Hohberg - Hofweier

„Humor gehört immer dazu“

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07. November 2019

Gerd Bauert – einer von zwei Beiabsägern im Hohberger Gemeinderat. Was hat er sich für die Parlamentsarbeit vorgenommen, wie läuft es bisher? ©privat

In unserer Serie Ortsgespräche unterhalten wir uns mit Menschen aus der Nachbarschaft – über die spannenden Sachen, die sie so tun. Heute: Gerd Bauert. Er ist zusammen mit Klaus Riehle in den Rat gewählt worden und beide sind Mitglieder der hochangesehenen Beiabsäger und berüchtigten Schweden. Wir werden also dieses Interview und das mit Klaus Riehle (folgt) nicht bierernst führen. Obwohl: Eine kleine Bilanz über die ersten Monate Arbeit als Gemeinderat ist schon dabei...
 

Herr Bauert, sind Sie zusammen mit Klaus Riehle die Vorhut der Beiabsäger (oder gar Schweden) im Hohberger Rat? Müssen wir eine feindliche Übernahme fürchten?

Gerd Bauert: Nein, natürlich nicht. Wer uns kennt, weiß, dass wir immer voller Harmonie, friedlich und humorvoll unterwegs sind. 

Was also ist Ihre Mission?

Bauert: Die Mission ist leider gescheitert, da mit Karola Bauert unsere dritte Kraft von den Beiabsägern auf der Liste der CDU leider gescheitert ist... (lacht). 

Ich sehe schon, Sie wiegeln ab … versuchen wir es anders herum: Müssen Ihre Kolleginnen und Kollegen am Ratstisch um ihre unteren Extremitäten bangen, die Sie spätestens an der Fasent absägen?

Bauert: Auch hierzu gibt es ein klares Nein, getreu unserem Motto: „ .... doch säge dien mir nid, mir sin gar luschdige Litt, mir trinke Wein und Bier im Dorf Hofier... bleibt die Säge im Narrenkeller...“ 

Oder wollen Sie den Hohberger Rat mit Ihrem Humor befeuern?

Bauert: Humor gehört immer dazu, gesunder Humor ist sehr wichtig, und man muss über sich selbst lachen können.

So, genug gescherzt, ab hier beginnt der Ernst des Lebens und des Interviews: Außer Humor profitiert die Gemeinde auch von Sacharbeit. Was wollen Sie hier beisteuern?

Bauert: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein gutes Miteinander pflege. Ein sachlich, konstruktiver Austausch liegt mir dabei sehr am Herzen. Ich bin fester Überzeugung, dass wir dadurch unsere Gemeinde sehr positiv weiterentwickeln können. 

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Haben Sie sich in den ersten Monaten schon mit Details dieser Sachfragen befasst?

Bauert: Natürlich, nach und nach werden Wissenslücken durch Gemeinde- und Fraktionssitzungen und vielen Gesprächen gestopft. Mein Ziel ist es, überall dabei zu sein, wie bei jedem Neustart dauert es eine gewisse Zeit, bis man über alles einen Überblick hat.  

Sie sind Mitglied der FWH-Fraktion, Ihr Beiabsäger-Kollege Klaus Riehle der SPD – konnten Sie sich nicht bei den Beiabsägern auf eine gemeinsame politische Heimat einigen?

Bauert: Nein, das muss auch nicht sein. Wir haben uns im Vorfeld nicht darüber ausgetauscht und wussten voneinander auch lange nicht, dass sich der andere aufstellen lässt. Mich hat in einem längeren Gespräch Marco Gutmann mit guten Argumenten davon überzeugt, auf die Liste der FWH-Fraktion zu gehen. Ich wollte auch unabhängig von einer Partei sein und mit gesundem Menschenverstand Entscheidungen für unsere Gemeinde treffen. 

Haben Sie damit gerechnet, gewählt zu werden? 

Bauert: Darüber hatte ich mir im Vorfeld absolut keine Gedanken gemacht, damit bin ich ganz locker umgegangen, umso mehr habe ich mich dann über das sehr positive Ergebnis, vor allem in Hofweier, gefreut. Danke an alle, die mir Ihre Stimme gaben und mir ihr Vertrauen schenken.

Was reizt Sie an der Parlamentsarbeit?

Bauert: Das aktive Mitwirken . Ich habe Freude daran, etwas in unserer Gesellschaft, unserer Gemeinde zu bewirken. Ich engagiere mich seit 1991 ehrenamtlich in Hofweier, dies ist nun ein weiterer, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. In der kurzen Zeit bisher bereue ich keine einzige Minute, es ist sehr interessant!    

Was haben Sie sich für die Legislaturperiode vorgenommen?

Bauert: Zuerst muss ich vieles lernen, genaue Abläufe, Vorgehensweisen und so weiter. Ich habe mich hierzu auch zu den Fachseminaren mit Themenschwerpunkte Kommunalrecht, Bau- und Planungsrecht, Finanzwesen, Kindertagesbetreuung und Schule angemeldet. Mein Ziel ist immer, das Beste für die Bürgerinnen und Bürger unserer schönen Gemeinde herbeizuführen, als Vereinsmensch ist es mir auch von großer Bedeutung die Interessen der Hohberger Vereine, Gruppierungen und Organisationen zu vertreten. Ich möchte auch ein Sprachrohr für die Bürgerinnen und Bürger sein und möchte angesprochen werden, egal um welches Problem es geht.
Ich freue mich auf die kommende Aufgabe und die Kolleginnen und Kollegen im Rat.

Unsere Serie Ortsgespräche erscheint in lockerer Reihenfolge. In der nächsten Folge kommt Klaus Riehle zu Wort. 
 

Hintergrund

Biografisches

Gerd Bauert ist 48 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, eine Tochter (18 Jahre) und ein Sohn (13 Jahre), wohnt in Hofweier. Von Beruf her ist er Groß- und Außenhandelskaufmann bei Elek­trogroßhandlung Friedrich Streb in Offenburg, Abteilung: Einkauf.
Ehrenämter: 1. Zunftmeister der Narrenzunft Beiabsäger Hofier (seit 1999), aktiver Beiabsäger seit 1987, im Zunftrat seit 1991. Vereinssprecher von Hofweier. 
Aktives Mitglied Tennisclub Grün-Weiß, passives Mitglied in verschiedenen Hohberger Vereinen.

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