Fünf bis zehn Bürger rufen an

Impfliste: So wird das Angebot in Schutterwald angenommen

Autor: 
Otmar Hansert
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17. April 2021
Im Schutterwälder Rathaus sind Bettina Herzog (links) und Dagmar Gießler für die Koordinierung von Impfterminen im Kreisimpfzentrum Offenburg zuständig. 

Im Schutterwälder Rathaus sind Bettina Herzog (links) und Dagmar Gießler für die Koordinierung von Impfterminen im Kreisimpfzentrum Offenburg zuständig.  ©Gemeinde Schutterwald

In Schutterwald gibt es für ältere Mitbürger die Möglichkeit, sich auf eine Impfliste setzen zu lassen. Mit etwas Glück erhalten sie dann jene Impfdosen, die in den Impfzentren nicht verimpft wurden.

Für ältere Schutterwälder Bürger besteht seit Mitte März das Angebot, sich auf dem Rathaus für einen Impftermin vormerken zu lassen, um so kurzfristig einen Termin im Kreisimpfzentrum Offenburg zu erhalten. Diese Möglichkeit besteht, weil in der Vergangenheit in den Kreis­impfzentren in Offenburg und Lahr täglich bis zu 80 Impfdosen nicht verimpft werden konnten, da Personen ihre gebuchten Termine nicht wahrgenommen hatten, wie die Gemeindeverwaltung mitteilt.

Die Kreisverwaltung hatte sich deshalb ein Konzept überlegt, wie man diese Impfdosen schnell an Personen, wenn möglich über 80 Jahren, verimpfen kann. Seit Mitte März erhält die Gemeinde Schutterwald täglich vom Landkreis gegen Mittag eine Meldung, wie viele Impfdosen in den vergangenen 24 Stunden nicht verbraucht wurden. Der Gedanke dahinter ist, dass die Impfdosen kurzfristig am Folgetag an Personen, die sich bei der Gemeinde gemeldet haben, verimpft werden können.

Flexibilität ist wichtig

Allerdings gibt es für die Eintragung in die Impfliste klar definierte Voraussetzungen. Der Impfwillige muss über 80 Jahre alt sein, bisher keinen Impftermin erhalten haben und vor allem sollte er flexibel sein. Flexibel bedeutet, dass der Impfwillige nach dem Anruf den ersten Impftermin bereits am darauffolgenden Tag wahrnehmen muss. Auch der Zweittermin ist ohne Wahlmöglichkeit.

Wenn der Impfinteressierte nicht mobil ist, kann er sich gerne mit der Nachbarschaftshilfe Schutterwald in Verbindung setzen. Von dort aus wird die Fahrt zum Impfzentrum, wenn gewünscht auch die Begleitung während der Impfung, organisiert. Bettina Herzog von der Schutterwälder Gemeindeverwaltung teilte zu den Hintergründen der Einrichtung der Impfliste ergänzend mit, dass die älteren Mitbürger oft mit der Einholung eines Impftermins überfordert sind.

Telefonisch würden die Impfwilligen nicht, oder erst nach langer Zeit, „durchkommen“. Zudem sei es so, dass die älteren Impfwilligen mit einer Online-Anmeldung nicht zurechtkommen und oft auf Hilfe von Kindern oder Enkeln angewiesen sind. Auch haben nicht alle die entsprechenden technischen Einrichtungen, um sich überhaupt online anmelden zu können.

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Nur für Schutterwälder

Seit der Impfservice durch die Gemeindeverwaltung eingerichtet ist, riefen täglich fünf bis zehn Bürger an, um sich in die Liste eintragen zu lassen, so die Auskunft vom Schutterwälder Rathaus. Auch Auswärtige haben schon angerufen und um eine Eintragung in die Impfliste gebeten. Auswärtige, also Nicht-Schutterwälder, können allerdings nicht berücksichtigt werden. Der Service ist ausschließlich für die Schutterwälder Bürger eingerichtet worden, wurde von Bettina Herzog mitgeteilt.

56 Personen geimpft

In die Schutterwälder Impfliste ließen sich bisher 56 Personen über 80 Jahre eintragen und konnten inzwischen auch geimpft werden. Es gibt auch eine Liste für Personen im Alter von 70 bis 80 Jahren, hier haben sich bereits 63 Impfwillige vormerken lassen. Die Vergabe eines Impftermins ist bisher fast nur an Personen über 80 Jahre erfolgt.

Waren nach der Einrichtung des Impfservices vom Landrats­amt an die teilnehmenden Gemeinden täglich bis zu 80 kurzfristige Impftermine gemeldet worden, so gingen vergangene und diese Woche, zumindest im Rathaus Schutterwald, keine Termine ein. Dagmar Gießler und Bettina Herzog sind für die Eintragung der Impftermine zuständig und gleichfalls auch für die Unterrichtung der Impfwilligen.

Bürgermeister Martin Holschuh steht hinter der Impflistenaktion: „Die Impfung ist ein Schritt in die Normalität. Daher unterstützt die Gemeinde die Aktion des Landratsamts, um dafür zu sorgen, dass Impfdosen nicht verfallen.“

INFO: Wer auf die Impf-Interessenliste aufgenommen werden möchte, kann sich an Dagmar Gießler oder Bettina Herzog unter • 07 81 / 96 06 22 oder per E-Mail an sekretariat@schutterwald.de wenden. Auf der Homepage der Gemeinde unter www.schutterwald.de findet sich zu diesem Zweck auch ein Online-Formular.

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