Breite Unterstützung fürs Endspiel dank »Caki«

In Bühl sind die Kroaten los

Autor: 
Klaus Krüger
Lesezeit 3 Minuten
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13. Juli 2018

(Bild 1/2) Jubelnde Kroaten im Bühler Sportheim nach dem Einzug des Teams in das WM-Finale. ©Martin Röderer

Die Bühler haben es an diesem Wochenende auch nicht leicht – zu wem will man beim Finale der Fußball-WM halten? Zu Nachbar Frankreich? Oder zu den kroatischen Fußballfreunden?

Hoch im Kurs steht derzeit das kroatische Nationalteam, ganz besonders in Bühl. Zwei Herzen schlagen in der Brust der dortigen FSVler: das des Nachbarlandes über dem Rhein und das von Kroatien, dem beliebten Urlaubsland mit den vielen Inseln. Das hat seinen ganz bestimmten Grund. Nachdem »Football is coming home« nicht im Ursprungsland des Fußballs gelandet ist, sondern auf dem Balkan, ist die Begeisterung in Bühl groß, ganz besonders in den Reihen der Fußballer des FSV. 

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Ohne Trainer

Unsere Zeitung hat nachgefragt und recherchiert, weshalb ausgerechnet die Bühler Fußballer dem Kroatenteam huldigen. Es war im Sommer 1996, so ein FSV-Verantwortlicher, als der Verein plötzlich ohne Trainer dastand. Die Person, die damals als Trainer vorgesehen war, kehrte nicht wie abgesprochen aus dem Urlaub zurück. Recherchen ergaben, dass er sich nicht urlaubend im sonnigen Andalusien aufhielt, sondern dort hinter »schwedischen Gardinen« saß. Die fehlende Urlaubsbräune nach der verspäteten Rückkehr sollte dies dann auch bestätigen. Der Verein war in Nöten, begab sich auf Trainersuche (Anmerkung der Redaktion: eine Pa­rallele zu heute) und schaltete ein Inserat in der Mittelbadischen Presse. Mit großem Erfolg, wie sich bald herausstellen sollte. Es meldete sich ein Spielervermittler, eine graue Eminenz vom Traditionsclub OFV. »Ich hätte Ihnen da den Cakalic«, so die Worte des Vermittlers zum damaligen Vorsitzenden. Einen Tag später wurde der Vertrag mit dem neuen Trainer geschlossen. Wer war dieser Zdravko Cakalic, eher bekannt unter dem Namenskürzel »Caki«? Ein ehemaliger kroatischer Profi, der in den Zeiten, als sich der OFV noch mit Stars sonnte, ins Stadion an der Badstraße gelockt wurde. Der »Lockvogel« im Sommer 1986 hieß Anton »Toni« Rudinsky, der damalige Trainer des OFV. 
»Caki« leistete in den folgenden Jahren wertvolle Dienste für den Offenburger Traditionsclub, war bekannt für seine Kabinettsstückchen und schoss Tore wie am Fließband. Der Wechsel nach Bühl, nachdem er in die Jahre gekommen war und einige Pfunde zu viel auf den Rippen hatte, wurde damals als kleine Sensation angesehen. 
Von dieser Zeit an war Bühl in kroatischer Hand, »Caki« scharte noch fünf weitere kroatische Fußballer um sich. Als Spielertrainer hielt er die Abwehr dicht, war zusätzlich beim Gegner gefürchtet wegen seiner Soli und Freistoßknaller. Kroaten sind sehr stolz auf ihr Vaterland. Deshalb blieb es nicht aus, dass die Vereinsverantwortlichen dem leidenschaftlichen Fußballer einen ganz speziellen Wunsch erfüllten: zu spielen im Trikot der kroatischen Nationalmannschaft, rote Hosen, rote Stutzen und rot-weiß kariertes Trikot, die Nationalfarben. »Caki« verblieb drei Jahre in Bühl und war in der Saison 1997/98 Chef der ersten Ortenauer Fußball-Spielgemeinschaft zwischen dem FSV Bühl und dem SC Offenburg. 
Dann zog es ihn in die Nähe von Augsburg, seiner damaligen Frau zuliebe. Leider konnte er für ein Interview nicht ausfindig gemacht werden. In Bühl zurück ließ er neben vielen Erinnerungen vor allen Dingen diesen Trikotsatz, der auch heute noch komplett vorhanden ist. 
Was lag deshalb näher für die Alten Herren des FSV nach dem Training am Mittwoch, als in diesen Trikots den Kroaten-Sieg zu feiern? Ob sich die AH-Spieler in diesem Trikot am Sonntag auch auf den Weg in den Hexenkessel nach Straßburg machen werden, bleibt deren Geheimnis.

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