CDU-Politiker war zu Gast in Offenburg

Kein "Nähkästchen", aber ein echter Bosbach

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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12. Oktober 2018
Wie man ihn aus vielen Talkshows im deutschen Fernsehen kennt: CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (links) im Gespräch mit Andreas Franik.

Wie man ihn aus vielen Talkshows im deutschen Fernsehen kennt: CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (links) im Gespräch mit Andreas Franik. ©Sparkasse Offenburg/Ortenau

Mit Wolfgang Bosbach hatte die Sparkasse Offenburg/Ortenau einmal mehr einen Gast mit echten Starqualitäten zu einer Vortragsveranstaltung in die Oberrheinhalle gebeten. Die von vielen erhofften Plaudereien »aus dem Nähkästchen« gab es allerdings nicht.

Er ist ein Phänomen und in seiner Art nur mit ganz wenigen seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen im deutschen Bundestag vergleichbar: Obwohl neun Jahre lang stellvertretender Fraktionsvorsitzender und einige Jahre Vorsitzender des parlamentarischen Innenausschusses, hatte der in Bergisch Gladbach geborene CDU-Politiker nie einen der »ganz großen« Posten in Partei oder Parlament, die das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit garantieren. Und doch: Sein Bekanntheitsgrad, dessen Wirkung sich auch am Donnerstag in der voll besetzten Oberrheinhalle zeigte, ließ und lässt so manchen »wichtigeren« Politiker vor Neid erblassen.

Und das schiere »Wahrgenommen werden«, die Aufmerksamkeit der Anderen, ist nun mal in unserer heutigen Zeit ein hoher Wert an sich. Eventuell ist dies einer der Gründe dafür, dass ihm nach seinem Ausscheiden am Ende der letzten Wahlperiode des Bundestages nur von Sigmar Gabriel für seine Arbeit ausdrücklich gedankt wurde, wie zu hören war. Es drängt sich die Vermutung auf, dass genau das, was ihn den Wählern lieb macht, Wolfgang Bosbach seinen Kolleginnen und Kollegen entfremdet.

»Er steht für Anstand«

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Der 66-Jährige, der insgesamt sechsmal in den Bundestag gewählt worden ist, stehe »für Anstand«, so hatte es der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Offenburg/Ortenau, Helmut Becker, in seiner Begrüßung ausgedrückt. Er bedauere, dass es »von seiner Sorte weniger gibt«, so Becker später, der auch im selben Satz lobte, wie »absolut authentisch, detailreich und überzeugend« der Gast im Gespräch mit Moderator Andreas Franik rüberkam. Auch Offenburgs Oberbürgermeisterin fand, Wolfgang

Bosbach mache Politik transparent und beeindrucke »durch persönliche Glaubwürdigkeit«. Auch sein »Werben für eine sachliche Streitkultur« hob Edith Schreiner hervor. Ganz ähnlich drückte es eine Zuhörerin aus: »Gut fand ich, dass Wolfgang Bosbach dafür plädiert, Politiker sollten sich besser in einer Sache, für die sie streiten, gemeinsam positionieren und nicht jeweils einzeln profilieren.« 

Mit seiner umgänglichen Art, kombiniert mit rheinischem Zungenschlag, kam Wolfgang Bosbach bei den Badenern ausgesprochen gut an. Aber diejenigen Zuhörerinnen und Zuhörer, die auf detailreiches Insiderwissen aus dem politischen Feld gehofft hatten, wurden doch enttäuscht. Denn mit seiner Haltung zu den beiden Reizthemen »Eurorettung« und »Grenzöffnung 2015« hatte er sich seinerzeit dezidiert gegen die Haltung der Kanzlerin gestellt. Keine Silbe »aus dem Nähkästchen« darüber. Entschädigt wurde für die »wenigen Details aus dem Politikerleben«, die eine Zuhörerin bedauerte, mit viel Bosbach pur, so dem Vier-Frauen-Haus in Bergisch-Gladbach und dem amüsanten Detail, dass auch seine Frau Sabine eine geborene Bosbach ist. 

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