Manche Pflanzen können ein Paradies für Biene & Co. sein

Imker Berghaupten: „Wir brauchen Ihren Garten“

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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08. November 2019

Die Insektenfreunde aus Berghaupten und Umgebung erlebten im Alten Schulhaus einen inspirierenden Vortrag der Gartenexpertin Anne Rostek (rechts). ©Erich Fakler

Nach dem überaus anregenden Vortrag der Staudengärtnerin und Landschaftsarchitektin Anne Rostek in Berghaupten kehrten wohl viele der rund 80 Besucher mit dem Vorsatz, demnächst insektenfreundliche Stauden oder Blumenzwiebeln anpflanzen zu wollen, nach Hause zurück.

Jürgen Neumaier vom örtlichen Imkerverein begrüßte die Zuhörer im restlos voll besetzten Seniorenraum des Alten Schulhauses mit der Losung „Wir brauchen Ihren Garten!“.  Aufgrund der intensiven Landwirtschaft und weitgehenden Bodenversiegelung fänden die Vögel zu wenig nahrhafte Insekten, die bevorzugte Nahrung für die Aufzucht ihrer Brut. 

Und dieser Hinweis war die Initialzündung für den ungemein inspirierenden Vortrag der Gartenexpertin Anne Rostek. Sie sprühte geradezu vor Begeisterung und innerer Freude, wenn sie von Astern, Edeldisteln, verschiedenen Salbeiarten oder auch der sterilen Bergminze Calamintha nepeta als Nahrungslieferanten für Hummeln, Holzbienen oder verschiedenen Falterarten erzählte. 

Und im Hinblick auf die aktuelle Jahreszeit, in der viele Hobbygärtner ihren Garten „winterfest“ vorbereiten wollen, bittet sie geradezu inständig darum, Samenstände von  Fetthennen, Astern oder des Schein-Sonnenhutes nicht abzuschneiden, sondern sie als Nahrung für die Vögel oder Unterschlupf verschiedener Kleininsekten stehen zu lassen. Es sei für die belebte Natur wesentlich sinnvoller, die vertrockneten Stauden erst im Frühjahr zu schneiden. Zudem gäben beispielsweise die abgeblühten Stiele der Edeldistel dem Garten eine gewisse Struktur. Mit Raureif  überzogene Ziergräser böten im Schein der Wintersonne einen zauberhaften Reiz. 

Offene Blütenkelche

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Die erfahrene Gärtnerin weiß, dass die meisten Hobbygärtner sich gerne an vollblütigen Rosen oder prall gefüllten Pfingstrosen erfreuen. Doch in diese dichten Blüten können Wildbienen und andere Insekten nur schwer vordringen. Daher schlägt sie Stauden mit geöffneten Blütenkelchen wie ungefüllte Strauchpfingstrosen oder die über zehn Arten der Sonnenbräute (Helenium) vor. Letztere blühen im Spätsommer wochenlang in warmen leuchtenden Farben. Die Mitarbeiterin der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin schwärmt von einem „summenden Meer“,  wenn Hummeln und Bienen ihre Nahrungsquellen aufsuchen. 

Man erfuhr von ihr zudem erstaunliche Eigenarten von allseits bekannten Pflanzen. Wer wusste denn schon, dass das Lungenkraut (Pulmonaria), ein Vorfrühlingsblüher, mit einem eigenen Farbsystem den anfliegenden Insekten Erfolg bei der Nektarsuche signalisiert. Rote Blüten versprechen süßen Nektar. Bei blauen Blüten ist aber nichts zu holen. So hilft die Pflanze dem Energiemanagement ihrer Bestäuber. 

Wer nur Platz für eine blühende Staude hat, dem empfiehlt sie den Steinquendel. Diese Pflanze blüht über Wochen und Monate. Überdies ist sie als gute Trachtpflanze für ihre kleinen Besucher ausdauernde Nahrungsquelle. Auch die Dahlie wird als gute Insektenpflanze empfohlen. Zudem sei diese Knollenpflanze  seit einiger Zeit wieder „voll hipp“.

Für die heißen Sommer und als Insektenstauden gleichermaßen geeignet, legt sie den Besuchern gleichermaßen Lavendel und Rosmarin ans Herz. Diese Lippenblütler seien wahre Hungerkünstler und gedeihen fast überall. Gleiches gelte für das frostharte Bergbohnenkraut. 

Alexander Kranz, Vorsitzender des Imkervereins Berghaupten, blieb es dann vorbehalten, der mitreißenden Anne Rostek mit Honig für ihren lebendigen Vortrag zu danken.

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