Förderverein Ortenau-Burundi

Krankenhaus Kayanza braucht Sauerstoffversorgung

Autor: 
red/tom
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13. August 2019

Blick in ein Krankenzimmer in Kayanza (Burundi). Aus Gengenbach kommt regelmäßig Hilfe. ©Jürgen Hug

Eine Delegation des Gengenbacher Fördervereins Ortenau-Burundi war in dem afrikanischen Land und wurde dort in der Europäischen Botschaft und vom Gesundheitsminister empfangen. Es ging dort vor allem um das Krankenhaus in Kayanza.
 

Von Frankfurt über Brüssel ging es nach Bujumbura, der Hauptstadt von Burundi. Es fanden Besprechungen in der Europäischen und Deutschen Botschaft statt. Dabei wurde das Gesundheitswesen im Lande, sowie eine mögliche Förderung von Projekten für Kayanza im Rahmen laufender EU-Projekte erörtert und das vom Förderverein Ortenau-Burundi unterstützte Krankenhaus in Kayanza besucht. »Sofort beeindruckte der neue, noch unvollendete Wasserturm«, teilte Vorsitzender Jürgen Hug nach der Reise mit. Die Höhe, um den Wasserbehälter aufzusetzen, war so gut wie erreicht. Viele Menschen arbeiteten zügig und singend daran, froh, einen Verdienst von umgerechnet 75 Cent bis einen Euro am Tag zu haben.

Das landesübliche Gerüst aus rohen Holzstecken sah abenteuerlich aus. Der Beton wurde mit Schaufeln angerührt und in Eimern über eine Menschenleiter, bestehend aus Arbeiterinnen in Flip-Flops oder barfuß, in die Höhe geschafft.

Die neuen Gebäude des Krankenhauses sind, wie schon die alten, überbelegt. Kein Wunder bei etwa 300 Geburten im Monat mit einer Kaiserschnittrate von 40 bis 50 Prozent. In jedem der vier Inkubatoren, die vom Förderverein gestiftet wurden, liegen bis zu drei Frühgeborene. Nach Angaben des ärztlichen Direktors hat das Krankenhaus eine Belegung von 120 Prozent. Es gibt 246 Betten, das sind drei mal so viel wie bei seiner Erbauung 1968.

5000 Malaria-Fälle pro Jahr

Die häufigsten Erkrankungen sind Malaria mit 5000 Fällen pro Jahr. Außerdem gibt es oft akute Atembeschwerden, Durchfall, AIDS mit damit verbundenen Erkrankungen, Schwangerschaftsprobleme, geburtshilfliche und chirurgische Notfälle. Dazu kommen rund 30 Unfallopfer im Monat. Insgesamt ergibt das monatlich etwa 1000 stationäre Aufnahmen. Derzeit werden im Krankenhaus 182 Personen beschäftigt. Davon sind neun Ärzte und 76 Pflegekräfte. 

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Die beiden Container, die im Februar Gengenbach verlassen hatten, sind wohlbehalten angekommen. Alle Gerätschaften, die darin geladen waren, werden dringend gebraucht. Doch die Wunschliste ist weiterhin umfangreich. Die Ärzte erachten eine zentrale Sauerstoffversorgung am wichtigsten. Daher wurde diese  als nächstes Projekt vereinbart. Außerdem fehlt ein größerer Generator. 

Zurück in der Hauptstadt Bujumbura gab es ein Gespräch mit dem Gesundheitsminister des Landes, Thadée Ndikumana, über die Weiterbildung und das Training der Ärzte am Krankenhaus. Im Land ist nur eine begrenzte Ausbildung zum Arzt im Rahmen von zwei bis drei Jahren möglich. Für eine Weiterbildung zu einem Facharzt müssen die Ärzte ins Ausland. Das Problem ist, dass diese aufgrund des niedrigen Lohnniveaus oft nicht mehr nach Burundi zurückkehren.

Zum Abschluss der Reise wurde wieder das Krankenhaus in Mutumba, in den Bergen südlich von Bujumbura, besucht. Die katholischen Schwestern versorgen unter schwierigsten Bedingungen unermüdlich die weit verstreut wohnende Landbevölkerung.

62 000 Euro vom Land

Dieser Besuch nach dem im Vorjahr war deshalb wichtig, um die Verwendung der 62 000 Euro zu begutachten, die der Förderverein vom Staatsministerium in Stuttgart für das Wasserprojekt bekommen hatte. Fazit ist, dass die Überprüfung des Projekts die volle Zufriedenheit fand.

Für die neuen Projekte müssen noch Sponsoren gefunden werden. Spenden jeder Größenordnung sind willkommen, steuerlich absetzbar und kommen ohne Abzug dem Krankenhaus von Kayanza zugute. Die Kosten dieser Reise haben die Delegationsteilnehmer selbst getragen.
◼ Spendenkonto: Förderverein Ortenau-Burundi, IBAN DE 16 6645 1346 0000 0494 70.

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