Offenburg

Keine Ampel am Offenburger Bahnhof

Autor: 
Christian Wagner
Lesezeit 3 Minuten
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18. Juli 2014
Schlaraffenland für Fußgänger, Albtraum für Autofahrer: Der Zebrastreifen am Bahnhof bleibt. Der Verkehrsausschuss hat die Einrichtung einer Ampel abgelehnt.

Schlaraffenland für Fußgänger, Albtraum für Autofahrer: Der Zebrastreifen am Bahnhof bleibt. Der Verkehrsausschuss hat die Einrichtung einer Ampel abgelehnt. ©Ulrich Marx

Alles bleibt wie gehabt: Der Verkehrsausschuss hat eine von Freien Wählern und SPD geforderte Ampelregelung am Bahnhof abgelehnt. Folglich bleibt der meistfrequentierte und -diskutierte Zebrastreifen der Stadt erhalten. Gewinner sind die 11 000 Fußgänger pro Tag, die weiter bequem in die Stadt flanieren können. Die Nerven der Autofahrer werden dagegen auch künftig auf die Probe gestellt.

Alles eine Frage der Perspektive: Aus Sicht der Fußgänger ist der Zebrastreifen am Bahnhof optimal. Sie können weitgehend ungehindert die Straße queren. Zum Leidweisen der Autofahrer: Denn für die ergeben sich vor allem in den drei bis vier Stoßzeiten pro Tag fast unerträgliche Wartezeiten.

Mehrfach gab es deshalb schon Vorstöße, die Situation zu verbessern. Doch bislang erteilte das Technische Rathaus für eine Ampelregelung kein grünes Licht. Jetzt haben sich aber die Parameter geändert, und daher hat auch bei der Stadtverwaltung ein Umdenken eingesetzt: So habe sich die Zahl der Fußgänger von 2001 bis heute von 7000 auf 11 000 erhöht, wodurch sich die Situation noch einmal zugespitzt habe, wie Verkehrsplaner Mathias Kassel am Mittwochabend im Verkehrsausschuss erläuterte. Er empfahl deshalb, den Anträgen von Freien Wählern und SPD zu folgen und eine Ampelanlage zu installieren.

Diese würde rund 80 000 Euro kosten und Fuß- und Radverkehr Dauergrün gewähren. Grün für Autofahrer gebe es auf Anforderung, wenn diese eine von drei Schleifen in der Straße überfahren, führte Kassel weiter aus.

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Während die Antragsteller­ Wolfgang Schrötter von den Freien Wählern (»Es ärgert uns, wie unvernünftig und nicht kompromissbereit die Fußgänger sind«) und Heinz Hättig (SPD) nochmal für die Ampel warben, äußerten sich die Kollegen im Ausschuss skeptisch. CDU-Chef Kurt Feger bezweifelte, dass man die Anforderungsschleifen auf Anhieb richtig platzieren könne, sodass der Verkehr optimal fließt – er forderte daher zunächst einen Probelauf. Dem erteilte Verkehrsplaner Kassel genauso eine Absage wie der von Feger ebenfalls geforderten Abschaltung in den ruhigen Abend- und Nachtzeiten.

Ein Probelauf sei bei einer so komplexen Schaltung nicht mit einer einfachen Baustellen­ampel darstellbar. Außerdem müsse dazu der Zebrastreifen unwiderrufbar entfernt werden. Die jetzige Situation sei danach aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht mehr wiederherstellbar. Problematisch sah Kassel auch die Nachtabschaltung der Ampel. Als man an der Kreuzung Marlener Straße / Wichernstraße die Sig­nalanlage nachts ausgeschaltet habe, gab es in kurzer Zeit drei schwere Unfälle.

»Mehr Rotverstöße«
Jürgen Ochs von den Grünen regte an, den Bahnhofsbereich als »Shared Space« zu gestalten, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt seien. Wie FDP-Stadtrat Silvano Zampolli rechnet Ochs mit einer Zunahme der »Rotverstöße um 80 Prozent«, falls die Ampel eingerichtet werde. »Wer zum Bahnhof geht, ist in Eile und läuft einfach drüber«, so Zampolli. Die Zweifel überwogen auch in der Abstimmung: Mit fünf Nein- und vier Ja-Stimmen wurde die Ampel abgelehnt. Bürgermeister Oliver Martini gab den Hinweis, dass 2016 mit der Planung für die Modernisierung des Bahnhofs­areals begonnen werde und dann eine große Lösung des Problems – eventuell mit einer Verlegung des ZOB – anstehe. Für Stadtrat Schrötter war dies wenig tröstlich: »Das geht noch mindestens 100 Jahre«, wetterte er.

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