Gemeinderat Ortenberg

Integration: Wie die Zusammenarbeit mit der Caritas läuft

Autor: 
Volker Gegg
Lesezeit 3 Minuten
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22. Januar 2021

Einen Tag in der Woche bietet das Integrationsmanagement eine Sprechstunde im Ortenberger Rathaus an. ©Archivfoto

Der Ortenberger Gemeinderat lobt die Arbeit des Caritasverbads Offenburg-Kehl: Das Integrationsmanagement berät und begleitet Flüchtlinge in allen Lebenslagen und wird fortgesetzt. 

Seit 2017 verantwortet der Caritasverband Offenburg-Kehl das „Integrationsmanagement Vorderes Kinzigtal“. Neben den Gemeinden Gengenbach, Ohlsbach und Berghaupten ist dabei auch Ortenberg mit im Boot. In diesen vier Gemeinden umfasst die zentrale Aufgabe der Mitarbeitenden im Integrationsmanagement die individuelle und niedrigschwellige Beratung und Begleitung von Flüchtlingen zu allen Bereichen des Lebens.

Neben Gesundheit, Bildung, Arbeit und Ausbildung gehört auch Freizeit, das Erlernen der deutschen Sprache und der Bereich Sozialleistungen zum Angebot der geschulten Mitarbeiter. „Den Menschen wird geholfen, auch bei Anfragen an Behörden oder der Suche nach Wohnraum“, erläuterte Bürgermeister Markus Vollmer am Montagabend in der virtuellen Gemeinderatssitzung. 

„Laut eigenen Angaben bietet der Service geflüchteten Menschen eine individuelle Beratung und Begleitung in Integrationsprozessen“, so Vollmer weiter. Darüber hinaus halten die Mitarbeiter des Integrationsmanagements Kontakt mit der örtlichen ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe „Forum Asyl“ und führen das bereits vorhandene Netzwerk in Ortenberg fort. „Wir können da nur zufrieden sein. Ein Tag in der Woche bietet das Integrationsmanagement eine Sprechstunde hier bei uns im Rathaus an, die von den Hilfesuchenden gerne in Anspruch genommen wird“, erläuterte der Rathauschef.

1398 Beratungen

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Derzeit sind für das Vordere Kinzigtal vier Integrationsmanager jeweils in Teilzeit tätig. Ortenberg hat laut Vollmer mit Jessica Thon eine eigene persönliche Ansprechpartnerin. Zwischen dem 1. Januar und dem 15. November vergangenen Jahres wurden in den vier Gemeinden 1398 Beratungsgespräche geführt, davon 45 Prozent telefonisch und 55 Prozent persönlich. Zu diesen 55 Prozent gehören laut Vollmer rund zehn Prozent an Hausbesuchen dazu. 

Hinzu komme die Arbeit der Ehrenamtlichen mit einem niederschwelligen Sprachkurs und vielen Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Behörden. So ziehen 80 Prozent der Beratungsgespräche weitere Kooperationsgespräche nach sich. „Auch wenn die große Flüchtlingswelle der Jahre 2015 und 2016 abgeklungen ist, diese Arbeit wird nach wie vor benötigt, denn wir bekommen ständig neue Flüchtlinge mit dazu“, argumentierte Vollmer auf eine Nachfrage von FDP/Freie Liste-Rat Trutz-Ulrich Stephani. 

6755 Euro Differenz

Noch bis 2023 wird das Integrationsmanagement vom Land durch den „Pakt für Integration“, gefördert. Die Caritas erhält für die drei Integrationsmanager zwei Personalstellen für das laufende Jahr. Faktisch entstehen daher für die Gemeinde keine Kosten. Allerdings werden laut Caritas in diesem Jahr 125 005 Euro Kosten für das Integrationsmanagement anfallen, vom Land überwiesen werden nur 118 250 Euro. So ergibt sich laut Vollmer eine Differenz in Höhe von 6755 Euro. 

„Nicht eingerechnet sind bei der Landesförderung das Dienstfahrzeug, die jeweiligen Fahrtkosten sowie die IT-Ausstattung der Mitarbeiter“, erläuterte Vollmer. Auf Grundlage des Einwohnerschlüssels der vier Gemeinden müsste die Gemeinde Ortenberg 16 Prozent des Fehlbetrags, 1080 Euro, übernehmen. Die Gemeinderäte konnten dem Verwaltungsvorschlag nur zustimmen, allerdings nicht ohne die Arbeit der Integrationsmitarbeiter und des „Forums Asyl“ lobend zu erwähnen. 

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