Ein Leben im Dienst der Menschen

Ingrid Fuchs wird heute 75 Jahre alt

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 4 Minuten
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19. Juli 2019

Stadträtin, Kreisrätin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes: Ingrid Fuchs wird heute 75 Jahre alt. ©Archivfoto

Am heutigen Freitag feiert mit Ingrid Fuchs eine Frau ihren 75. Geburtstag, die sich in Beruf und Ehrenamt höchste Achtung erworben hat. Und sie ist immer noch unermüdlich im Einsatz. Im Ortenau-Klinikum ist sie nach wie vor für »ihre« Patienten da.

Auch wenn es seit Jahrzehnten nicht mehr so ganz stimmt (denn die Jubilarin wechselte schon 1990 in die Pflegedienstleitung und damit die Krankenhausverwaltung), wissen doch die meisten Offenburger sofort, wer gemeint ist, wenn von »Schwester Ingrid« die Rede ist. Ingrid Fuchs war buchstäblich das Gesicht der Pflege im Offenburger »Josefs«, sie begleitete und leitete nach der Fusion mit dem Ortenau-Klinikum das Personal in der neuen, viel größeren Einheit noch einige Jahre weiter. 

Wunsch früh vorhanden

Und wenn sie sich heute als Patientenfürsprecherin für die Sorgen und Nöte der Patienten in Offenburg und Kehl stark macht, so sieht sie das keineswegs als »Seitenwechsel«. Denn eine zentrale Erfahrung ihres langen Berufslebens lautet: »Wenn es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut geht, dann geht es auch den Patientinnen und Patienten gut!« 

Ingrid Fuchs wurde am 19. Juli 1944 in Heilbronn geboren und wuchs mit einer Schwester auf, die leider bereits verstorben ist. Der Wunsch, »Krankenschwester« zu werden, war früh vorhanden und verfestigte sich im Praktikumsjahr im Eppinger Krankenhaus, das sie nach der Mittleren Reife absolvierte.

Es darf für Offenburg, das St. Josefskrankenhaus und auch für die Jubilarin selbst als Glück gelten, dass sie ihre­ Lehre am 1. April 1966 ausgerechnet hier begann. Die Pflege in der damals seit zehn Jahren bestehenden Klinik in Trägerschaft der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu stand vor der Schwelle des Wechsels von Ordens- zu weltlichen Schwestern und bildete mit Ingrid Fuchs eine junge Frau aus, die sich in der Folge allen Herausforderungen des Berufs und der Leitungsfunktion stellen sollte. 

1969, frisch examiniert und eine der wenigen ihres Ausbildungsjahrgangs, die übernommen wurden, wählte sie die Innere Medizin als ihr Tätigkeitsgebiet. »Ich wollte mit den Menschen reden«, begründete sie die Wahl einmal, und das ist bis heute das große Talent der Jubilarin, die sich gewissenhaft auch in Kommunikation weiterbildete, als sie schon Stationsleitung war. Unweigerlich folgte auch die Gremienarbeit, der Einsatz für ihre Kolleginnen in der Mitarbeitervertretung und lange im Bundesvorstand des Katholischen Pflegeverbandes, dessen Ehrenmitglied sie seit 2015 ist. 

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Jahre des Erfolgs

Die Jahre nach 1990 wurden für das »Josefs« und für Ingrid Fuchs Jahre des Fortschritts und des Erfolgs: Beispielhaft sei genannt, dass das Josefskrankenhaus bundesweit als erstes die Wiedereingliederung von Pflegekräften nach der Familienphase anbot, dass die Zertifizierung als »Brustzentrum« auf Anhieb gelang und eine deutsch-französische Kooperation eingeleitet wurde. 

Arbeitsbeginn um 5 Uhr

Ihr Arbeitstag begann um 5 Uhr, wenn der Nachtdienst noch andauerte. Kein Wunder, dass man sie, als vor zehn Jahren die Fusion mit dem Ortenau-Klinikum und »eigentlich« die Rente als »Josefs-Pflegedienstleitung« anstand, bat, zu bleiben und die Zusammenführung der Pflegekräfte umzusetzen. Ingrid Fuchs schaffte auch diese diffizile Aufgabe und setzt sich seit 2013 zusätzlich als Patientenfürsprecherin und damit Binde­glied zwischen Haus und Patienten ein. Kürzlich wurde sie in den Vorstand des Bundesverbandes der Patientenfürsprecher berufen. 

Es ist nur das letzte in einer langen Reihe von Ämtern, von denen die Jubilarin bittet, die »doch nicht alle aufzuzählen«. Seit 1991 für die CDU im Gemeinde- und seit 2014 im Kreisrat, ist das Krankenhauswesen naturgemäß ihr Thema. Ihr Statement zur Zukunft des Klinikums könnte klarer nicht sein: »Die Standortentscheidung ist getroffen – jetzt geht es an die Umsetzung, die anderen großen Aufgaben!«

Bereits 2005 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen, 2016 das »silberne Stadtsiegel« der Stadt Offenburg. Erholung findet Ingrid Fuchs beim Wandern, in klassischen Konzerten und beim Theaterbesuch. Und anlässlich ihres Geburtstags gönnt sie sich einen kleinen Urlaub.

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