Sie haben Grenzen ausgetestet

Kunstschule für Projekt »Korrespondanse 2.0« ausgezeichnet

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 2 Minuten
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13. Dezember 2018

Viele strahlende Sieger: die Preisträger bei der Verleihung in der Reithalle. Am Mikrofon: Heinrich Bröckelmann, Leiter der Kunstschule Offenburg. ©Ulrich Marx

Eine hohe Auszeichnung krönt das Werk von Heinrich Bröckelmann kurz vor seinem Ruhestand: Für das Projekt »Korrespondanse 2.0« wurde die Kunstschule Offenburg mit dem Hauptpreis des Fonds Soziokultur für Innovation ausgezeichnet.

Es war ein feierlicher Rahmen am Montagabend im Foyer der Reithalle, als nach einem Auftakt durch die jungen Tänzerinnen und Tänzer aus vielen Nationen mit einem Programmausschnitt aus »Korrespondanse 2.0« die Verleihung des Innovationspreises des Fonds Soziokultur eröffnet wurde.

Der Vorsitzende Kurt Eichler stellte die Ziele des 1988 gegründeten Bundesfonds vor, der »abseits der gesicherten Pfade« soziokulturelle Initiativen, die Modellcharakter haben und als Vorbild dienen können, fördert. Der Fonds stellt neue gesellschaftliche Herausforderungen in den Fokus – so 2018 das Thema »Flucht und Flüchtlinge«.

In seinem Grußwort hieß Oberbürgermeister Marco Steffens »Gäste aus Sachsen und Niedersachsen« willkommen, denn in die Regionen gingen weitere Preise, vor allem aber die Kooperationspartner von jenseits des Rheins, so die »Compagnie Blicke«, die mit der Offenburger Kunstschule bei dem im wahrsten Sinne des Wortes »die Grenzen austestenden Korrespondanse« kooperierte. Dass »nichts endgültig definiert« sei, sondern sich »viele überraschende Möglichkeiten« auftäten, definiere das Wesen der Soziokultur.

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Für kulturelle Offenheit

In ihrem Festvortrag brach die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments, Helga Trüpel, eine Lanze für kulturelle Offenheit. »Integrationsarbeit und Integrationsbereitschaft« stellten, das machte sie ganz klar, Ansprüche an beide Seiten. Als Beispiel für die Optionen Geflüchteter, sich konstruktiv in eine Gesellschaft einzubringen, nannte sie Hannah Arends Konzept des »Paria«, der ohne Selbstaufgabe Verantwortung für die eigene Situation annehme.

In einem Podiumsgespräch unter der Überschrift »So sehen Sieger aus!« stellten Heinrich Bröckelmann für die Kunstschule das Projekt »Korrespondanse«, Kerstin Wittstamm für den Kulturbahnhof Hitzacker das Theaterstück »Stadt unter dem Meer« (zweiter Preis) und Florian Schetelig für die AG Soziokultur Leipzig das Projekt »Der weiße Fleck« (dritter Preis) vor. Während sich bei »Korrespondanse« die Tänzer aus vielen Nationen auf der »Passerelle des deux rives« an der deutsch-französischen Grenze begegneten, macht die »Stadt unter dem Meer« den Tod im Mittelmeer zum Thema. 

Der Satz »Inzwischen müsste es da unten eine ganze Stadt der Ertrunkenen geben« war der Ausgangspunkt. »Der weiße Fleck« in Leipzig organisiert die Begegnung zwischen Menschen, deren Lebenswelt für einander im alltäglichen Leben »ein weißer Fleck« ist – etwa Geflüchtete und »die Semperoper-Gänger«. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Jazztrio »Mobile Home«.

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