Schmuckstücke aus der Erde

Kurt Hefendehl aus Zell sammelt seit 60 Jahren Mineralien

Autor: 
Inka Kleinke-Bialy
Lesezeit 3 Minuten
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11. Januar 2019

Kurt Hefendehl vor einem polierten Charoit. ©Inka Kleinke-Bialy

»Das ist Pyrolusit und kommt von Krämelsbach bei Triberg«: Von jedem seiner 7000 Sammlerstücke weiß Kurt Hefendehl aus Zell ganz genau, um was für ein Material es sich handelt und wo es herkommt.

Sofern es sich nicht um eine der chinesischen Minen mit ihren unaussprechlichen Namen handelt, aber die sind in seinem Computerkatalog gespeichert. 

Seit über sechs Jahrzehnten sammelt Hefendehl Mineralien. Nicht die schönsten und besten mit den vielen Nullen am Preis sind das Begehr des Zellers, die sogenannten High-End-Stücke also. Und auch nach Mineralienarten sammelt er nicht. »Die sind teils nur unter dem Mikroskop erkennbar« erklärt der 80-Jährige, den vielmehr die Ästhetik auf den ersten Blick fasziniert.

Nach Fundorten sammelt der gelernte Gärtner und spätere Kaufmann daher – nicht regional, sondern weltweit. Und das braucht Platz. Weil ihm der nach einem Umzug vor zehn Jahren nicht mehr in der bisherigen Weise zur Verfügung stand, überließ er – ihrer Größe wegen – 200 aus dem Schwarzwald stammende Stücke dem Zeller Storchenturmmuseum als Dauerleihgabe.

An Wohn- respektive Terrassenwand immerhin Platz gefunden hat jeweils eine große Scheibe aus polierten Charoit aus Jakuzien sowie ein Pseudotachylit aus einem Riesenkrater in Südafrika, dereinst von einem Meteor-Einschlag verursacht.
»7000 kleine Teile hab’ ich noch im Keller«, schmunzelt der aus dem Westerwald Stammende, der seit 1948 in Zell lebt. Es ist die Ästhetik, die ihn zu seinem Hobby hat kommen lassen. 

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Internationale Kontakte

Mit einem befreundeten Mineralienhändler aus Lahr fuhr Hefendehl früher stets auf Mineralienbörsen auch außer Landes, knüpfte so internationale Kontakte. Und wurde auf diese Weise zum »Beschaffer« einer Deutschen, welche die größte Mineralien-Privatsammlung in Europa besaß. »Natürlich fiel dabei immer auch etwas für meine eigene Sammlung ab«, erzählt der Mann, der zudem auch eigenhändig in Bergwerken das Gestein bearbeitete. »Obwohl ich ein unmöglicher Bergmann bin«, feixt der Hochgewachsene, »einen halben Meter zu groß.«

Mit dem Tod seiner Auftraggeberin hat sein eigener Sammeleifer zwar nachgelassen (»vor vier oder fünf Jahren und im Alter ist man ja auch nicht mehr so wild«). Doch noch immer pflegt der mit einer Südkoreanerin verheiratete Familienvater die internationalen Kontakte. Und noch immer besuchen ihn Fotografen aus aller Welt, um seine Sammlerstücke für Fachzeitschriften kunstvoll in Szene zu setzen. »Prächtiger Kristall mit farblosen Würfeln, orientiert, aufgewachsen auf einen dunkelgrünen Fluoritoktaeder« lautet eine Bildunterschrift dann beispielsweise.

Das Fotografen-El-Dorado im Hefendehlschen Keller füllt zwei Räume und eine Vielzahl beleuchteter Vitrinen. Was heutzutage noch neu hineinkommt, stammt hauptsächlich aus Sammlungen, die wegen des Todes ihres Besitzers aufgelöst werden. »Mich kennen ja alle und wissen, was ich noch brauche«, so der rüstige Senior. 

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