Was unter den Nägeln brennt

Landtagsabgeordneter Thomas Marwein besucht Gemeinde Neuried

Autor: 
Janine Ak
Lesezeit 3 Minuten
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06. Februar 2018

(Bild 1/2) Vor der Landkarte von Neuried im Rathaus in Altenheim: Bürgermeister Jochen Fischer (links) und Landtagsabgeordneter Thomas Marwein haben über drängende Themen in Neuried gesprochen und die Firma Paradiso besucht. ©Janine Ak

Die Förderung des Theaters Baal Novo im entstehenden Forum am Rhein, der Bedarf an Sozialem Wohnraum und der Ausbau der Betreuung für Unter-Dreijährige standen im Fokus eines Besuchs des Landtagsabgeordneten Thomas Marwein in Neuried.

Bei einem Gemeindebesuch des Landtagsabgeordneten Thomas Marwein in Neuried hat Bürgermeister Jochen Fischer aktuelle Projekte der Gemeinde vorgestellt. Im Anschluss an das Gespräch stand ein Besuch der Firma Paradiso auf dem Programm.

Das Forum am Rhein soll  nach bisherigem Plan bis Ende 2019 fertiggestellt sein, so Fischer. Ein wesentlicher Teil des Komplexes wird die neue Spielstätte des Theaters Baal Novo sein. Das Theater muss für die Bühnentechnik und Bestuhlung selbst aufkommen. Es bekomme seit Jahren Unterstützung vom Land. Auch im aktuellen Landeshaushalt seien 25 000 Euro dafür eingestellt. Die Unterstützung könne jedoch bis zum Betrag von 50 000 Euro erhöht werden. Er werde sich im Landtag dafür einsetzen, sagte Thomas Marwein. Er schätze das Theater sehr, das sein Büro und seinen bisherigen Proberaum in Offenburg hat. Die Unterstützung falle im Haushalt zwar unter die freiwilligen Ausgaben, der Etat sei aber durch die gute Steuerlage recht hoch. »Es ist mir persönlich wichtig«, sagte Marwein.

Ganze Geschosse leer

Ein Thema, das Bürgermeister Jochen Fischer unter den Nägeln brennt, ist der Soziale Wohnbau. Es sei für Hartz-IV-Emfpänger und Alleinerziehende auch in Neuried sehr schwer, eine geeignete Wohnung zu finden. Wohnraum sei aber durchaus vorhanden: »Wenn Menschen allein auf einem riesen Grundstück leben, stehen aber oft ganze Geschosse leer«, so Fischer. Er habe solche Menschen auch schon darauf angesprochen, ob sie ihren leerstehenden Wohnraum nicht der Gemeinde zur Verfügung stellen wollen. »Das Verständnis ist da«, hat er die Erfahrung gemacht. Wenn es aber an die konkrete Umsetzung gehe, seien die Reaktionen lau.

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Daher wird die Gemeinde 2019 in Ichenheim ein Haus mit sieben Wohnungen bauen, die dann preisgünstig zu mieten sein werden (wir berichteten). Dafür bekomme sie vom Land Unterstützung, so Thomas Marwein. Entsprechende Anträge will Bürgermeister Jochen Fischer zu gegebener Zeit stellen.

Ein weiterer Punkt, den Marwein und Fischer miteinander beredet haben, ist die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Da in diesem Bereich eine Erzieherin insgesamt weniger Kinder betreue, seien mehr Erzieherinnen nötig, die Kosten in der Gemeinde würden dadurch steigen, erläuterte der Bürgermeister.

Frühkindliche Bildung

Thomas Marwein sagte, die frühkindliche Bildung sei ein zentrales Element im Bildungswesen: »Da wird’s im späteren Leben einfacher.« Durch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer fließe aber automatisch schon viel Geld an die Kommunen: »Von jedem Euro Steuergeld, den das Land vom Bund kriegt, gehen 23 Cent an die Kommunen.« Das sei im Bundesvergleich einer der höchsten Prozentsätze. Die steigende Geburtenrate sei erfreulich.

Beim anschließenden Besuch in der Firma Paradiso ging es darum, dass Deutsche, die in Frankreich arbeiten wollen, viele Zertifikate vorlegen müssen, etwa im Bereich Sprache und Gesundheit, während das für Franzosen in Deutschland nicht gilt. »Die Franzosen schotten ihren Arbeitsmarkt ab«, kommentierte Thomas Marwein. Das sei, gerade im Eurodistrikt, nicht geboten. Er wolle das Thema bei Europaminister Guido Wolf ansprechen, eventuell sei die Situation auch ein Thema für den Oberrheinrat.

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