Festgottesdienst am 14. Oktober

Jubiläum: Pfarrei Biberach ist 400 Jahre alt

Autor: 
Dieter Petri
Lesezeit 3 Minuten
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24. September 2018

Die Kirchtürme sind Symbole des kirchlichen Lebens in Biberach. 1959 wurde die Kirche St. Blasius (hinten) eingeweiht. Der Turm vorne stammt von der Vorgängerkirche. ©Dietmar Ruh

Die Pfarrei Biberach besteht in diesem Jahr seit 400 Jahren.  Die katholische Kirchengemeinde feiert dies mit einer festlichen Messe am Sonntag, 14. Oktober, anschließend trifft man sich im Rietsche-Saal. Am Abend zuvor findet ein Vortrag über vier Jahhunderte kirchliches Leben in Biberach statt.

Im Jahre 1618 verfügte Bischof Leopold I. von der Diözese Straßburg, wozu das untere Kinzigtal damals gehörte, dass Biberach eine eigene Pfarrei werden soll. Er entsprach damit dem Wunsch der Gemeindevertreter bestehend aus dem »Vogt« und den sechs »Gerichtsleuten«. Bis dahin wurde Biberach vom Zeller Pfarrer oder seinem Kaplan betreut. Die finanzielle Ausstattung der Pfarrstelle sollte das Kloster Gengenbach übernehmen, weil es im Ort den Kirchenzehnten einzog. Der wurde jedoch bis dahin für die Instandhaltung der Kapelle und für die Aushilfe aus Zell verwendet. Der Abt von Gengenbach hatte es daher nicht besonders eilig, die Anordnung des Bischofs umzusetzen. 

Die in Biberach schon länger bestehende Kapelle wurde 1647 dem heiligen Blasius geweiht. Der Heilige wurde bekanntlich gegen Halskrankheiten angerufen. Da Biberach am Zusammenfluss vom Harmersbach, Erlenbach und der Kinzig liegt und öfters mit Nebel vorlieb nehmen muss, können Halskrankheiten häufiger auftreten. 

1742 wurde die Kirche auf Initiative des Klosters Gengenbach im barocken Stil erweitert. Dabei erhielt sie einen Seitenaltar mit 14 Nothelfern. Der heilige Blasius gehörte von Anfang zu der erlauchten Runde. 
Biberachs alte Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrmals erweitert und renoviert. Im Herbst 1966 wurde sie abgerissen. Einzig der alte Kirchturm blieb erhalten, da dessen Geschichte bis in die romanische Epoche zurückführt. Die jetzige Pfarrkirche ersetzt diese alte Kirche seit dem Jahre 1959.

Beichtgeld eingezogen

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Auch nach der Verstaatlichung von Kirchengütern um 1803 und der beginnenden Trennung von Staat und Kirche schützte der staatliche Arm noch lange das kirchliche Leben. So wurde in Biberach 1836 das Kegelspiel während des Hauptgottesdienstes mit zehn Reichstalern bestraft. Bei Ablegung der Osterbeichte stellte der Pfarrer eine Bescheinigung aus, die später zusammen mit dem Beichtgeld von zweieinhalb Kreuzern vom Ortsdiener der politischen Gemeinde eingezogen wurde. 

Einen ausführlichen Vortrag mit Bildern über das kirchliche Leben Biberachs in vier Jahrhunderten wird Dieter Petri am Samstag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Rietsche Saal halten. Der Historische Verein Biberach stellt in Vitrinen wichtige Dokumente zur Geschichte der Pfarrei vor. 

Am Sonntag, 14. Oktober, zelebriert Pfarrer Bonaventura Gerner die Festmesse. Für die Festpredigt wurde Pallottinerpater Sascha-Philipp Geißler gewonnen. Er leitet in Friedberg (Bayern) die Wallfahrt. 
Derzeit probt ein Projektchor die Festmesse. Der Biberacher Kirchenchor wird dabei verstärkt von Sängerinnen und Sängern aus Zell und Prinzbach unterstützt. 

Chorleiterin Sonja Große hat für den Anlass die »Messe Brève« von Léo Delibes ausgewählt. Das Werk strahlt mit seiner Melodik eine besondere Freude aus. Ein Ensemble mit zwei Trompetern und zwei Posaunisten wird die Feierlichkeit noch erhöhen. Die Begleitung an der Orgel wird bei Michaela Große liegen. Nach dem Festgottesdienst lädt die Pfarrei in den Rietsche-Saal zu einem traditionellen Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen ein. 

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