Solidarität mit Milchbauer

Landfrauen und DHB - Netzwerk Haushalt veranstalten Aktion

Autor: 
Janine Ak
Lesezeit 3 Minuten
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21. März 2018

Siglinde Hansert, Vorsitzende des Altenheimer Ortsverbands des DHB - Netzwerk Haushalt. ©Hans Weide

Nach unserem gestrigen Bericht über den Milchbauern Jürgen Reuter zeigen sich Bürger Neurieds mit ihm und seiner Familie solidarisch. Der Verein DHB - Netzwerk Haushalt und die Landfrauen organisieren für kommenden Samstag eine Milchkauf-Aktion auf dem Hof.

»Wir möchten den Menschen das Gefühl geben, dass sie im Dorf nicht alleine da stehen«, sagt Siglinde Hansert, Vorsitzende des Altenheimer Ortsverbands des Vereins DHB - Netzwerk Haushalt. Nach dem Bericht im Offenburger Tageblatt über die Notlage des Milchbauern Jürgen Reuter durch die Insolvenz des Berliner Milchhändlers BMG sei die Situation Gespräch im Ort, berichtet Hansert. Und das auch bei den Jüngeren, die etwa über Jungbauer Jens Reuter mit der Familie verbunden seien. Auch ihr eigener 33-jähriger Sohn habe sie auf die Situation angesprochen, so Hansert.

Ihr sei durch das Beispiel direkt vor der eigenen Haustür der Ärger über die schlechte Bezahlung der Milchbauern und generell der Landwirte hochgekommen, erzählt sie. Sie finde es erschütternd, wie schnell eine Familie in Existenznot geraten könne. Vom Hof Jürgen Reuters und dem Hofladen »Reuter und Petzold« leben nicht nur seine eigene, sondern auch die Familien seines Bruders und seiner Schwester. »Da hängen drei Familien dran«, verdeutlicht Siglinde Hansert.

Tropfen auf heißen Stein

Ihr ist klar, dass jede finanzielle Hilfe aus der Bevölkerung nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Ihr geht es darum, auf die Situation der Milchbauern aufmerksam zu machen und sich solidarisch mit den Familien Reuter und Petzold zu zeigen.

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Daher veranstalten das Netzwerk Haushalt und die Landfrauen Ichenheim und Dundenheim am kommenden Samstag, 24. März, eine Milchkauf-Aktion auf dem Hof. Die Bevölkerung ist eingeladen, zwischen 10 und 15 Uhr am dortigen Automaten Milch zu kaufen. Sie kostet 50 Cent pro Liter. Gefäße sollen selbst mitgebracht werden, sie können aber auch vor Ort bei den Hausfrauen gekauft werden.

"Brauchen die Landwirte"

Diese werden zwei Biertischgarnituren in einem Zelt aufbauen, wo man bei einem Glas Milch und Gebäck ins Gespräch kommen kann. Außerdem wird es einen Stand geben, an dem sie rund ums Thema Milch informieren. »Bei jedem Liter Milch, den wir kaufen, sollten wir uns bewusst machen, was eigentlich dahinter steckt«, sagt Siglinde Hansert. Sie möchte auf die harte Arbeit der Landwirte aufmerksam machen und diese gewürdigt wissen: »Wir brauchen die Landwirte.«

Viel wäre ihrer Meinung nach gewonnen, wenn die Menschen in Neuried und anderswo mehr regional einkaufen würden. Jürgen Reuters Gedanke, dass ein Überleben als Milchbauer möglich wäre, wenn alle Neurieder Bürger bei ihm kaufen würden, findet Siglinde Hansert gar nicht so abwegig. Seine Schwester habe ihr erzählt, dass manche Kunden 15 Kilometer weit fahren, um ihre Milch am Altenheimer Hof zu kaufen.

Damit das möglichst auch am kommenden Samstag passiert und ein Zeichen der Solidrität gesetzt werden kann, gehen die ersten hundert Liter Milch auf Kosten des Netzwerk Haushalt.
 

Info

Wann und wo

Die Aktion läuft am kommenden Samstag, 24. März, von 10 bis 15 Uhr auf dem Hof Reuter und Petzold, Friedrichstraße 12, 77743 Neuried-Altenheim. Der Hofladen »Reuter und Petzold« mit Käse- und Backwarenverkauf hat am Freitag geöffnet.

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