"Robin Hood" ist weiblich

Junge Theaterakademie führt "Robin Hood" im Salmen auf

Autor: 
Dominik Kaltenbrunn
Lesezeit 4 Minuten
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02. Dezember 2019

Die Junge Theaterakademie Offenburg führt „Robin Hood“ am 5., 6. und 7. Dezember jeweils um 19 Uhr im Salmen auf. Ende November präsentierten die Mitwirkenden das Projekt, das von der Bürgerstiftung St. Andreas mit 3000 Euro gefördert wird. ©Christoph Breithaupt

Die junge Theaterakademie Offenburg bringt dieses Jahr „Robin Hood“ auf die Bühne des Salmen. Neben den Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen war an dem Theaterprojekt erstmals auch die Kunstschule Offenburg beteiligt.

Mit „Gutenbergs Traum“ hat die Junge Theaterakademie Offenburg im vergangenen Jahr ein nachdenkliches und anspruchvolles Stück aufgeführt, das sich mit den Folgen der Digitalisierung auseinandersetzt. Bewusst haben die Verantwortlichen daher dieses Jahr auf einen leichteren Stoff gesetzt, wie Paul Barone, Theaterlehrer am Grimmelshausen-Gymnasium, bei der Projektvorstellung sagte. „Wir führen Robin Hood auf. Das ist ein Stück, das sich auch Kindern erschließt, und in dem es um das Zusammenleben in einer gerechten Welt geht.“ An dem Projekt beteiligt sind etwa 80 Mitwirkende, davon 35 Schauspieler, berichtete Barone.

Alle Künste vereinen

„Die Grundidee unseres Theaterprojekts ist, dass möglichst viele Künste zusammenkommen sollen“, sagte Barone vom Regieteam der Jungen Theaterakademie Offenburg. Durch die Vernetzung verschiedener Künste soll etwas Kreatives geschaffen werden. In diesem Sinne ist die bewährte Kooperation vom Theater am Grimmelshausen-Gymnasium und der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen um einen Partner erweitert worden: Aus der Zusammenarbeit mit der Kunstschule ist das Bühnenbild entstanden. „Die Kooperation soll langfristig fortgesetzt werden“, kündigte Michael Witte, Leiter der Kunstschule, an.

Dass alle Künste zusammenfinden sollen, entspricht auch dem Konzept von kultureller Bildung von Witte. „Im schulischen Bereich bekommt man das alleine nicht hin“, erklärte er.

Für die Aufführungen von „Robin Hood“ ist eine Wechselbühne entstanden, die aus verschiedenen Ebenen – etwa Wald, Haus oder Mauer – besteht. „Das sind alles Holzkonstruktionen“, sagte Witte. Momentan werde an der Dekoration des Bühnenbilds noch die Feinarbeit ausgeführt. 

Für die Projektteilnehmer in der Kunstschule habe es spannende Aufgaben gegeben, etwa das Langziehen und auf Spannung bringen von Stoffbahnen, sagte Witte. „Wir haben letztlich viel mehr Stunden in das Bühnenbild investiert, als ursprünglich gedacht“, so der Kunstschulleiter.

Neue Nähtechniken

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Das war auch bei den Näharbeiten der Haus- und Landwirtschaftlichen Schulen so, berichtete Lehrerin Ingrid Neliba. „Seit sechs Jahren nähen wir Kostüme für die Junge Theaterakademie Offenburg. Das machen jeweils Schülerinnen und Schüler, die im Sommer ihre Mittlere Reife machen“, sagte sie. „Das Nähen der Kostüme war eine große Herausforderung für uns, da wir davor eher kleinere Sachen genäht hatten“, berichtete die Schülerin Mara Eichhorn.

Dabei wurden neue Nähtechniken gelernt. „Wir haben auch neue Nähmaschinen kennen gelernt, etwa die Overlock-Maschine“, so Eichhorn. Diese nähe sehr schnell und schneide danach auch gleich automatisch ab – „Man hat also nur einen Versuch, es darf nichts schief gehen“, erklärte die Schülerin. 

Der Mantel aus Samt, den „Prinz John“ im Stück trägt, stammt aus einem besonderem Stoff. „Den haben wir aus einem Teil des alten Vorhangs der ehemaligen Stadthalle genäht“, berichtete Neliba. Der Stoff sei teilweise schadhaft gewesen und hätte ausgebessert werden müssen. 

Die Bürgerstfitung St. Andreas, Hauptförderer des Theaterprojekts, spendete 3000 Euro. „Wir wollen Dinge ermöglichen, die ohne Geld nicht möglich wären, auch um als Bürger Offenburgs etwas zurückzugeben“, sagte Bernhard Schneider, Geschäftsführer der Stiftung. Die Musik für die Aufführungen hat mit Jan Esslinger ein ehemaliger Grimmelshausen-Schüler komponiert. „Die Musik ist – wie das Bühnenbild – sehr farbig, mit viel Varieté und Ambiance“, berichtete Patrick Labiche vom Regieteam.

Weiblicher Robin Hood 

Über die Darstellung der Hauptfigur Robin Hood wurde unter den Mitwirkenden viel diskutiert. „Letztlich haben wir die Rolle weiblich besetzt. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten im Stück“, sagte die Schülerin Emelie Kalkoff, die als „Dottore“ mitspielt. 
„Das ist unser humoristischstes Stück bisher, es hat eindeutig einen komödiantischen Charakter“, berichtete Magdalena Heß, die den „Olwyn“ mimt. „Wir haben aber auch die Kurve zu der ernsten Frage nach Gerechtigkeit gut hinbekommen“, ergänzte sie.

INFO: Die Junge Theaterakademie Offenburg führt „Robin Hood“ am 5., 6. und 7. Dezember um 19 Uhr im Salmen auf. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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