Kontaktladen Offenburg: Anlaufstelle für Drogensüchtige

Kontaktladen: Nachfrage leicht gestiegen

Autor: 
Florian Pflüger
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
09. März 2015

Klaus Rieger, hier ein Foto von März 2014, ist seit gut 20 Jahren als Drogenberater tätig. Der Leiter des Kontaktladens spricht von einer positiven Entwicklung. ©Iris Rothe

Auch im vergangenen Jahr ist der Kontaktladen beim Offenburger Bahnhof als Anlaufstelle für Drogensüchtige gefragt gewesen. 80,5 Personen pro Tag haben die Einrichtung 2014 aufgesucht, etwas mehr als 2013. Laut Kontaktladenleiter Klaus Rieger hat sich dennoch vieles zum Besseren entwickelt.

Die Besucher haben die neuen Räume weiterhin gut angenommen und die Stimmung in der Einrichtung hat sich »positiv stabilisiert«: Das sind zwei wesentliche Erkenntnisse, die Klaus Rieger im vergangenen Jahr über den Kontaktladen beim Offenburger Bahnhof gewonnen hat. Wie der Leiter der zentralen Anlaufstelle für Drogensüchtige in seinem Jahresbericht schreibt, habe es 2014 weniger Probleme bei der Einhaltung der Hausordnung gegeben, die Verantwortlichen hätten »nur wenige kurzzeitige Hausverbote« aussprechen müssen.

Rieger berichtet vor dem Hintergrund der schwierigen Klientel von lediglich einem Polizeieinsatz. Auch die Zahl der Drogennotfälle habe sich auf »nur« drei Einsätze verringert. Dabei sein kein Besucher zu Schaden gekommen, versichert der Sozialpädagoge.

Umzug im Herbst 2012
Seit Herbst 2012 befindet sich der Kontaktladen nach dem Wegzug aus der ehemaligen Stadtbibliothek in der Gustav-Rée-Anlage in dem ehemaligen Post-Gebäude in der Hauptstraße 1a im nördlichen Bereich des Offenburger Bahnhofs. Anfang Mai 2013 war dort offizielle Eröffnung. Laut Rieger hat sich der Standort bewährt – sowohl wegen der »hervorragend ausgestatteten Räume« als auch wegen der Lage. Auch was die Akzeptanz der Anwohner angeht, gibt er Entwarnung: »Es gab auch in diesem Jahr keinerlei Probleme.«

- Anzeige -

80,5 Personen haben den Kontaktladen im vergangenen Jahr im Durchschnitt pro Tag aufgesucht, das sind etwas mehr als 2013. So hatte Rieger vor einem Jahr noch von durchschnittlich 78 Besuchern täglich gesprochen. Die meisten fallen in die Altersgruppe zwischen 36 und 50 Jahre (siehe »Hintergrund«) und sind abhängig von Heroin, Alkohol und anderen Drogen. Sie kommen aus der gesamten Ortenau, die meisten jedoch aus dem Offenburger Stadtgebiet.

Sechs Mitarbeiter
Betreut werden die Drogenabhängigen im Kontaktladen von sechs Mitarbeitern, die meisten von ihnen sind Sozialarbeiter. Wie Rieger informiert, hat es beim Personal in diesem Jahr einen Wechsel gegeben: Für Simone Bruder, die Ende 2014 wegen ihrer Schwangerschaft vorerst ausgeschieden sei, habe man in dem Sozialarbeiter Marius Wiech für 2015 einen qualifizierten Ersatz gefunden.

INFOS UND KONTAKT: Der Kontaktladen in der Hauptstraße 1a in Offenburg ist täglich von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet und erreichbar unter • 07 81 / 78 07 12, E-Mail: kontaktladen-offenburg@agj-freiburg.de.

Hintergrund

Zahlen und Fakten zum Kontaktladen

Der Kontaktladen in Offenburg wurde 1996 von der Offenburger Drogenhilfe e. V. eröffnet. Seit 2004 läuft er unter der Trägerschaft der AGJ, einer Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe. Einzugsgebiet ist der gesamte Ortenaukreis mit rund 400 000 Einwohnern.
Von den 80,5 Personen, die den Kontaktladen im vergangenen Jahr täglich aufgesucht haben, waren 85 Prozent Männer und 15 Prozent Frauen. Diese Geschlechterverteilung ist laut Kontaktladenleiter Klaus Rieger »seit Jahren stabil«.
Bezogen auf das Alter, teilt sich die Zahl von 80,5 wie folgt auf: 37,5 waren zwischen 36 und 50 Jahre alt, 25 zwischen 28 und 35 Jahre, 8,5 zwischen 22 und 27 Jahre, acht über 50 Jahre und 1,5 zwischen 18 und 21 Jahre alt. Diese Zahlen haben sich laut der Statistik, die Rieger in seinem Jahresbericht vorlegt, im Vergleich zum Jahr 2013 nur geringfügig geändert. Der Anteil der Spätaussiedler lag im vergangenen Jahr bei 15 Prozent und damit um fünf Prozent höher als noch im Jahr 2013.
Im Jahr 2014 wurden im Kontaktladen insgesamt 3047 Spritzen und Kanülen ausgegeben. Dies entspricht den Zahlen aus dem Vorjahr. Diese Spritzen und Kanülen werden im Rahmen eines vom Ortenaukreis finanzierten Spritzentauschprojekts kostenfrei zur Verfügung gestellt, um die intravenös Drogenabhängigen vor einer Infektion mit Hepatitis oder HIV zu schützen. Für eine gebrauchte Spritze wird jeweils wieder eine neue herausgegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
Eine Mission im Team
vor 17 Stunden
Ein verschlossener Raum, ein kniffliges Rätsel und nur 60 Minuten Zeit, um es zu lösen und so wieder nach draußen zu gelangen: Willkommen bei Escape Rooms Exitpark in der Ortenau.
Goldschmiede Patrick Schell in Achern
11.12.2018
Schmuck zu Weihnachten ist ein besonderes Geschenk. Doch welches Stück ist das richtige für einen lieben Menschen? Die Goldschmiede Patrick Schell in Achern gibt hier individuelle Beratung – und als besonderes Highlight: Personalisierte Schmuckstücke und Uhren mit Gravur.
Fachberatung aus Ortenberg
07.12.2018
Smart Home vernetzt das eigene Zuhause und spart Zeit und senkt Energiekosten. Es sorgt aber vor allem für mehr Sicherheit – wenn man die passende Ausrüstung hat. Der Einstieg ist mit dem richtigen Fachmann aber gar nicht schwierig.
Netzwerk Fortbildung
06.12.2018
Die Weiterbildung boomt – und immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennen, wie wichtig es ist, sich durch eine Weiterqualifizierung sicher in der Welt zurecht zu finden. Wer eine geeignete Weiterbildung sucht, ist beim „Netzwerk Fortbildung“, dem Weiterbildungsportal des Landes Baden-...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Bei der Übergabe der neuen Maschine in der Zeppelinstraße: Hiwin-Azubis und Vertreter des Vereins »Leben mit Behinderung«.
Viel Lob für die jungen Tüftler
vor 2 Stunden
Hiwin-Auszubildende haben für den Verein »Leben mit Behinderung« eine Maschine entwickelt. Die Freude bei Hiwin-Geschäftsführer Werner Mäurer und Vereinsvorstandvorstand Konrad Ritter bei der feierlichen Übergabe war entsprechend groß.
An OB Steffens übergeben
vor 4 Stunden
Zum 23. Mal gastiert der Offenburger Weihnachtscircus vom heutigen Mittwoch bis zum 6. Januar auf dem Messeplatz. Ein besonderes Weihnachtsgeschenk hat Patrick Adolph vom Offenburger Weihnachtscircus, begleitet von einigen Artisten, am Montag an Oberbürgermeister Marco Steffens (Mitte) übergeben:...
Gründungsvorsitzender erzählt
vor 7 Stunden
In unserem Adventskalender, den »Offenburger Adventstürchen«, öffnen wir jeden Tag eine Tür in Offenburg mit der passenden Hausnummer – von 1 bis 24. Heute: Christoph Schneble, Gründungsvorsitzender der »Schilleraner«, in der Schillerstraße 19.  
Der Kinzigtäler
vor 9 Stunden
Überall, wohin man kommt, sind Weihnachtslieder zu hören. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe den Eindruck, dass jedes mit Kindheitserinnerungen verbunden ist.
Reitendes Phantom der Oper
vor 9 Stunden
Ein Höhepunkt des Vereinsjahrs war für den Reitclub Altenheim sein Weihnachtsreiten, bei dem sich am Sonntag junge und erfahrene Mitglieder mit Beiträgen zu Musicalmelodien präsentierten. Rund 150 Zuschauer fanden sich in der Halle und im Reiterstübchen ein.
Adventskonzert in Klosterkirche
vor 9 Stunden
Eine musikalische Sternsuche unternahmen die Schülerinnen der Klosterschulen Unserer Lieben Frau beim Adventssingen in der Klosterkirche.  
Konzert des Schillergymnasiums
vor 9 Stunden
Immer am Samstag vor dem dritten Advent lädt die Musikfachschaft des Schillergymnasiums Eltern, Lehrer und Freunde der Schule in die Dreifaltigkeitskirche ein zu zwei besinnlichen und festlichen Stunden, und jedes Mal ist die Kirche voll. Auch diesmal begeisterten die jungen Talente und die...
Prächtiger Aufmarsch vor dem Rathaus
vor 9 Stunden
Am letzten Tag des Jahres lockt ein ebenso außergewöhnliches wie traditionelles Ereignis ins Zeller Städtle: der Silvesteraufmarsch!
Erlös von Benefizkonzert
vor 9 Stunden
Das Benefizkonzert des Musikvereins Fessenbach brachte 2100 Euro für den Verein »Frauen helfen Frauen Ortenau« ein. Monika Strauch, Geschäftsführerin des Vereins, möchte die Summe in die Arbeit mit den Kindern der Bewohnerinnen investieren.  
Antrittsrede von Geschäftsführer Dirk Landgrebe
vor 9 Stunden
Mit Spannung wurde bei der Weihnachtsfeier die Antrittsrede des neuen AAM-Geschäftsführers Dirk Landgrebe erwartet. Der kündigte am Samstag an, dass am Standort Zell investiert werde. Auch, um bisher eingekaufte Fremdleistungen im eigenen Werk zu bündeln.
Klaus Jehle lobte Bauhofleiter als stets verlässlich
vor 16 Stunden
Karl Rinderle war jahrelang eine Institution in Hohberg: Der Bauhofleiter war mit seinen Leuten immer dann zur Stelle, wenn es "brannte". Am Montag verabschiedete ihn Klaus Jehle im Rat in den Ruhestand.
Erster Anlauf im Jahr 2007
vor 16 Stunden
Ein Bauvorhaben in Niederschopfheim passt nach Ansicht der Verwaltung, der Behörden und des Gemeinderats nicht in die Umgebung - der Gemeinderat lehnte es am Montag ab.