Umzug des Polstermöbelfabrik Hukla von Haslach nach Gengenbach.
◼ 1998: Reduzierung der Mitarbeiter auf 2200 und weiter auf 1300 bis 2002.
◼ 2004: Insolvenzantrag Hukla, Übernahme durch die Steinhoff-Gruppe.
◼ 2007:erster Grunderwerb durch Aliseo GmbH.
◼ 2011: 300 Hukla-Mitarbeiter sind noch in Gengenbach beschäftigt. Niederländischer Investor übernimmt das operative Geschäft.
◼ 2012: Endgültiges Aus
◼ 2014: Aliseo GmbH erwirbt Flächen aus Gemeinschaftseigentum mit Steinhoff-Kappa Projekt GmbH.
◼ 2015: Die Libare Holding GmbH & Co. KG ersteigert 91 000 Quadratmeter für 2,03 Millionen Euro.
◼ 2019: Die Stadt Gengenbach erwirbt acht Hektar von der Libare Holding GmbH & Co. KG und vergrößert den Eigentumsanteil an der Gesamtfläche auf 9,6 Hektar.
◼ 2020: Gengenbach leidet immer noch unter dem Strukturwandel nach dem Hukla-Aus. Aufgrund der hervorragenden Lage, der vorhandenen Bildungs- und Kindergartenbetreuungsangebote sowie der attraktiven Wohngegend ist Gengenbach im Standortwettbewerb hervorragend positioniert. Gerade im Bereich der Schaffung von neuen Wohngebieten besteht noch Nachholbedarf.
◼ 2024: Frühestmögliche Termin für den Start der Wohnbebauung.

 

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