Pappenfabrik plant Investition in Gengenbach

Köhler will neues Heizwerk bauen

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12. April 2021
Thomas Dörfer, Prokurist der Albert Köhler GmbH & Co KG, hat Pläne für ein neues Kraftwerk vorgestellt. Das Unternehmen möchte aus ökonomischen wie ökologischen Gründen anstatt Braunkohlestaub Althölzer verfeuern.

Thomas Dörfer, Prokurist der Albert Köhler GmbH & Co KG, hat Pläne für ein neues Kraftwerk vorgestellt. Das Unternehmen möchte aus ökonomischen wie ökologischen Gründen anstatt Braunkohlestaub Althölzer verfeuern. ©Reizel, Thomas

Die Gengenbacher Pappenfabrik möchte durch den Verzicht auf Braunkohlestaub rund 19 000 Tonnen CO2 sparen. Trotzdem gibt es im Gemeinderat noch einige Bedenken.

Die Albert Köhler GmbH & Co KG, Gengenbachs größter Industriebetrieb, möchte ein neues Biomasseheizwerk bauen, um die Produktion von Pappen wirtschaftlicher und ökologischer zu gestalten. Prokurist Thomas Dörfer gab dem Gemeinderat die Pläne zunächst zur Kenntnis. Über den Antrag wird das Gremium separat entscheiden.

Ausgangspunkt für die Überlegungen für den Bau der Anlage ist die CO2-Bepreisung im Zuge des vom Bund beschlossenen Kohleausstiegs. Pro ausgestoßener Tonne dieses Treibhausgases sind in diesem Jahr 25 Euro fällig, in fünf Jahren werden es 65 Euro sein. „Das würde für uns Mehrkosten in Höhe von rund einer Million Euro bedeuten“, erklärte Thomas Dörfer. Diese möchte die Firma sparen.

„Bund würde fördern“

Doch es ergebe sich ein weiterer Vorteil. Bisher verfeuert Köhler Braunkohlestaub. Das verursacht pro Jahr rund 19 000 Tonnen CO2, die sich vermeiden ließen. „Das entspricht zwei Windkraftanlagen“, rechnete Thomas Dörfer vor und verweist auf den Bund, der bereits eine 50-Prozentförderung des Sechs-Millionen-
Euro-Projekts zugesagt hat. Ein weiterer Pluspunkt sei aus Dörfers Sicht, dass das gesamte Material aus der Region, also in einem Umkreis von maximal 100 Kilometern, geliefert wird. Somit entfallen lange Transportwege. Dennoch schien der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung bei der Kenntnisnahme zurückhaltend. Denn anstatt Braunkohlestaubs sollen neben Hackschnitzeln auch Althölzer der Kategorien I (unbehandelt) und II (verleimt und/oder lackiert) verbrannt werden.

Für Thomas Dörfer ist das kein Problem. „Die Hölzer sind alle ohne halogenorganische Verbindungen.“ (siehe Hintergrund). Auch würden sämtliche Grenzwerte eingehalten. Lediglich die Staubemission würde leicht steigen. „Die Verbrennung erfolgt bei mehr als 900 Grad, deshalb werden fast alle Schadstoffe eliminiert“, sagte der Prokurist. Er verdeutlichte auch, dass Althölzer der Kategorien I und II einen deutlich höheren Heizwert als frische Hackschnitzel hätten, weil diese keine Restfeuchtigkeit mehr aufwiesen. Dieter Halsinger (Grüne Liste) begrüßte zwar die deutliche CO2-Reduktion als „wichtiges Thema“, sagte aber auch, dass den Grünen das Verbrennen von Altholz II Sorgen bereitet. Bedenken hat er auch bezüglich der Höhe des Heizkraftwerks.

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Es soll mit rund 23 Metern zwar nicht so hoch wie die Rubin-Mühle sein, aber wegen der Nähe zum geplanten Wohngebiet möglicherweise eine optische Beeinträchtigung darstellen. Anderseits begrüßt Halsinger den Bezug des Materials aus der Region.

Wettbewerbsfähigkeit

Thomas Dörfer warb für das neue Heizwerk nicht nur mit der klimapolitischen Verantwortung Gengenbachs und dem großen Beitrag für die Energiewende, sondern auch mit unternehmerischer Herausforderung. „Im Gegensatz zum Braunkohlestaub sichert das neue Heizwerk unsere Wettbewerbsfähigkeit in Europa“, erinnerte er an die hohe Bepreisung des CO2-Ausstoßes mit jährlich steigenden Kosten.

Würde die Albert Köhler GmbH & Co KG weiter Braunkohlestaub verbrennen, müsste sie nach Ausführungen von Thomas Dörfer ab 2026 jährlich rund eine Million Euro nur für diese Abgabe ausgeben. Dieses Geld, so argumentiert Dörfer, könne gespart und in moderne Technik investiert werden.

Eine tiefergehende Diskussion zum Heizwerk gab es im Gengenbacher Gemeinderat noch nicht. Diese wird erst dann folgen, wenn das Thema zur Abstimmung steht.

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