Ende einer Ära

Keine IVV-Volkswandertage in Zell-Weierbach mehr

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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14. März 2019

Am Wochenende fand der letzte IVV-Volkswandertag in Zell-Weierbach statt: Offenbar war der Wettergott auch nicht froh, dass eine Ära zu Ende geht. ©Regina Heilig

Abschied von einer Ära: Die 50. Volkswandertage in Zell-Weierbach waren auch die letzten: Es hatte ein bisschen was von einem Abschied, als am vergangenen Wochenende die IVV-Volkswandergruppe Zell-Weierbach zum 50. Mal Gleichgesinnte in Zell-Weierbach willkommen hieß.  

In 50 Jahren war wettermäßig »schon alles dabei«. Strahlender Sonnenschein, der so viele Wanderer auf die Strecken lockte, dass die Rebberge rund um Zell-Weierbach einer »Fußgänger-Autobahn« glichen, oder eisige Temperaturen und gefährliche Glätte, die hohe Ansprüche an die Präparierung der Strecken und die Ausrüstung der Teilnehmer stellte. »Wir wandern bei jedem Wetter«, ist ein Spruch, der in all den Jahren oft zu hören war. 

Beim letzten und 50. Malwar der Wettergott der Wandergruppe Zell-Weierbach mit dem Vorsitzenden Manfred Sälinger und dem Organisator Marco Götz leider nicht so hold: Keineswegs zu kalt oder durchgehend zu nass, aber insgesamt ein bisschen ungemütlich, schien auch der Himmel ein wenig gram zu sein, dass diese Tradition nun endet. Angefangen hatte alles in den frühen 1970er-Jahren und richtig Fahrt aufgenommen in den 1980er-Jahren: Als Teil der sehr populären »Trimm-dich«-Bewegung fand die neue Idee, nicht nur auf Waldpfaden, sondern auch in der unmittelbaren Nähe von Ortschaften die Wanderschuhe zu schnüren, rasant Anhängerinnen und Anhänger. Ganze Familien hatten an jedem Wochenende das »Wanderbüchle« dabei, in das die absolvierten Kilometer eingetragen werden. Unvergessen ist der Anblick der bis zur Kirche restlos zugeparkten Weingartenstraße, wenn »die Kanadier« in großen Scharen aus Lahr kamen und dem kommunikationsfördernden Gemeinschaftssport frönten. 

So trugen die Volkswandertage das Prädikat »international« schon früh und bis zum Schluss zu Recht, denn auch heuer waren die Wanderfreunde aus dem Elsass wieder stark vertreten. So belegten denn auch Cernay mit 54 Personen, Bootzheim mit 35 Wanderinnen und Wanderern und Westhouse mit nur einer Person weniger die ersten Plätze in der Gruppenwertung. Auch dreißig Jugendliche und Kinder erfreuten sich an der Jugendwanderung mit interessantem Quiz. 

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Zu wenig Aktive

Zu diesen Teilnehmerinnen gehören auch die Schwestern Marla und Leah aus Gengenbach, die mit ihren Eltern unterwegs sind und begeistert mitknobeln. Genau wie die Zell-Weierbacher IVV-Gruppe, nämlich »seit fünfzig Jahren, wenn auch mit Unterbrechungen«, gehört Lothar aus Unterfranken zu den Anhängern des Volkswanderns. Er verbindet die Teilnahme in Zell-Weierbach mit einem ausgedehnten Wanderurlaub und »insgesamt sieben Wanderungen hier in der Gegend«. Auch für ein Paar aus Ludwigsburg ist die Wanderung in Zell-Weierbach nur eine von vielen, die sie im Rahmen ihres Urlaubs am Oberrhein planen. 

Wegen der Teilnehmer müssten die Zell-Weierbacher keineswegs ans Aufhören denken, vielmehr ist die Gruppe der Aktiven, die bei dem Großereignis, das die Abtsberghalle locker füllt, mithelfen können, im Laufe der letzten Jahre immer mehr geschrumpft. Und so bleibt die die Zell-Weierbacher IVV-Wandergruppe zwar bestehen und ihrem sportlichen Hobby treu, aber die beliebte eigene Veranstaltung ist seit Montag Geschichte. 

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