Offenburg

»Kandidat-O-Mat« feiert bei OB-Wahl in Offenburg Premiere

Autor: 
Christian Wagner
Lesezeit 3 Minuten
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20. Mai 2018
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©Christel Stetter

Zur OB-Wahl in Offenburg soll es erstmals in Deutschland einen »Kandidat-O-Mat« geben. Die Landeszentrale für politische Bildung will zusammen mit dem Offenburger Tageblatt die dafür erforderlichen Fragen entwickeln. Die Wähler können sich dann durchklicken – und am Ende wird der Kandidat ausgespuckt, dessen Vorstellungen am stärksten mit den eigenen Angaben übereinstimmen. 
 

Eigentlich hätte der »Kandidat-O-Mat« bei der OB-Wahl in Freiburg seine Premiere feiern sollen. Aber Amtsinhaber Dieter Salomon empfand das Ganze als zu oberflächlich und verweigerte seine Teilnahme – es war einer der Sargnägel für seine Abwahl. 
Nun starten Karl-Ulrich Templ, stellvertretender Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, und Michael Wehner, Leiter der Außenstelle Freiburg, einen neuen Anlauf, um die Deutschlandpremiere des »Kandidat-O-Mat« feiern zu können: »Die OB-Wahl am 14. Oktober in Offenburg bietet sich dafür an«, betont Templ. Er und sein Mitstreiter Michael Wehner sind davon überzeugt, dass diesmal alle Bewerber mitmachen.

Interesse wecken

Der »Kandidat-O-Mat« sei ein Instrument, das analog zum »Wahl-O-Mat« funktioniere. »Er soll auf spielerische Weise programmatische Inhalte näherbringen«, erläutert Templ. Und: Er soll das Interesse der Bürger und vor allem von jungen Menschen an Politik wecken – ein großes Anliegen der Landeszentrale für politische Bildung.

Nachdem sich der »Wahl-O-Mat« bei Bundes- und Landtagswahlen etabliert habe und aus Sicht von Templ längst »Teil der Wahlkämpfe geworden ist«, will die Landeszentrale dieses Tool nun auch für Persönlichkeitswahlen anbieten. Bei der Bundestagswahl habe man bezogen auf die Wahlkreiskandidaten in Freiburg erste Erfahrungen gesammelt, ebenso bei der OB-Wahl in Freiburg: »Es hat dort zwar nicht stattgefunden, aber hat uns trotzdem wichtige Erkenntnise gebracht«, so Templ.

So funktioniert’s

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Nun soll der »Kandidat-O-Mat« für die OB-Wahl in Offenburg entwickelt werden. Das Ganze läuft wie folgt ab: Gemeinsam mit dem Offenburger Tageblatt, das als Kooperationspartner das lokalpolitische Knowhow einbringen soll, entwickelt die Landeszentrale die Themenfelder, die bei der OB-Wahl eine Rolle spielen werden. Bei einem Redaktionsworkshop sollen anschließend Fragen erarbeitet werden. 

Da es Templ und Wehner sehr wichtig ist, junge Menschen nachhaltig für Politik zu begeistern, soll sich an diesem Workshop auch eine Jugendredaktion beteiligen – bestehend aus 20 bis 25 Leuten im Alter von 16 bis 29 Jahren. Die Ausschreibung hierzu wird Anfang Juli in unserer Zeitung erfolgen. Auch Leser werden sich mit Fragen einbringen können.

Online am 22. September 

Aus diesem Pool von Fragen werden die Experten der Landeszentrale 30 Fragen herausdestillieren und so wissenschaftlich aufarbeiten, dass sie zur Unterscheidung der Kandidaten geeignet sind. Apropos Kandidaten: Ohne die geht es natürlich nicht. Diese müssen  die Fragen direkt nach Ende der Bewerbungsfrist (18. September) beantworten. Am 22. September soll der »Kandidat-O-Mat« dann freigeschaltet werden. 

Karl-Ulrich Templ ist sich sicher, dass die Offenburger von dem Angebot begeistert sein werden: »Es basiert auf einer seriösen, überparteilichen Grundlage – und es macht einen Riesenspaß, sich da durchzuklicken.«

Hintergrund

Der Fahrplan für die OB-Wahl

Am Sonntag, 14. Oktober, wählen die Offenburger ein neues Stadtoberhaupt. Amtsinhaberin Edith Schreiner (60, CDU) wird nach 16 Jahren auf dem Chefsessel im Rathaus nicht mehr antreten.
Der Beginn der Bewerbungsfrist ist auf den 21. Juli, das Ende auf den 18. September datiert. Am Dienstag, 9. Oktober, 19 Uhr, findet die offizielle Kandidatenvorstellung in der Oberrheinhalle statt. Am Sonntag, 14. Oktober, werden die wahlberechtigten Offenburger dann zur Wahlurne gebeten. Falls ein zweiter Wahlgang erforderlich wird, würde dieser zwei Wochen später, am 28. Oktober, stattfinden.
Erwartet werden mindestens drei Kandidaten: CDU, SPD und Grüne haben angekündigt, auf jeden Fall einen Bewerber ins Rennen schicken zu wollen. Die FDP hält es sich noch offen, einen eigenen Kandidaten zu stellen, Freie Wähler und AfD haben hinsichtlich der OB-Wahl bereits abgewunken.

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