Einsatz im Weinbau?

"Landwirtschaft 5.0": Offenburg befasst sich mit Pflanzenkohle

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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16. Oktober 2020

So oder so ähnlich sieht die Pflanzenkohle aus, auf der große Hoffnungen ruhen. ©Jens Sikeler

In der Landwirtschaft ruhen einige Hoffnungen auf der Pflanzenkohle. Auch die Stadt Offenburg möchte sich damit befassen. Eine Expertin erläuterte im Technischen Ausschuss die Vorteile.

 Schon seit längerer Zeit setzt sich die Offenburger Hochschule mit dem weitläufigen Feld der „Landwirtschaft 5.0“ auseinander. Bausteine dieser Thematik sind unter anderem E-Mobilität, Förderung von Artenvielfalt, Bereitstellung von Biomasse, aber auch Pflanzenkohle. Über letzteren Aspekt gab Susanne Veser, Vorsitzende des Fachverbands Pflanzenkohle, in Vortragsform den Fraktionen des Technischen Ausschusses einen allgemeinen Überblick. 

Der seit drei Jahren bestehende Fachverband habe sich vorgenommen, unter anderem neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Pflanzenkohle zu verbreiten, technische Entwicklungen zu fördern und Qualitätsstandards zur Herstellung und Verarbeitung des Produkts zu erarbeiten. Von Interesse ist das Produkt für die Stadt Offenburg, weil geplant ist, sich in Form der Technischen Betriebe (TBO) und gemeinsam mit der Waldservice Ortenau eG (WSO) künftig näher mit dem Themenfeld zu befassen.

Pflanzenkohle wird bei der Verkohlung pflanzlicher Biomasse gewonnen, wobei verschiedene thermische und chemische Umwandlungsprozesse vonstatten gehen (Pyrolyse). Die pflanzlichen Ausgangsstoffe werden weitgehend luftabgeschlossen bei Temperaturen zwischen 380 und 1000 Grad Celsius zersetzt. Pflanzenkohle ist dabei eines der entstehenden Produkte. Das vielleicht bekannteste Anwendungsbeispiel von Pflanzen- ist die Holzkohle. Wie Susanne Veser ausführte, werde heute angestrebt, die Effekte pyrologischer Verkohlung so zu nutzen, dass anfallende Reststoffe in hochwertige Produkte umgewandelt werden könnten. 

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Unter anderem trage Pflanzenkohle zum Schutz des Grundwassers bei, indem es Nitrateintrag verhindere, zudem Giftstoffe absorbiere. „Die Kohle wirkt wie ein Schwamm im Boden“, beschrieb Veser. Allerdings handle es sich bei Pflanzenkohle um keinen Dünger, betonte sie. Die Kohle benötige helfende Elemente, um ihr Potential entfalten zu können. Veser informierte außerdem über einige Praxisbeispiele, unter anderem werde Pflanzenkohle in der Schweizer Landwirtschaft schon recht verbreitet eingesetzt.

Bürgermeister Oliver Martini sprach von „einem ersten Herantasten an die Thematik“, die zukünftig weiter ausgebaut werden solle. Willi Wunsch (CDU) berichtete von einer Diskussion zum Thema im Weinbau-Bereich, wobei unter anderem die Frage nach den Kosten ein wesentlicher Aspekt war. Sollte es hier gelingen, eine kostengünstige Abgabe zu ermöglichen, erachte er die Pflanzenkohle als „sinnvolle Alternative“. 

Referenzfläche prüfen

Susanne Veser sprach in einem weiteren Aspekt von bestehenden Problemen mit der Pflanzenschutz-Verordnung. Hier monierte Thomas Bauknecht (FDP), dass weiterhin klare rechtliche Richtlinien fehlten. Man verständigte sich zuletzt im Ausschuss darauf, die Möglichkeit zum Anlegen einer Referenzfläche für den Einsatz von Pflanzenkohle zu prüfen. In einem solchen Rahmen könnten weitere konkrete Erfahrungswerte gesammelt werden.

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