Offenburg

Initiative präsentierte Forderungen zur Bildungspolitik

Autor: 
red/tap
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22. Mai 2019

Vor dem Salmen machten kürzlich Mitglieder der Initiative »Sibi – Sinnvoll in Bildung investieren« auf ihre fünf Forderungen aufmerksam. © Initiative »Sibi«

Die Familieninitiative »Sibi – Sinnvoll in Bildung investieren« hat auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht.

 »Sibi – Sinnvoll in Bildung investieren«, so lautet der Name einer Familieninitiative am Oberrhein, die sich am Samstag, 11. Mai, vor dem Salmen positionierte, um ihre fünf Forderungen zur Bildungspolitik vorzutragen. Der Appell sei in erster Linie an die politischen Vertretungen in Stuttgart gerichtet. Mit dem Ziel, eine breite, basisorientierte Bildungsdiskussion anzustoßen und sich kritisch mit den Bildungsprogrammen des Kultusministeriums Baden-Württembergs auseinanderzusetzen.

Im Hinblick auf die vom Kultusministerium angekündigte »datengestützte Schulentwicklung« kritisiert die Familieninitiative die Durchführung kostspieliger Evaluationen und Datensammlungen, da die Rahmenbedingungen seit Jahren nicht verbessert werden, teilt die Initiative mit. Die Qualität, kann nicht zunehmen, wenn ausgebildete Lehrkräfte im Primar- und Sonderschulbereich fehlen, der Klassenteiler viel zu hoch sei und keine festen Förder- und Vertretungsstunden zur Verfügung stehen, so Irina Bender, Elternbeiratsvorsitzende der Anne-Frank-Schule in Offenburg. Die Anwendung von Vergleichsarbeiten, so die Initiative, sei zu einseitig und werfe hinsichtlich der Durchführung und Ergebnisinterpretationen Fragen auf. Deshalb müsse den Schulen die Teilnahme an Vera-Testungen freigestellt werden, wobei die Schulgremien vor Ort in die Entscheidung eingebunden werden sollen. 

Lernen mit allen Sinnen

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Zudem fordert die Initiative für den Kindergarten- und Primarbereich eine aktive Förderung analoger Medien, die ein Lernen mit allen Sinnen ermöglicht. Digitale Medien sind behutsam und wenn, dann erst ab Klassenstufe sieben als Informationsmedium einzusetzen, nachdem die Kulturtechniken erworben wurden, die eine kritische Auseinandersetzung auf Seiten der Schülerschaft ermöglichen, heißt es in der Mitteilung der Initiative. 

Als Problem wurde der Datenschutz und das Speichern von Daten in Cloudsystemen auf externen Servern genannt. Erziehungsberechtigte wüssten nicht, in welchem Maße von ihren Kinder durch den Einsatz von Apps und Lernprogrammen personenbezogene Daten erhoben werden und somit über Umwege nach außen gelangen, so die Initiative. Auch betrachtet die Initiative mit großer Sorge den wachsenden Einfluss der Digitalindustrie auf die Bildungspolitik. »Zu oft lasse sich das Kultusministerium von Konzernstiftungen wie Bertelsmann und Mercator beraten, die bei genauerer Betrachtung ihre Wirtschaftsinteressen verfolgen und das öffentliche Bildungssystem auszuhöhlen versuchten«, heißt es in der Mitteilung. 

Kritik wurde ebenfalls an Kultusministerin Susanne Eisenmann geübt, die den kritischen Dialog mit der Basis scheuen und zentralistische Strukturen etablieren würde. Neben dem Wunsch, Ethik ab Klassenstufe eins einzuführen, sprach sich die Initiative für die Wiedereinführung des frühen Fremdsprachenunterrichts an der Rheinschiene aus. Aktuell gäbe es für die wegfallenden Französischstunden keine gezielten Förderstunden. Diejenigen Kinder, die Sprachprobleme aufweisen, erhalten keine Förderung in Deutsch als Zweitsprache, was die Bildungsschere nicht verkleinern würde. Im Gegenzug dazu würden diejenigen Kinder, die keinen Förderbedarf hätten, um den Fremdsprachenunterricht betrogen werden. 

Um sich Gehör zu verschaffen wolle man mit Stuttgart aktiv in Dialog treten und nicht locker lassen, bis alle kritischen Fragen ausgeräumt seien, so die Initiative »Sibi«.
 

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