Windschläg

Langes Wirken in der Musica sacra: Helmut Glatt wird gewürdigt

Autor: 
Karl Joggerst
Lesezeit 4 Minuten
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04. August 2021
Kirchenmusik ist sein Leben: Seit sechs Jahrzehnten ist Helmut Glatt Organist.

Kirchenmusik ist sein Leben: Seit sechs Jahrzehnten ist Helmut Glatt Organist. ©Karl Joggerst

Helmut Glatt ist seit 60 Jahren kirchenmusikalisch engagiert. In einem Abendgottesdienst am Donnerstag in Windschläg wird er dafür gewürdigt. Glatt ist nicht nur Organist, sondern auch ein bekannter Chorleiter.

Für 60 Jahre kirchenmusikalisches Engagement wird Helmut Glatt geehrt. Am Donnerstag, 5. August, wird er im Abendgottesdienst in der Windschläger Kirche deshalb eine Würdigung erfahren. Beginn des Gottesdiensts ist um 18.30 Uhr. Als Chorleiter und Organist ist er in großem Umkreis bekannt.

Neben seinem Organistendienst dirigierte Glatt mehr als 54 Jahre auch den Kirchenchor der St.-Pankratius-Pfarrei in seinem Heimatort, ebenso mehr als 28 Jahre den Kirchenchor von St. Peter und Paul in Offenburg-Bühl. 21 Jahre, von 1974 bis 1995, war er auch Dirigent des Windschläger Männergesangvereins.
Helmut Glatt erinnert sich, dass alles mit der Faszination angefangen hat, welche der Aufbau einer neuen Orgel im Zuge der Kirchenrenovation im Jahr 1951 auf den damals Elfjährigen ausübte. „Als freiwilliger Helfer war ich derart engagiert, dass mir verständnisvolle Lehrer manchmal sogar schulfrei gaben“, so Glatt im Rückblick.

Musikunterricht

Es folgten erste Übungsstunden auf einem alten Harmonium im Pfarrhaus, ein eigenes Musikinstrument besaß die Familie Glatt nicht. Dankbar erinnert er sich auch an seine Mutter, die es ihrem musikbegeisterten Jungen ermöglicht hatte, Anfang der 50er-Jahre geregelten Musikunterricht, zuerst im Kloster Unserer Lieben Frau, später dann bei Heinz Ringwald in der Dreifaltigkeitskirche zu besuchen.

In dieser Zeit trat er auch der Musikkapelle bei und spielte einige Jahre Posaune. Aber seine wahre Liebe galt dem Orgelspiel. Ab 1954 spielte er dann in Andachten und Schülergottesdiensten in der Kirche. In der Nachkriegszeit, als er nach und nach in seine Funktionen hineinwuchs, wurde dies alles noch leger gehandhabt, erinnert sich Helmut Glatt an diese Anfänge.

Den regelmäßigen Organistendienst übernahm er ab 1958. Den Kirchenchor begleitete er anfangs auf der Orgel, nach dem Weggang des damaligen Dirigenten Ehret übernahm er gemeinsam mit Josef Schneider die Leitung. Ab 1976 war er alleiniger Chorleiter.

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Persönlicher Höhepunkt

Von Anbeginn hat er eine Probenstatistik seiner beiden Kirchenchöre geführt, 2096 waren es in Windschläg, 1048 in Bühl. Auch die zu den kirchlichen Festtagen gesungenen Messen hat er akribisch notiert. Wie viele Liederabende oder Auftritte bei kirchlichen oder weltlichen Anlässen Helmut Glatt im Laufe der Jahre dirigiert hat, weiß er nicht, aber ein Projekt ist ihm in bester Erinnerung: „Die Aufführung von Charles Gounods ,Cäcilienmesse‘ mit Chor, Orchester und Solisten im März 1999 war ein Höhepunkt für mich.“ Chorliteratur, die er in seiner Dirigentenausübung bevorzugt, hört er auch in seiner Freizeit gerne: Werke von Mozart, Schubert oder Ignaz Reimann und Valenthin Rathgeber.

Gilt seine Liebe auch hauptsächlich der Kirchenmusik, so hindert ihn dies nicht bei der heiteren und „närrischen“ Muse mitzumischen: Er stand immer wieder beim Kleebollenball der Windschläger Narrenzunft bei einem Gesangsvortrag auf der Bühne. Ein Genre, das es ihm ebenfalls angetan hat, ist alpenländisches religiöses Liedgut. Das hat er schätzen gelernt durch die Zugehörigkeit zum Windschläger Wandererchor, den er mitbegründet hat.

Gesellige Lieder

Überhaupt war neben der Kirchenmusik der Chorgesang ein wichtiger Begleiter im Leben des begeisterten Sängers. Wenn sich Helmut Glatt in einer Gesellschaft befindet dann dauert es nicht lange, bis gesungen wird. Er verfügt über ein großes Repertoire an geselligen Liedern und weiß bei Gelegenheit auch die jeweils passenden anzustimmen. Mit seiner Sanges-Begeisterung steckt er dann auch die Menschen in seiner Umgebung an.

Dank für sein jahrzehntelanges Engagement haben ihm ihrerseits auch die Pfarreien und Chöre entgegengebracht. Unter anderem erhielt er für seine Chorleitertätigkeit die Urkunde des Diözesan-Cäcilienverbandes, vom Amt für Kirchenmusik der Diözese Freiburg eine Urkunde für den Organistendienst. Und im Jahr 2002 wurde Helmut Glatt mit der Landesehrennadel ausgezeichnet.

Im Abendgottesdienst, der um 18.30 Uhr beginnt, wird er nun ein weiteres Mal für sein außergewöhnlich langes Wirken in der Musica sacra gewürdigt.

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