175 Jahre Feuerwehr Gengenbach

Kommandant Felix Willmann: Ihr könnt stolz auf euch sein!

Von Thomas Reizel
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
05. Oktober 2022
Übergabe der Ehrenkreuze des Deutschen Feuerwehrverbands (von links): Thorsten Erny (Bürgermeister), Michael Peter (Bronze), Michael Wegel (stellvertretender Präsident Landesfeuerwehrverband), Gerold Schulz (Silber), Thierry Hofbeck (Obernai, Medaille für Internationale Zusammenarbeit), Franz Braun (Gold) und Bernhard Frei (Silber). Rechts: Felix Willmann (Kommandant der Gengenbacher Gesamtwehr).

(Bild 1/2) Übergabe der Ehrenkreuze des Deutschen Feuerwehrverbands (von links): Thorsten Erny (Bürgermeister), Michael Peter (Bronze), Michael Wegel (stellvertretender Präsident Landesfeuerwehrverband), Gerold Schulz (Silber), Thierry Hofbeck (Obernai, Medaille für Internationale Zusammenarbeit), Franz Braun (Gold) und Bernhard Frei (Silber). Rechts: Felix Willmann (Kommandant der Gengenbacher Gesamtwehr). ©Thomas Reizel

Die Feuerwehr Gengenbach feierte mit einem Festbankett ihr 175-jähriges Bestehen. Kommandant Felix Willmann bezeichnete jedes Mitglied als Ehrengast. Und es gab hochkarätige Ehrungen.

Die Feuerwehr Gengenbach feierte am Samstagabend in der Kinzigtalhalle 175-jähriges Bestehen. Damit die Wehrleute auch gebührend feiern konnten, hatten sich die umliegenden Wehren bereiterklärt, bei Bedarf für die Gengenbacher auszurücken. Und die Berghauptener hatten die Bewirtung in der Halle übernommen.

Felix Willmann, Kommandant der Gengenbacher Gesamtwehr, unterstrich gleich zu Beginn die Bedeutung der Kameradinnen und Kameraden: „Normalerweise würde ich Bürgermeister Thorsten Erny als Erstes begrüßen, aber das mache ich nicht, denn Ihr seid ja die eigentlichen Ehrengäste. Jeder einzelne von Euch. Seid stolz auf Euch!“

157 Mitglieder

157 zählen die vier Abteilungen in der Kernstadt, Bermersbach, Reichenbach und Schwaibach. Danach grüßte Willmann natürlich noch alle weiteren Honoratioren namentlich sowie die Vertreter der Blaulichtfamilie von Polizei, Rotem Kreuz und Malteser Hilfsdienst. Besonders freute sich Felix Willmann über die Delegation der Kameraden aus Gengenbachs Partnerstadt Obernai. „Bonjour, mes amis!“ rief er ihnen unter Applaus zu.

Bürgermeister Erny ging wie Willmann auf die Geschichte der Wehr ein und betonte, dass die Feuerwehr von jedem von uns gewürdigt werden müsse. Dies gelte auch für das Entgegenkommen und Verständnis der Arbeitgeber sowie Partnerinnen und Partner, Ehefrauen und -männer, die häufig auf ihre Mitarbeiter und Liebsten wegen der Feuerwehr bei Tag und Nacht verzichten müssen.

Der Gengenbacher Wehr bescheinigte der Bürgermeister hohen Willen für Fortbildungen und bezeichnete sie als Garanten für die Sicherheit bei Veranstaltungen. „Und die Altstadt erfordert herausragende Kompetenzen.“ Diese seien vorhanden.

Die Feuerwehr genieße eine hohe Reputation. „Kein Verein kann auf so eine lange Zeit der uneigennützigen ehrenamtlichen Hilfe zurückblicken“, betonte Erny. Die Stadt stehe hinter der Gengenbacher Wehr, erinnerte er an millionenschwere Investitionen in den vergangenen Jahren, die er im Rahmen des Machbaren auch fortsetzen möchte.

- Anzeige -

Eine Großinvestition steht mit dem Neubau des Feuerwehrhauses an. Dieser ist im Bebauungsplanentwurf auf dem Hukla-Areal eingezeichnet. Felix Willmann betonte aber, dass die Wehr nicht bald umziehen wird. Vielmehr hoffe er, dass der Neubau noch in diesem Jahrzehnt fertig wird.

„Die Sache läuft“

Für Kreisbrandmeister Bernhard Frei sei es schon ein wenig komisch, erstmals nicht mehr als Kommandant auf der Bühne zu stehen und nicht in die Vorbereitungen einbezogen gewesen zu sein. Seinem Nachfolger Felix Willmann attestierte er nach einem halben Jahr Amtszeit, „dass die Sache läuft“. Die Feuerwehr werde bei allen Problemen gerufen. „Wir leben in schwierigen Zeiten und wissen nicht, was kommt. Aber die Vollkasko-Mentalität kann so nicht weitergehen“, sagte Bernhard Frei.

Zwei Zentimeter Wasser im Keller seien keine Aufgabe der Wehr. Da gebe es andere, wesentlich wichtigere. Für die Obernaier Freunde gratulierte Kommandant Vincent Zeller zum 175-jährigen Jubiläum und betonte, dass beide Wehren eine ähnliche Geschichte hätten. Seit 1958, als die Partnerschaft beider Städte als erste am Oberrhein besiegelt wurde, lernen beide voneinander. „Wir brauchen junge Feuerwehrleute“, sagte er unter Applaus.

Am Ende des offiziellen Teils gab es noch einen warmen Geldregen für die Feuerwehr. Felix Willmann zeigte freudig einen riesigen Spendenscheck des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes. 10.000 Euro stand da drauf.

Martin Seidel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Kinzigtal, übergab symbolisch 1500 Euro und für die Abteilungen Bermersbach, Reichenbach und Schwaibach überreichte Bermersbachs Kommandant Jürgen Dold einen Zuschuss für die Kameradschaftskasse. „Zugabe, Zugabe“, riefen die rund 250 Gäste in der Halle symbolisch der Baugenossenschaft entgegen, weil diese nach Auskunft von Kommandant Willmann für den Sektempfang gesorgt hatte.

Den Spendenreigen rundete Michael Wegel, stellvertretender Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, ab: „Wir spenden an die Gustav-Binder-Stiftung.“ Diese hilft finanziell, wenn ein Kamerad oder deren Angehörige in Geldnot geraten. „Aktuell bange einer aus der Ortenau um sein Leben. Er ist bei einem Einsatz zusammengebrochen“, sagte Wegel und unterstich den Sinn von Spenden.

Zur Person

Diese verdienten Feuerwehrleute aus Gengenbach wurden geehrt

Beim Festbankett 175 Jahre Feuerwehr standen Ehrungen im Mittelpunkt. Das Offenburger Tageblatt listet die Namen auf (in Klammer die Ehrenden).

  • Ehrenkreuze des Deutschen Feuerwehrverbands (Michael Wegel, stellvertretender Präsident des Landesfeuerwehrverbands): Franz Braun (Gold – höchste Auszeichnung, die es gibt); Bernhard Frei und Gerold Schulz (Silber), Michael Peter (Bronze); Thierry Hofbeck (Obernai), Medaille für internationale Zusammenarbeit.
  • Ehrenzeichen des Jugendfeuerwehrverbands (Michael Wegel, stellvertetender Präsident des Landesfeuerwehrverbands): Norbert Rösch (Gold als „Mister Jugendfeuerwehr“). Silber ging an Marcel Amann, Peter Aman, Florian Echtle, Lena Geiger, Anna Kruwinnus, Maximilian Schmidt, Sarah Siebel, Vanessa Willmann und Martin Biegert.
  • Ehrennadeln des Landes Baden-Württemberg (Kreisbrandmeister Bernhard Frei): Franz Braun (Gold Sonderstufe, 50 Jahre im Dienst), Gerold Schulz (Gold, 40 Jahre im Dienst). Silber für je 25 Jahre Mitgliedschaft: Heinz Braun, Tom Gißler, Thomas Krüger, Frank Sepp, Carsten Amann, Martin Biegert. Bronze (je 15 Jahre in der Gengenbacher Wehr): Mathias Ahne, Dennis Alcantara, Sven Armbruster, Fabian Breig, Thorsten Bruder, Alessandro Carriero, Marc Finkenzeller, Ingo Gießler, Urban Himmelsbach, Anna Kruwinnus, Christian Stulz, Georg Volk, Roland Weiß, Markus Echtle, Bernd Göppert, Benedikt Huber, Manuel Kißling, Dennis Weiduschat.
  • Leistungsabzeichen in Bronze (Bürgermeister Thorsten Erny): Simon Biegert, Daniel Dilger, Tobias Gießler, Kai Gmeiner, Andre Gris, Daniel Harter, Tobias Harter, Simon Huber, Simon Schilli, Brian Spinner, Lukas Spitzmüller.
  • Am Rande: Thierry Hofbeck, Feuerwehrkamerad aus Obernai, war so überrascht und gerührt, dass er mit Tränen kämpfen musste, als sein Name aufgerufen und ihm die Medaille für internationale Zusammenarbeit überreicht wurde.tom
Info

Meilensteine der Gengenbacher Feuerwehr

Die Gengenbacher Feuerwehr ist 175 Jahre alt. Im Ortenaukreis gibt es außer Lahr keine weitere, die so lange besteht. In Baden-Württemberg sind es nur acht. Das OT listet einige Meilensteine in der langen Geschichte auf:

  • 1847: Offizielle dokumentiertes Gründungsjahr. Die Wehr selbst ist deutlich älter. Schriften reichen bis ins Jahr 1152 zurück.
  • 1972: Zum 1225-jährigen Bestehen brannte es im Wohnhaus Theobald. Erste Gedanken für eine 30 Meter lange Drehleiter kommen auf.
  • 1978: Die vier Gengenbacher Abteilungen werden geformt.
  • 1993: Die Jugendfeuerwehr wird gegründet.
  • 1997: Das Löschfahrzeug LF 16/12 wird übergeben.
  • 2015: Es entsteht die Kindergruppe
  • 2024: Bis dahin hofft die Wehr, das Hilfelöschfahrzeug 20 zu bekommen. Es ist schon länger bestellt, doch laut Hersteller MAN fehlen Kabelstränge. Es gibt auf offenbar auf dem Weltmarkt keine.
  • bis 2029: Die Wehr hofft, noch in diesem Jahrzehnt das neue Feuerwehrhaus beziehen zu können. Es soll auf dem Hukla-Areal entstehen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Schöne Weihnachtsdeko tut der Seele gut.
vor 1 Stunde
Der Schutterwälder an sich
Früher, da musste auch der Schutterwälder an sich mal den Nikolaus spielen. Wie das ausging beschreibt Otmar Hansert in seiner aktuellen Kolumne.
Kommt das "Heinerle" dieses Jahr wieder mit Zipfelmütze daher?
vor 4 Stunden
Offenburger Stadtgeflüster
Es weihnachtet sehr! Sei es Burda-Tannenbaum oder Zipfelmützen-"Heinerle". Warum es toll ist, in jedem Alter einen Adventskalender zu haben und welche Attraktion Offenburg verliert schreibt OT-Redakteurin Sandra Biegert im aktuellen Stadtgeflüster.
Der „kleine Prinz“ begrüßt täglich die Besucherinnen und Besucher des Gengenbacher Adventskalenders.
vor 6 Stunden
Vom Fanfarenzug bis zu Gospeln
Der Gengenbacher Adventskalender wartet am Wochenende wieder mit einem umfangreichen Begleitprogramm rund um die Fensteröffnungen um 18 Uhr auf.
Feuerwehrkommandant Peter Schwinn nahm bei der Zunsweierer Abteilungshauptversammlung Beförderungen vor (von links): Ortsvorsteherin Monika Berger, Marius Sauer, Florian Großkreuz, David Seger, Manuel Durban, Felix Möschle, Michael Bieser, Sebastian Lienhard und Peter Schwinn.
vor 7 Stunden
Großes Lob für die Feuerwehr
Bei der Hauptversammlung der Zunsweierer Feuerwehr-Abteilung ließ man die vergangenen beiden Jahre noch einmal Revue passieren. Die Jugendfeuerwehr ist gut aufgestellt.
Weil es gut mit der Familie vereinbar war, haben Petra Erdrich (von links), Sybille Nass und Johanna Geiger vor 30 Jahren mit der Zeitungszustellung begonnen.
vor 10 Stunden
Zustellerinnen des Offenburger Tageblatts
Drei Zustellerinnen haben sich besonders verdient gemacht: Seit drei Jahrzehnten sind sie zuverlässig unterwegs und bringen nachts die Zeitungen zu ihren OT-Abonnenten.
Bei der Weihnachtsfeier der Zusteller im Bezirk Offenburger Tageblatt in der "Linde" in Diersburg wurden die Betriebsjubilare von Marcus Gauch (Zweiter von rechts) und dem Betriebsratsvorsitzenden Axel Schmieder geehrt.
vor 10 Stunden
Weihnachtsfeier in Diersburg
Gemeinsame Stunden verbrachten die Zusteller des Bezirks Offenburger Tageblatt bei ihrer Weihnachtsfeier in der Diersburger "Linde". Dort wurden auch die Jubilare geehrt.
Weihnachtsstimmung in der Stadtbibliothek. 
vor 11 Stunden
Buchtipps
Der Freundeskreis Stadtbibliothek hat nicht nur für Weihnachtsatmosphäre gesorgt, sondern auch den "literarischen Baumschmuck" in Form von Buchtipps bereitgestellt.
Dieses Bild erschien schon 2019. Die Stadt wringt die Finanzen aus wie ein nasses Handtuch. Daran ändert sich seit Jahren nichts, auch der Haushalt 2023 und die folgenden stehen unter Sparzwängen.
vor 12 Stunden
Haushaltsentwurf 2023
Kämmerin Sylvia Vetter stellte dem Gengenbacher Gemeinderat den Entwurf für den Haushalt 2023 und die Prognose bis 2026 vor. Es gibt mehr Bauprojekte als Geld und noch dazu viele Unwägbarkeiten – wie die Energiekosten.
Bei der Ehrung in Bühl (von links): Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Nicole Kränkel-Schwarz, Ortsvorsteherin Bohlsbach, Minister Peter Hauk, Annette Fritsch-Acar, Ortsvorsteherin Honau, und Rheinaus Bürgermeister Michael Welsche.
vor 12 Stunden
Mitmachen hat sich gelohnt
Positiv blickt Bohlsbach auf den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" zurück, bei dem sich der Offenburger Ortsteil über eine Silbermedaille freuen durfte. Die Dorfgemeinschaft wurde gestärkt.
Der Neubau für die Kleinkindbetreuung wird die Gemeinde Durbach rund zwei Millionen Euro kosten.
vor 12 Stunden
Durbach
Der Durbacher Gemeinderat hat Aufträge für den geplanten Neubau für die Kleinkindbetreuung in der Kindertagesstätte in Ebersweier. vergeben.
vor 20 Stunden
"Es weihnachtet sehr" (2)
Selbstgemachtes gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu. Beate Bleyer-Hansert und Martina Lammel präsentieren daher einfache und schöne Kreativtipps. So wird der Weihnachtsbaum zu einem echten Hingucker. 
Seite Ende Mai ist die Lange Straße 24 mit monströsen Stützgerüsten vor dem Einsturz gesichert und zieht die Blicke auf sich. Ein Kontrolleur der Berufsgenossenschaft Bau hatte nach einer Baustellenbesichtigung Alarm geschlagen und die Stadt daraufhin die Maßnahme veranlasst.
vor 21 Stunden
Seit Ende Mai zum "Blickfang" geworden
Seit Monaten wird das Haus Lange Straße 24 in der Offenburger Innenstadt mit monströsen Stützen gesichert, weil die Stadt nach unsachgemäßen Bauarbeiten die Gefahr sah, dass das Gebäude einstürzen könnte. Jetzt erklärt das THW, wann die Stützen wegkommen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Der Suzuki S-Cross vereint alle Vorteile eines SUV mit schlankem Verbrauch und einem avantgardistischen Äußeren. Jetzt einen Termin zum Probe fahren bei Auto-Baral vereinbaren! 
    vor 15 Stunden
    Auto-Baral in Lahr: Der Suzuki-Spezialist in der Ortenau
    Wer auf der Suche nach einem Suzuki-Neuwagen oder einem Gebrauchten ist und gleichzeitig eine vertrauensvolle, persönliche Beratung möchte, der ist bei Baral in Lahr richtig. Das Autohaus ist die perfekte Adresse für jegliches Anliegen rund um Suzuki.
  • Die Richtung stimmt: Die Auszubildenden bei Hydro sind ein eingeschworenes Team.
    vor 15 Stunden
    HYDRO Systems KG: Experte für Sicherheit in der Luftfahrt
    Die HYDO Systems KG mit Sitz in Biberach/Baden entwickelt und produziert seit mehr als 50 Jahren Lösungen für Bau, Wartung und Reparatur von Flugzeugen. Mit geballtem Know-how behauptet sich das Ortenauer Unternehmen an der Spitze des Weltmarkts – und stellt ein.
  • Autohaus Allgeier – seit 40 Jahren ein zuverlässiger Partner in Biberach.
    30.11.2022
    Beim Autohaus Allgeier in Biberach steht zum 1. Dezember ein Generationenwechsel an: Joachim Allgeier (66) geht in Ruhestand, Verkaufsleiter Frank Welte wird neuer Geschäftsführer, Theresa Allgeier erhält Prokura und rückt in die Geschäftsleitung auf.
  • Der Hauptstandort in Rheinau-Linx.
    26.11.2022
    Traditionsunternehmen in Rheinau-Linx braucht Verstärkung
    Seit 1960 führend am Fertighaus-Markt, ist der Slogan - Du verdienst mehr - kein leeres Versprechen: Wer Mitglied im Mitarbeiter-Team wird, kann mit kollegialer Atmosphäre, fairen Bedingungen und vielen Extras rechnen.