Einen Verlag zu finden ist ihr Wunsch

Krimiautorin Ursula Haß hat ein „Kirsch-Atelier“ eingerichtet

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 4 Minuten
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30. Januar 2020

In ihrem „Kreativ-Wohnzimmer“, das nach ihrer Krimi-Figur benannt ist, möchte Ursula Haß auch Lesungen veranstalten. ©Bettina Kühne

Sie hat die Pressestelle der Messe geleitet, ist Mitarbeiterin des OT und seit einiger Zeit auch Krimiautorin: Ursula Haß hat in einer leeren Garage das „Kirsch-Atelier Wortreich“ eingerichtet. Darin finden ihre Bücher, Reiseimpressionen und Kunst einen Platz. Sie öffnet das „Kreativ-Wohnzimmer“ auch für Besucher.

Es war einmal eine leer stehende Garage: So beginnt die Geschichte des „Kirsch-Ateliers Wortreich“, das Ursula Haß in ihrem Wohnort Fessenbach eingerichtet hat. Die Krimi-Autorin bietet dort unter dem Motto „Kunscht & Buchlädele“ Am Winzerkeller 5 in Fessenbach eine gemütliche Räumlichkeit an, „in der man mal eine Lesung oder eine Signierstunde durchführen kann“, wie sie selbst sagt.

Nachdem zunächst die Krimis „Kirsch und der Gift-Secco“ und „Kirsch und der Ring der Keltengöttin“ erschienen waren, kamen 2019 „Kirsch und die Eisleiche“ und Ende des zurückliegenden Jahres „Kirsch und die schwarze Katze“ dazu. 

Im Autorennetzwerk

Angeschlossen hat sich die 73-Jährige, die bis zu ihrem Ruhestand die Pressestelle der Offenburger Messe leitete, auch dem Autorennetzwerk Ortenau-Elsass. Am morgigen Freitag findet ihre erste Lesung mit der Gruppe bei einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek (Beginn 18 Uhr) statt: „Da geht es um Mundartbeiträge“, kündigt die Autorin an. Auch in diesem Genre hat die produktive Schreiberin einige Stücke in der Schublade, mit denen sie auch an Wettbewerben teilnimmt.

Auf neues Terrain hat sie sich zudem gewagt. „Das Tomatenprojekt der Senator-Burda-Grundschule hat mich zu einer Detektivgeschichte inspiriert“, verrät sie. Der Auszug, den sie den kleinen Projektteilnehmern zukommen ließ, hat wiederum diese dazu animiert, Bilder zur Geschichte zu malen. Und jetzt läuft sich die Fessenbacherin wieder mal die Hacken ab, um das beste Angebot für das neue Buchprojekt  einzuholen.

„Einen Verlag zu finden, ist noch immer mein größter Wunsch“, sagt sie deshalb. Dann könnte sie sich ganz aufs Schreiben konzentrieren und müsste nicht auch noch das Lektorat besorgen, die Druckfahnen dreimal korrigieren und das Foto fürs Buchcover anfertigen. Immerhin: Für derlei grafische Arbeiten hat sie tatkräftige Unterstützung von ihrem ältesten Enkel. 

Hilfe vom Enkel

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Der 15-Jährige schaut auch vorbei, wenn seine Omi ihre Reiseimpressionen in einem Fotobuch festhalten will. „Ich treffe natürlich eine Vorauswahl, damit es für ihn dann schnell geht“, zeigt sie Verständnis. Zwei Fotobücher sind im Teamwork schon entstanden: Im „Kirsch-Atelier Wortreich“ liegen nun die ersten Reisebildbände über Skandinavien und Israel aus. Folgen soll nun noch ein Band über die Ostsee und den Süden. Wer will, kann dann einfach durchblättern und sich vielleicht zu einer eigenen Reise inspirieren lassen.

Die Staffelei steht auch schon im „Kirsch-Atelier“, die Pinsel liegen bereit. „Ich will mich wieder mehr meinem Hobby Malen widmen“, sagt Ursula Haß. Die Umgebung wirkt bereits inspirierend: Ein Bild von Tomi Ungerer sowie der Heimatkünstler Heinzelmann und Doll zieren die ehemalige Garage.

Den Umbau hat die rührige Seniorin übrigens weitgehend selbst „gewuppt“. Vom Garagenflohmarkt über die Spende an Secondhand-Kaufhäuser bis hin zum Streichen der Wände, der neuen Holzdecke und dem Bemalen des Schrankes hat sie alles selbst gemacht. Um den Wasserhahn zu entfernen und den Boden zu fliesen, hat sie dann örtliche Handwerker eingebunden. Sie sagt: „Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie auch umsetzen.“

Bezug zu Revolutionär

Kein Wunder, dass 2019 für Ursula Haß ein extrem arbeitsames Jahr war. Zu den vier Romanen ist nämlich auch noch das Buch „Offenburg“ erschienen, in dem sie Wissenswertes zur Offenburger Geschichte zusammengetragen hat. Unter anderem auch zu Heinrich Schaible, „er ist ein Liebling von mir“. Vielleicht auch deshalb, weil sie einen besonderen Bezug zu dem Offenburger Revolutionär hat: „Meine Oma hat für die Familie Schaible gearbeitet.“ Im Nachlass der Großmutter hat sie auch noch drei Bücher gefunden, die sich mit dem sehnsuchtsvollen Blick von Straßburg nach Offenburg und mit einem englischen Exil beschäftigen, wohin der Arzt nach dem Scheitern der Revolution geflüchtet war. 

Sie sei gerade dabei, für diese und weitere Dokumente aus ihrem Archiv neuen Platz zu schaffen. Sie hat den Dachboden aufgeräumt und ausgebaut, jetzt fehlt nur noch eine bequeme Treppe.

INFO: Immer dienstags wird Ursula Haß ihr „Kirsch-Atelier“ in Offenburg-Fessenbach, Am Winzerkeller 5, von 9 bis 10 Uhr für Besucher öffnen, zudem können die Termine zum Vorbeischauen auch per E-Mail an hass.u@t-online.de vereinbart werden.

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