Sinkende Altpapierpreise

Kolpingsfamilie Zell-Weierbach sorgt sich um Spendenerlöse

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 4 Minuten
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20. April 2018

Mehrere Ehrungen gab es bei der Kolpingsfamilie Zell-Weierbach (von links): Josef Laule, Siegfried Falk, Klaus Schlenz, Josef Basler und Stefan Schmid. ©Barbara Puppe

Die Kolpingsfamilie Zell-Weierbach konnte bei der jüngsten Mitgliederversammlung Spenden in Höhe von 4000 Euro aus dem Erlös ihrer Altpapiersammlungen und Kleidercontainer  an verschiedene Einrichtungen vergeben. Aber: Die Spenden sind durch sinkende Altpapierpreise künftig gefährdet

Die Kolpingsfamilie Zell-Weierbach mit derzeit 54 Mitgliedern gehört zum Kolping-Diözesanverband Freiburg mit rund 180 Kolpinggruppen, auch Kolpingsfamilien genannt.  Ein arbeitsreiches Jahr mit 16 Veranstaltungen liegt hinter der  Zell-Weierbacher Gruppe. Besonders hob Vorsitzender Josef Basler den Regionalkreuzweg  im April 2017 in der Weingartenkirche hervor, an dem über 200 Kolpingsbrüder und -schwestern aus der Region teilgenommen hatten. Der Jahresausflug nach Konstanz im Juli war ein weiterer Höhepunkt. Wie in jedem Jahr gab es drei Papiersammlungen, auch wurden Altkleidercontainer geleert, wobei die Ministranten der Pfarrei mit angepackt haben.

Ein freudiger Anlass war die Übergabe der Spenden von insgesamt 4000 Euro. »Uns liegt  sehr daran, dass die Spenden auf verschiedene Projekte verteilt werden,  in der Region, im europäischen Raum und in der sogenannten Dritten  Welt«, erklärte Basler. So konnte Kaplan Stefan Schmid, Präses der Kolpingsfamilie, 1000 Euro für die  Ministrantengruppe der Pfarrei Weingarten in Empfang nehmen,  zweckgebunden für die Romwallfahrt vom 29. Juli bis 3. August.  

Würdige Begleitung

Die zweiten 1000 Euro gingen an den Förderverein Hospiz Maria Frieden in Offenburg, der von den Gengenbacher Franziskanerinnen gegründet und am 1. Juli 2017 in die Trägerschaft des Vinzentiushauses Offenburg übergegangen ist. Anliegen des Kolpingsvereins sei es, dass Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens menschenwürdig begleitet werden, so  Basler.   

Ebenfalls 1000 Euro wurden an die  Familienstiftung »Pro fratre et amico« des ehemaligen Offenburger Kaplans Ralf Walterspacher übergeben. Der Name der Stiftung ist einem Zitat aus dem Alten Testament entnommen, wo es heißt: »Setz dein Geld ein für den Bruder und Freund, lass es nicht rosten unter dem Stein, bis es verdirbt.« Dieser Ratschlag  hat die Familie Walterspacher aus Bad Rotenfels dazu motiviert, 2006 den Grundstock für die Stiftung zu legen. Seit 2008 ist sie in Zusammenarbeit mit den Steyler Missionsschwestern in Äthiopien und im Südsudan tätig und unterstützt Kindergärten, eine Grundschule, verschiedene Frauenprojekte und Krankenstationen. Herbert Walterspacher besucht jährlich die Menschen vor Ort.  

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»Wir helfen Menschen«

Weitere  1000 Euro gingen an den Ortenauer Förderverein »Hilfe für Menschen«,  in dem auch zwei Mitglieder der Kolpingsfamilie aktiv sind. Er unterstützt Altenheime in Rumänien mit Kleidern und Lebensmitteln, unterhält eine Sozialkantine mit regelmäßigem kostenlosen Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung für Kinder, verteilt Lebensmittel, medizinische Geräte und Sachspenden an die Ärmsten und ermöglicht durch Patenschaften und Spenden Kindern die Chance auf eine bessere Ausbildung und Zukunft. »Früher hat Adolph Kolping Handwerkern geholfen, heute helfen wir Menschen«, sagte Basler. 

Sorgen macht sich die Kolpingsfamilie derzeit über die aktuelle weltwirtschaftliche Situation, die den Altpapierpreis seit dem vergangenen Spätjahr um über 60 Prozent hat fallen lassen. Deshalb könne man derzeit nicht sagen, ob im nächsten Jahr ähnliche Spenden übergeben werden können. »Wir hoffen, dass sich die Preise wieder erholen, damit wir weiterhin  unserer sozialen Aufgabe gerecht werden können«,  so der Vorsitzende.

Geehrt wurden Klaus Schlenz  für 40 Jahre Mitgliedschaft im  Kolpingsverband, Siegfried Falk und Josef Laule haben dem Verband schon 50 Jahre die Treue gehalten. Abschied nehmen musste die Kolpingsfamilie im vergangenen Jahr von zwei langjährigen Mitgliedern:  Thomas Busam verstarb im August, Franz Stürzel im Oktober. Präses Stefan Schmid hielt den Gedenkgottesdienst zum Auftakt der Mitgliederversammlung. 

Vorsitzender Josef Basler bedankte sich bei allen Mitstreitern und Helfern für ihren Einsatz und kündigte einen Programmhöhepunkt für September an: Alle Kolpingsfamilien aus der Region stellen sich mit einem Infostand auf der Landesgartenschau vor. Den Auftaktgottesdienst wird ein Bischof aus  Freiburg halten.

Zur Person

Adolph Kolping

Adolph Kolping wurde 1813 geboren. Wie damals üblich, ging er nach der Lehre als Schuhmachergeselle auf Wanderschaft. Er war entsetzt von den oft menschenunwürdigen Lebensbedingungen der meisten Handwerksgesellen, die er unterwegs traf. 1845 empfing er die Priesterweihe. Auf seine Initiative entstand 1849 der erste katholische Gesellenverein in Köln, der seinen Mitgliedern soziale Unterstützung, Bildung, Geselligkeit und religiösen Halt gab. Bereits zu seinen Lebzeiten folgten 400 weitere Gesellenvereine. Auf Grund seines Wirkens wurde er im Jahr 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

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