1. Advent

In Elgersweier werden wieder Strohschuhe für den guten Zweck verkauft

Autor: 
Manfred Vetter
Lesezeit 2 Minuten
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24. November 2021
Die Frauen der Strohschuhgruppe fertigen Schuhe, die am ersten Advent zum Verkauf angeboten werden. Sie haben dabei auch noch gesellige Stunden und viel Spaß.

Die Frauen der Strohschuhgruppe fertigen Schuhe, die am ersten Advent zum Verkauf angeboten werden. Sie haben dabei auch noch gesellige Stunden und viel Spaß. ©Manfred Vetter

Nicht wie sonst als Basar, aber wenigstens als Verkaufsstand bieten die Elgersweierer Strohschuhfrauen am Sonntag ihre Ware an. Der Erlös soll dem sozialen Zweck gespendet werden.

Der traditionelle Verkauf von Strohschuhen in Elgersweier findet wieder am ersten Adventssonntag statt – wegen der pandemiebedingten Einschränkungen allerdings nicht mit einem Basar, sondern als einzelnen Verkaufsstand vor dem Gemeindezentrum. Von 14 bis 16.30 Uhr werden die Frauen die etwa 50 Strohschuhe anbieten, die kleinsten in Größe 21, die größten 47.

In zwei Arbeitsgruppen sind die Frauen der Strohschuhgruppe von September an aktiv. Die Nachmittagsgruppe zerreißt die Maisblätter. Dann werden sie in Kartons gepackt. Die Frauen der Abendgruppe flechten die Blätter zu langen Zöpfen. Diese werden auf die Leisten genäht. Als Futter dienen alte Pullover. Schaumstoffstreifen unter dem Futter machen die Schuhe weicher und angenehmer. Sie stricken Bündchen und nähen sie als Abschluss auf die Schuhe.

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Die Maisblätter haben die Frauen aus Maisfeldern geholt. Bis vor wenigen Jahren sei das einfacher gewesen, als heute. Die alten Mähdrescher haben die Blätter ganz hinten ausgespuckt. Die modernen Erntemaschinen zerhäckseln alles. Daher müssen sie jetzt versuchen, vor der Ernte die Blätter zu bekommen – natürlich nur mit der Erlaubnis der Landwirte. Es müssen gesunde Blätter sein. Ist das Wetter nass, schimmeln die Blätter und werden unbrauchbar. Daher sei das richtige Timing wichtig: reif aber noch keine Stockflecken vom Schimmel, der die Blätter unansehnlich macht und die Stabilität mindert. Dann werden sie auf einem Heuboden ausgeschüttet und getrocknet.

Für ein Paar Schuhe kommen so zwölf bis 15 Stunden zusammen – je nach Größe. Für einen großen Schuh brauchen sie bis zu sechs Meter Zopf, für einen Meter Zopf benötigen sie durchschnittlich 120 Blätter. Und wenn eine Arbeit nicht fertig wird, nehmen sie die Sachen mit nach Hause, machen sie fertig. Marion Spinner und Elke Ruf sind stolz darauf, dass sie fast keine Materialien kaufen müssen: die Sohlen natürlich und das gewachste Garn zum Zusammennähen. Alles andere liefert die Natur oder wird wiederverwendet.

Den Erlös spenden die Frauen für einen sozialen Zweck, den sie zusammen selbst bestimmen.

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