Offenburg

Im Zeichen der Jakobsmuschel

Jutta Hagedorn
Lesezeit 3 Minuten
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29. Mai 2001
Der Jakobusweg führt quer durch die Ortenau. Wegen der neuen Rheinbrücke muss jedoch so manche Straße verlegt werden. Auch der Wallfahrtsweg muss seine Route ändern: Am Sonntag, 10. Juni, um 14 Uhr weihen die Jakobusfreunde ein altes Kreuz an neuem Standort ein.
Schutterwald/Neuried. Was haben sie nicht alles in die Wege geleitet, um den Jakobusweg trotz Baumaßnahmen aufrechtzuerhalten. Gemeint sind die Jakobusfreunde, die den von Horb über Ihlingen, Loßburg und Wolfach verlaufenden Weg von Gengenbach über Schutterwald bis Kehl betreuen. Allen voran Gerhard Junker: Der Schutterwälder ist für den Teilabschnitt Gengenbach bis Kehl zuständig und installiert Wegweiser und Jakobusmuscheln. Mit dem Bau der Rheinbrücke verändert sich die Route. Dank der Unterstützung des Landtagsabgeordneten Volker Schebesta, der Bürgermeister Jürgen Oßwald (Schutterwald) und Gerhard Borchert (Neuried), von Schutterwalds CDU-Vorsitzenden Volker Oeser sowie von Neurieds Förster Gunter Hepfer und des Schutterwälders Rainer Junker von der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein wurde östlich der bisherigen Wegstrecke zwischen Altenheim und Goldscheuer eine Alternative gefunden. Das 1997 errichtete Kreuz hat die Gewässerschutzdirektion unentgeltlich an der neuen Wegstrecke aufgestellt. Die Gemeinde Neuried spendierte obendrein eine Bank. Für den 59-jährigen Gerhard Junker ist der Jakobusweg zu einer Lebensaufgabe geworden. Schon mehrmals hat er den Pilgerweg vom Fuß der Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela durchwandert und beradelt. Zusammen mit den Schutterwäldern Gerd Junker, Günther Armbruster, Rudolf Kempf, Max Klotz, Dieter Schote, Klaus Oßwald, Kurt Schnebelt und den Niederschopfheimern Franz Grathwohl, Herbert Lehmann und Paul Hahn hält er den Weg zwischen Gengenbach und Kehl in Schuss und kontrolliert die Kennzeichnungen. Originalmuscheln aus Spanien, selbst gefertigte Holzschilder oder einfache Wegkreuze: Wer mit Muße den Weg entlangläuft oder radelt, entdeckt die Symbole, die leider immer wieder zerstört werden oder verschwinden. Fest zur Einweihung Für das Kreuzeinweihungsfest am Sonntag, 10. Juni, haben die Jakobusfreunde einiges auf die Beine gestellt. Es spielt die Langhurster Trachtenkapelle, Pfarrer Friedbert Böser weiht das Kreuz ein und Kurt Klein, Initiator des Kinzigtäler Jakobusweges, spricht die Laudatio. Die Jakobusfreunde bieten eine Pilgersuppe an. Zum Fest selbst werden Jakobusfreunde aus ganz Baden, Schwaben und dem Elsass erwartet. Für diese besteht die Möglichkeit zu einer kleinen Pilgerwanderung (ab 13 Uhr) vom Stauwehr bis zum Festplatz. Um die Einfahrt an der B 36 zwischen Altenheim und Goldscheuer nicht zu verpassen, werden eigens Weg- und Parkeinweiser eingesetzt. Wer mit dem Rad fahren möchte, trifft sich um 13 Uhr an der Jakobuskirche in Schutterwald. Dort wird der Schutterwälder Klaus Bürkle der Gruppe den Weg zum Festplatz zeigen. Welchen Stellenwert der Jakobusweg in der Region hat, zeigen die vielen Führungen, die Gerhard Junker ehrenamtlich für Vereine und kirchliche Gruppierungen der Ortenau macht. Ob zu Fuß oder mit dem Rad: Der Langhurster kennt mittlerweile jede Kehre und -zig Geschichten dazu.

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