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Im Ernstfall würde es eng: Großübung in Gengenbacher Altstadt

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14. Oktober 2019

(Bild 1/3) Einsatz in Gengenbachs Altstadt: Im Ernstfall müssten hier auf engstem Raum Menschenleben gerettet und Feuersbrünste gelöscht werden. Der Schutz der Nachbarhäuser wäre eine weitere wichtige Aufgabe für die Feuerwehren. ©Thomas Reizel

Hätte es am Samstag in der Gengenbacher Altstadt wirklich gebrannt, wäre es im wahrsten Sinne des Wortes eng geworden, nicht nur wegen der Anfahrt durch die engen Gassen. Das zeigte die Herbstübung im Winzerhof.

Das Szenario für die Feuerwehr-Abteilung Gengenbach war kompliziert. Inhalt der Übung am Samstagnachmittag war ein Brand in der alten Bücherei im Gebäude der Kultur- und Tourismus GmbH. Neun Menschen sind im Obergeschoss die Fluchtwege abgeschnitten, sie sind auf Rettung angewiesen.

Protokoll des Einsatzes:

  • 15 Uhr: Der Alarm geht im Feuerwehrhaus am Nollen ein. Nur sechs Minuten später ist der Kommandowagen vor Ort. Markerschütternde Hilferufe der „Eingeschlossenen“ dringen aus dem verrauchten Gebäude, Hände recken sich verzweifelt aus dem Fenster.
  • 15.06 Uhr: Der Kommandowagen trifft ein und die Besatz­ung alarmiert weitere Fahrzeuge.
  • 15.09 Uhr: Ein mit Steck- und Schiebeleitern ausgerüstetes Löschfahrzeug rückt von der Hauptstraße über die Engelgasse an. Feuerwehrleute verlegen Schläuche, um das Wasser aus dem Haigerach zu holen. Atemschutzträger dringen über den Winzerhof ins Gebäude ein und suchen eingeschlossene Menschen.
  • 15.14 Uhr: Die Gengenbacher Drehleiter müht sich durch die engen Gassen. Erschwert wird die Anfahrt durch Dutzende Schaulustige, die bei der Übung aber gewollt waren – und die im Ernstfall sicher auch da wären.
  • 15.17 Uhr: Die Menschenrettung beginnt über die Drehleiter. Für die Verletzten wird ein „Notlager“ unter den Arkaden der Volksbank eingerichtet.
  • 15.20 Uhr: Die ersten vier von neun eingeschlossenen Menschen sind gerettet, fünf Minuten später sind die restlichen fünf Personen befreit. Zeitgleich trifft auch aus Zell die Drehleiter zur Unterstützung ein.
  • 15.23 Uhr: Die restlichen Menschen sind teils verletzt geborgen. Ein Mensch davon schwebt wegen Verbrennungen in Lebensgefahr, für eine Person wäre im Ernstfall jede Hilfe zu spät gekommen.
  • 15.45 Uhr: Das Feuer ist gelöscht, die Übung beendet. Im Ernstfall würde das Gebäude noch gelüftet und nach Brandnestern gesucht.

Einsatzleiter Michael Peters zieht Bilanz: „Der Einsatz hat geklappt.“ Dass in der Annahme ein Mensch nicht mehr lebend gerettet werden konnte, erklärt er so: „Wir brauchten zwölf Minuten, bis die Rettung beginnen konnte. Allgemein gilt, dass die Überlebenschancen in einem brennenden Haus wegen der Hitze von 600 bis 800 Grad und der hochtoxischen Rauchgase nach 17 Minuten nahezu bei Null liegt.“

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Allerdings fügt Michael Peters an, dass der „Tote“ eine Puppe war, die auf dem Boden lag, sich naturgemäß nicht bemerkbar machen konnte und gesucht werden musste. „In der Realität geschieht das nicht oft, denn die Menschen kommen uns entgegen.“

Insgesamt waren die Feuerwehren aus Bermersbach, Gengenbach und Zell mit 39 Feuerwehrleuten vor Ort. Das DRK Gengenbach kümmerte sich um die Verletzten. „Diese wären im Ernstfall zunächst nach Offenburg gekommen. Dort würde dann entschieden, ob sie zum Beispiel wegen Verbrennungen in eine Spezialklinik geflogen werden müssten“, sagte Einsatzleiterin Ingrid Bayer.

Felix Willmann, Kommandant der Gengenbacher Feuerwehr-Abteilung, erklärte, dass bei Großlagen wie diese für das Führungsteam immer je zwei Leute aus Berghaupten und Ohlsbach zusätzlich alarmiert werden, sodass sich die Unterstützung des Kommandanten auf mehrere Schultern verteilt.

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