Preisverleihung in Berlin

Kunstschule Offenburg bekommt BKM-Preis »Kulturelle Bildung«

Autor: 
Anna Teresa Agüera
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02. Juli 2018
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Staatsministerin Monika Grütters übergab am Freitag den Preis an Kunstschulleiter Heinrich Bröckel­mann (links) und Enrico Tedde, der für die tänzerische Leitung der französischen Seite zuständig ist. ©Stiftung Genshagen

"Für uns war das eine große Überraschung", sagt Heinrich Bröckelmann, Leiter der Kunstschule Offenburg. Für ihr Projekt "KorresponDanSe" wurde die Kunstschule am Freitag mit dem 20.000 Euro dotierten BKM-Preis "Kulturelle Bildung" ausgezeichnet.

Er ist der »Oscar der kulturellen Bildung«: der BKM-Preis »Kulturelle Bildung«, der seit zehn Jahren an Projekte vergeben wird, die »alle auf beeindruckende Art und Weise zeigen, welch bedeutende Arbeit in der kulturellen Bildung in Deutschland geleistet wird. Sie setzen sich mit den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen unserer Zeit auseinander und bauen dabei auf die verbindende Kraft der Kultur«, betont Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, die am Freitag in Berlin im Haus der Kulturen der Welt den Preis übergab. 

Drei Preisträger 

Drei Projekte wurden ausgezeichnet, darunter auch die Kunstschule Offenburg mit ihrer »KorresponDanSe« – ein Tanzprojekt, bei dem junge Erwachsene gemeinsam mit Flüchtlingen aus Frankreich und Deutschland auf der Passerelle de Deux Rives zwischen Kehl und Straßburg tanzen. »Während Einheimische problemlos die deutsch-französische Grenze auf der Brückenmitte überqueren können, ist dieses für Geflüchtete nicht möglich. Durch die spielerische Form des Tanzes macht das Projekt auf berührende Weise augenfällig, wie unterschiedlich Menschen Grenzen erleben. Die kreative Bearbeitung dieser vielschichtigen und im heutigen Europa doch alltäglichen Thematik hat überzeugt«, begründet die Jury.

»Für uns war das eine große Überraschung«, freut sich der Projektleiter und Initiator Heinrich Bröckelmann über die Auszeichnung. Zu elft sind sie zur Preisverleihung gereist. Tänzer, Choreografen und die Verantwortlichen waren dabei.  »Wir sehen das als Anerkennung für die professionelle Arbeit der Kunstschule.«

Der BKM-Preis ist mit 20  000 Euro dotiert, hinzu kommen 5000 Euro als Anerkennungsprämie für die Nominierung. Das Geld ist laut Bröckelmann Grundlage für weitere Projekte. »Wir sind dankbar, dass wir gesehen wurden«, sagt er auf OT-Nachfrage. Denn bewerben kann man sich für diesen Preis nicht. 

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Rund 100 Vorschläge wurden eingereicht – »KorresponDanSe« wurde vom Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen empfohlen. Eine Fachjury nominierte daraufhin zehn Projekte, die in Berlin ihre Arbeit präsentierten. 

»Hohes Niveau«

»Bei jeder Präsentation dachten wir: ›Wow!‹ Der gewinnt jetzt den Preis. Es war ein sehr hohes Niveau«, betont Bröckelmann. Umso größer die Freude über die Auszeichnung. Neben der Kunstschule in Offenburg wurde auch die Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org – Verein für Medienbildung für ihr Projekt »Jugend hackt – gemeinsam ›den Code knacken‹« und der bayerische Verein »Spielen in der Stadt« mit ihrer Arbeit »Stranger than – aus Nachbarn werden Fremde« ausgezeichnet. 

Info I: Der Preis wird vom Staatsminister für Kultur und Medien seit 2009 bundesweit an Projekte öffentlicher und privater Kultureinrichtungen sowie bürgerschaftlicher Einrichtungen vergeben. Er wird von der Stiftung Genshagen organisiert.

Info II: Im kommenden Herbst wird die Kunstschule für »Korrespon­DanSe« auch mit dem 10 000 Euro dotierten »Innovationspreis Soziokultur« ausgezeichnet.

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