Offenburger Verlegerin im Streetart-Style

Kunstaktion: Aenne Burdas Konterfei grüßt in Leipzig - prev

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
17. Mai 2021
Aenne Burdas Konterfei ist Teil einer Kunstaktion von Kunstdesignerin Ellinor Amini.

Aenne Burdas Konterfei ist Teil einer Kunstaktion von Kunstdesignerin Ellinor Amini. ©Simon Sarfarti

Mit einem Street-Art-Projekt möchte die in Emmendingen geborene Künstlerin Ellinor Amini auf die Leistungen von Frauen aufmerksam machen. Auch Aenne Burdas Konterfei ist im Rahmen der Aktion zu sehen.

In den 1950er-Jahren gründete Aenne Burda die legendäre Näh-Zeitschrift Burda Moden (heute Burda Style) und öffnete damit Frauen weltweit die Tür zur Mode. Die energische Powerfrau ist so aktuell und präsent wie nie, schreibt Hubert Media in einer Presseveröffentlichung: Neben ihrem eigenen Spielfilm und Instagram-Magazin ist sie jetzt auch in moderner Street-Art vertreten.

„Verborgene Heldinnen“

Kunstdesignerin Ellinor Amini hat sie in Leipzig auf Ablagekästen der Deutschen Post visualisiert. Sie möchte mit ihrem Projekt „Hidden Sheroes“ auf die „Unsichtbarmachung“ von Frauen in der Geschichtsschreibung aufmerksam machen. Bei den „verborgenen Heldinnen“ gehe es darum, vergessene Frauen der Geschichte wieder sichtbar zu machen – als Kunst im öffentlichen Raum, erklärt die Künstlerin. Viele Frauen hätten im Laufe der Geschichte Großes geleistet. Doch das Phänomen der „Unsichtbarmachung“ der Frau komme in der Geschichtsschreibung sehr häufig vor.

Weil die meisten Geschichtsschreibenden männlich waren, hätten sie oft einen einseitigen Blick in die Vergangenheit geworfen und primär von männlichen Taten und Werken berichtet. „Handelnde Frauen waren nicht gern gesehen und deshalb häufig herausgestrichen, also unsichtbar gemacht“, erklärt Ellinor Amini.
Viele dieser Frauen haben einen bestimmten Fachbereich nachhaltig beeinflusst. Aenne Burda sei eine mutige Visionärin gewesen, die sich aus der ihrer Zeit vorgegebenen Rolle der Frau und Mutter emanzipiert habe. „Von ihrem Mut und Unternehmerinnengeist können wir heute noch viel lernen“, betont die Künstlerin.

Die gleichberechtigte Aufarbeitung von Geschichte sei sehr wichtig für eine gleichberechtigte Gesellschaft. „Nur knapp 17 Prozent aller Biografien auf Wikipedia sind über Frauen“, so die Künstlerin. Und in den Geschichtsbüchern in der Schule sehe es nicht viel besser aus.

- Anzeige -

Mit Aenne Burda verbinde sie „unsere Liebe zu Stoffen und Mode“. „Sie war eine große Inspiration für mein Studium in Mode- und Textildesign“, erzählt Ellinor Amini. „Außerdem glaube ich, wir haben beide keine Scheu, neue Wege zu gehen“. Mit ihrer Vision habe sie Generationen von Frauen neues Selbstbewusstsein gegeben, „und das bewundere ich sehr“.

Aenne Burda habe in einer Zeit gelebt, in der Frauen vor dem Gesetz noch nicht so gleichberechtigt gewesen seien wie heute. Das habe sie nachhaltig geprägt. „Ich möchte mit meiner Kunst dazu beitragen, dass diese gesetzliche Gleichberechtigung auch in den Köpfen und in den Geldbeuteln aller Menschen ankommt“, betont die Künstlerin.

Biografien nachzulesen

In der heutige Zeit finde Kunst oft in geschlossenen Räumen statt und grenze damit viele Menschen aus. „Das finde ich schade“, sagt Ellinor Amini.. Die „Hidden Sheroes“ seien deshalb im öffentlichen (urbanen) Raum. Sie seien uneingeschränkt und barrierefrei zugänglich und unabhängig von finanziellen Mitteln und Öffnungszeiten. Damit finde eine Demokratisierung von Kunst statt, denn Kunst sollte für alle da sein, so die Künstlerin.

Das Kunstwerk endet aber nicht auf der Straße: Über die Webseite Hiddensheroes.de kann man interaktiv partizipieren und die spannenden Biografien der Sheroes nachlesen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

An einer Treppe im Schiller-Gymnasium sollen sich die beiden Angeklagten nachts mit weiteren aufgehalten haben.
vor 47 Minuten
Offenburger Amtsgericht
Eigentlich nichts Ungewöhnliches: Eine 19- und eine 20-Jährige sollen sich nachts mit anderen am „Schiller“ aufgehalten haben. Jetzt ging es vor Gericht: Sie hatten gegen die Corona-Verordnung verstoßen.
Ähnlich wie dieser Entwurf könnten die Schilder des Verkehrsleitsystems Unterharmersbach aussehen.
vor 2 Stunden
Verkehrsleitsystem Unterharmersbach kommt
Unterharmersbachs Verkehrsleitsystem geht in die Umsetzungsphase. Wichtige Infos für Verkehrsteilnehmer sollen gebündelt an der Hauptstraße stehen.
vor 5 Stunden
Aufregung um Ortenberger "Flurprozession"
Peter Derdau, Mitglied im Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal, kritisierte im Ortenberger Gemeinderat scharf die „Flurprozession“ der FDP an Fronleichnam zum Thema Gartenlauben.
Daniela Bühler in ihrem Garten.
vor 10 Stunden
Bürgermeisterwahlkampf Hohberg
Die Bürgermeister-Kandidaten bekommen Besuch vom Offenburger Tageblatt. Folge 1: Wie Daniela Bühler in Diersburg lebt und welche Unterstützung sie beim Wahlkampf von ihrer Familie erfährt.
Auf dem Areal in der Mitte soll im Süden das geplante Bürogebäude mit Café entstehen. Rechts sind das Kesselhaus und die Kuben der Christian Funk Holding zu sehen.
vor 10 Stunden
Thema im Gestaltungsbeirat
In architektonisch prominenter Umgebung will die Firma Moßmann am Ausbesserungswerk ein Bürogebäude mit Café errichten. Der Gestaltungsbeirat hatte einige Anregungen.
Wasser marsch im Kindergarten „Kleine Wolke“ in Unterharmersbach. Betriebshofleiter Matthias Fritsch (links) und Ortsvorsteher Ludwig Schütze freuten sich bei der Einweihung über die Begeisterung der Kinder.
vor 12 Stunden
Anlage freigegeben
Großer Jubel herrschte bei den Kindern des Unterharmersbacher Kindergartens „Kleine Wolke“, als die mit großen Decken verhüllte 38 Quadratmeter große Matschanlage durch Ortsvorsteher Ludwig Schütze und Betriebshofleiter Matthias Fritsch freigegeben wurde.
Dekan Matthias Bürkle segnet eine Jugendliche, der Taufpate legt ihr zur Unterstützung die Hand auf die Schulter.
vor 13 Stunden
Wie wichtig Beistand ist
19 Jugendliche haben am Samstagabend von Dekan Matthias Bürkle in einem feierlichen Gottesdienst das Sakrament der Firmung erhalten. Für musikalische Umrahmung sorgte die Band „Light up“.
Auf der Postkarte steht geschrieben: „Offenburg, Ohlsbacherstraße“. Doch so eine Straße hat es in Offenburg nie gegeben. Offensichtlich wurde in dem Namen das „B“ verschluckt. Wolfgang Reinbold hat das Foto für uns eingeordnet.
vor 20 Stunden
OT-Serie "Anno dazumal"
Eine Postkarte soll die „Ohlsbacherstraße“ in Offenburg zeigen, doch diese gab es nie. Museumsleiter Wolfgang Reinbold hat die Aufnahme aus der OT-Serie „Anno dazumal“ eingeordnet und das Geheimnis gelüftet.
Die Bushaltestelle „Schutterwald Ost“ soll ab Montag barrierefrei umgebaut werden. Autofahrer erwartet dann eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung.
vor 21 Stunden
„Radverkehr gewinnt an Bedeutung“
Der Radschutzstreifen in der Hindenburgstraße, Tempo 30 oder neue Mobilitätsstationen: Bauamtsleiter Thomas Gärtner erläutert, welche Baustellen in Schutterwald in naher und ferner Zukunft geplant sind und wie es um die Umsetzung steht.
In einem anschaulichen 3D-Modell haben die Experten des Landesdenkmalamts die Grabungsstelle dargestellt. Das Modell kann beliebig gedreht werden, hat aber laut Museums- und Archivleiter Wolfgang Reinbold nicht die erklärende Wirkung eines Animationsfilms.
vor 22 Stunden
Auch der Messekreisel wird genannt
Klares Votum im Haupt- und Bauausschuss: Teile des archäologischen Sensationsfunds sollen wiederaufgebaut werden. Nur zur Platzierung der Rekonstruktion gab es unterschiedliche Meinungen.
Auf diesem Grundstück entstehen in Ortenberg drei Wohnhäuser. Die Straßenbezeichnung wird „Kanzleihof“ lauten. Das beschloss der Gemeinderat mehrheitlich.
15.06.2021
Neubauten in Ortenberg
Der Ortenberger Gemeinderat erinnert mit dem Namen an die Funktion der Gemeinde als zentrale Verwaltungsstelle der ehemaligen vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau.
Berghauptens Bürgermeister Philipp Clever (links) scheint zu sagen: „Da oben sollen sie wohnen.“ Für die kleine Hufeisennase und das große Mausohr  ist der Dachboden auf Initiative von Gemeinderat Jürgen Bergmann (rote Jacke) in Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband vom Bauhof entsprechend hergerichtet worden.
15.06.2021
Historisches Rathaus umgebaut
Auf Initiative von Jürgen Bergmann hat die Gemeinde mit dem Landschaftserhaltungsverband

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das trinationale Filmfestival der Hochschule Offenburg wird live aus dem FORUM Cinema in Offenburg gestreamt.
    vor 5 Stunden
    Filmfestival Hochschule Offenburg – 53 Filme am Start
    Das trinationale studentische Filmfestival SHORTS wird dieses Jahr vom 1. bis 5. Juli live aus den FORUM Cinemas Offenburg gestreamt.
  • Unsere eigenen vier Wände: der Bau- und Sanierungsboom hält auch in der Ortenau weiter an. 
    vor 16 Stunden
    Bauboom hält an – neue Förderprogramme ab 1. Juli
    Die Pandemie hat der Baubranche, den Architekten und Planern, den Landschaftsgärtnern sowie den Möbelhäusern weiter Auftrieb beschert. Renovieren und Sanieren stehen ganz oben auf der Liste der Vorhaben der Bauherren. Unser Magazin zeigt Aktuelles vom Markt auf.
  • Das Arbeitgeberversprechen "in good company" wird bei Hubert Burda Media wörtlich genommen. 
    14.06.2021
    Spannende Sales-Jobs: Im Dialog mit den Verbrauchern
    1903 als Druckerei gegründet, gehört Hubert Burda Media heute mit mehr als 1600 Arbeitsplätzen am Standort Offenburg zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region und zählt mit weiteren Standorten zu einem der größten Medien- und Technologieunternehmen Europas.
  • Am 11. und 12. Juni bietet die Herrenknecht AG Schülern mit bei den Ausbildungstagen Einblick in rund ein Dutzend Ausbildungsberufe.
    11.06.2021
    Herrenknecht AG in Schwanau sucht junge Talente
    Die Herrenknecht AG - der weltweit agierende Hersteller von Tunnelvortriebsmaschinen, beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter in Schwanau. Auf der Suche nach Nachwuchstalenten veranstaltet das Unternehmen am 11. und 12. Juni zwei Ausbildungstage. Gleich anmelden!