MGV Unterharmersbach singt vor voller Halle

Konzert des »Liederkranz« vollendet traumhaften Ostertag

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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23. April 2019

Die »Diplomatenjagd« begeisterte die Zuhörer beim Osterkonzert in der Schwarzwaldhalle. Mit auf der Bühne ein Bläserensemble – »geschossen« wurde bei der Jagd auch. ©Erich Fakler

Jauchzende Frauen, tief raunende Männer und inspirierend begleitende Instrumentalisten verliehen am Sonntagabend beim Osterkonzert des MGV »Liederkranz« in der Schwarzwaldhalle Unterharmersbach einem traumhaften Ostertag die finale Vollendung.

Zur Freude des Vorsitzenden Karl-Michael Kunner und seiner Sänger war die Schwarzwaldhalle beim Konzert voll besetzt. Acht Lieder hatten die Männer um Dirigent Thomas Dreher auf ihrem Programm. Und schon mit dem immer wieder gerne gehörten Eröffnungslied »Das Morgenrot« von Robert Pracht vermittelten sie den Reiz hervorragend präsentierten Männerchorsounds. Ein Lied wie gemalt für das Schauspiel des vergangenen Ostermorgens.

Mit hintergründigem Witz und viel Humor erzählt Moderator Karl-Michael Kunner die Liebesgeschichte einer ungehorsamen Tochter in »Cekolina« von Wilhelm Heinrichs. Besonders das letzte Lied  des drei Stücke umfassenden Reigens  besticht durch Schwung, mitreißende Rhythmik und her­ausfordernde Zungenakrobatik. Bravo-Rufe belohnen den letzten Jauchzer des von der Mutter des Mädchens emanzipierten Liebespaares.

Lebensgefühl der Jugend

Mit fünf Songs bereicherten die »Die CanTanten« das Osterkonzert. Und erstmals seit vielen Jahren begleitete Bärbel Neunzig ihre Sängerinnen nicht selbst am Flügel, sondern stand am Pult. Inessa Schwidder aber unterstützte nicht nur die Männer am Piano, sondern übernahm diesen Part auch aufmerksam und gefühlvoll bei den »CanTanten«. »Hey, das ist Musik für Dich«, »California Dreaming« und ­»Itsy, bitsy­teeny-weeny« knüpften mit Fröhlichkeit und animierendem Schwung den unmittelbaren Publikumskontakt. 

Martina Eble (Alt 1) und Angelika Laszlo (Sopran 2) betören als gleitendes Stimmenpaar auf den weichen Klangwellen des Pianos. Achim Bührer streut glitzernde Klangstäbe in den dynamisch schmelzenden Vortrag.  »California Dreaming« aus dem Jahre 1966 erinnerte viele der Zuhörer an das unbeschwerte Lebensgefühl  ihrer Jugend. Bilder des Pazifiks vor Palmenstränden waren unmittelbar gegenwärtig. 

Mit einem gehörigen Schuss Selbstironie moderierte Barbara Wagner den Frauenauftritt. Die winzigen Bikinis aus dem keck und pointiert vorgetragenen  »Itsy, bitsy« seien längst im untersten Schrankfach weggepackt, denn »in jeder Frau steckt ein Stück Hefe«. Das war die bittere Erkenntnis des seufzend und klagend vorgetragenen Abschlusssongs »Hefe« von Thea Eichholz. 

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Pannen der Bahn

Mit ebenfalls fünf Stücken erheiterten »Die Badewannen-Singers«. Selbstbewusst besingt der nicht allzu große Christian Heizmann solistisch das Leben der »Kleinen Männer«. In der Zugabe muss Jörg Leisinger als Solist die Pannen der Deutschen Bundesbahn erklären. Das strahlende Klangfinale von »I’m sitting on Top oft he world« hatte das Zusatzlied erzwungen. 

Ein Test der Trommelfelle brachte Reinhard Meys »Diplomatenjagd« im dritten Konzertteil. Ein Bläserensemble aus Zell und Unterharmersbach, dazu die Schüsse des Kanoniers A. Bührer brachten größtmögliche Authentizität in den mitreißenden Vortrag mit einem sakral beschwörenden »Amen«. Ewald Glatz spielte die Bassgitarre.  

Rot und Rosa

Ein Meer aus Rot und Rosa zeigte das Finale. Ein lautes und vielstimmiges »Honey don’t cry« der harmonisch vereinten Frauen und Männer beendete das vorletzte Lied »Küsse von dir«. Die Botschaft vom »Leben im Sonnenschein« in »Top oft the world« wurde nicht nur bildhaft durch die zwischen die Stimmflügel der Männer eingebetteten Frauen glaubhaft vermittelt, sondern vor allem durch die schmelzende Stimmenpaarung und die inbrünstige Interpretation des eingängigen Refrains. 

Zum Abschluss gab Moderator Karl-Michael Kunner dem Konzertmotto »Liebe und Sehnsucht« letztlich eine ganz bodenständige Richtung: »Ich liebe meine Frau und hab’ Sehnsucht nach einem kühlen Bier.«

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